Sammlungen

Messen, Zählen und Wiegen, die statistische Erfassung und Einordnung von Befunden und die Visualisierung mit technischen Methoden bilden die wissenschaftlichen Voraussetzungen für die Entstehung der klinischen Medizin. Sammlungen spielen im Kontext dieses ständigen Prozesses des Vergleichens und Neu-Bestimmens eine Schlüsselrolle.

Im Unterschied zu den Naturalienkabinetten des frühen 18. Jahrhunderts, in denen das spektakuläre Einzelobjekt im Vordergrund stand, dienen sie in der Periode der Protoklinik der Vergewisserung und der Kontrolle im Sinne einer Bestandsaufnahme. An Objekten schult sich ein diagnostischer Blick, der immer feinere Unterschiede immer komplexeren Krankheitsmodellen zuordnet.

Das Medizinhistorische Museum Hamburg hat in den vergangenen Jahren zahlreiche wissenschaftliche Sammlungen akquiriert. Zugänglich sind vor allem Teile der Moulagensammlung. Von großem historischem Wert sind darüber hinaus die Sammlungen aus der Hals-Nasen-Ohren-Klinik, aus der Zahnprothetik, aus der Neuropathologie, aus dem Bereich der Medizintechnik und aus der Dermatologie.

Als Gegenstück zu den naturwissenschaftlichen Objekten sammelt das Museum Zeugnisse aus der Sozialgeschichte der Medizin. Erst durch sie werden die Entwicklungen der Heilkunde erfahrbar.