Hochdruckerkrankungen


Kardiovaskuläre Erkrankungen (z.B. Herzinfarkt, Schlaganfall, etc.) zählen in Deutschland weiterhin zu den häufigsten Todesursachen. Hauptgründe für derartige Krankheiten sind insbesondere eine langjährige unzureichende Behandlung oder das Nicht-Erkennen eines arteriellen Hypertonus. Gerade im Frühstadium bleibt der arterielle Hypertonus oft beschwerdefrei, welches eine frühzeitige Diagnosestellung erschwert.

Das Auftreten eines „Bluthochdrucks“ nimmt im Laufe des Lebens zu. So leiden ca. 30-50% der > 60 Jährigen unserer Bevölkerung an einem arteriellen Hypertonus, wobei Männer häufiger betroffen sind als Frauen. Auch im jüngeren Erwachsenenalter (>35 Jahre) ist ein „Bluthochdruck“ keine Seltenheit. Daher ist ein frühzeitiges Screening beim Hausarzt, z.B. im Rahmen des 2-jährigen Gesundheits-Check Ups sinnvoll.

Nur in sehr wenigen Fällen lässt sich eine einzelne Ursache als Krankheitsauslöser finden. Bei den meisten Patienten spricht man daher von einem primären oder essentiellen arteriellen Hypertonus. Faktoren wie Adipositas, Bewegungsmangel, genetische Vorbelastung oder Rauchen zählen hier u.a. zu den Hauptrisiken.

In seltenen Fällen führen Erkrankungen verschiedenster Organe oder Medikamente zu einer dauerhaften Blutdruckerhöhung. In diesen Konstellationen spricht man von einem sekundären arteriellen Hypertonus. Hierzu zählen neben primären Nierenerkrankungen (z.B. Glomerulonephritiden) auch hormonelle Erkrankungen (z.B. Schilddrüsenfunktionsstörungen, Hyperaldosteronismus, Hypercortisolismus, Phäochromozytom) oder Nierengefäßerkrankungen. Insbesondere bei sehr frühem Auftreten (<30 Jahren), therapieresistentem oder plötzlich-beginnenden schwerem arteriellen Hypertonus (bei zuvor normalem „Blutdruck“) sollte an eine sekundäre Ursache gedacht werden.

In der III. Medizinischen Klinik sind unsere Kliniker und Forscher auf die Behandlung von jeglicher Form des arteriellen Hypertonus spezialisiert. Mittels modernster Diagnostik sind wir in der Lage in den meisten Fällen einer sekundären Hypertonie die ursächliche Erkrankung zu finden. Bei schwerem oder therapieresistentem „Bluthochdruck“ mit Neigung zu hypertensiven Entgleisungen/Krisen ist eine stationäre Behandlung auf unseren Stationen 4b oder 4c (Wahlleistungsstation) möglich. Zudem behandeln und beraten wir Sie in der Hypertonus-Sprechstunde unserer Hochschulambulanz .

Wissenschaftlich beschäftigen wir uns im Rahmen unseres Sonderforschungsbereiches Projekt B7 (SFB 1192) mit den Einflüssen des angeborenen Immunsystems auf die Entstehung des arteriellen Hypertonus in der Hoffnung, durch ein genaueres Verständnis in Zukunft neue Behandlungsmethoden zu entwickeln.