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Ziel: Neuartige Therapien bei entzündlichen Nierenerkrankungen entwickeln


Das chronische Nierenversagen ist eine häufige Erkrankung, die aktuellen Schätzungen zufolge ca. 10% der Bevölkerung in den Industrieländern betrifft. Ein häufige Ursache für chronische Nierenfunktionseinschränkung sind entzündliche Nierenerkrankungen, bei denen eine überschießende Aktivierung des körpereigenen Immunsystems zur Schädigung des Nierengewebes führt.

Nach dem aktuellen Stand der Forschung ist bei derartigen Erkrankungen das Gleichgewicht zwischen entzündungsfördernden und entzündungshemmenden Mechanismen gestört. Dadurch kommt es zur Einwanderung von aktivierten Entzündungszellen in das Nierengewebe, die dann durch Produktion von gewebeschädigenden Substanzen und Botenstoffen die Entzündungsreaktion und, in Folge dessen, die Zerstörung des Nierengewebes vermitteln.

Die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit einer Millionen Euro geförderte Nachwuchsforschergruppe an der III. Medizinischen Klinik des UKE (Klinik für Nierenheilkunde) beschäftigt sich mit der Frage, welche Immunzellen an den pro- und anti-entzündlichen Vorgängen in der Niere beteiligt sind und ob die gezielte Beeinflussung bestimmter Zelltypen als neuartige Therapiemöglichkeit bei entzündlichen Nierenerkrankungen genutzt werden kann.

Im Fokus der Untersuchungen steht eine erst kürzlich entdeckte Zellpopulation, die sogenannten „Innate Lymphoid Cells“, denen u.a. in der Lunge und im Darm eine wichtige Funktion in der Immunantwort zugeschrieben wird. Über eine Rolle dieser Zellen in Nierenerkrankungen ist bisher wenig bekannt. Das Ziel des Projektes ist es, die Funktion dieser „Innate Lymphoid Cells“ in entzündlichen Nierenerkrankungen besser zu verstehen und damit langfristig zur Entwicklung neuer Therapiestrategien für Patienten mit entzündlichen Nierenerkrankungen beizutragen.