Das Neuro-Immun-Netzwerk Hansestadt Hamburg

Das Neuro-Immun-Netzwerk Hansestadt Hamburg (NINHH) des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) entwickelt innovative und kollaborative Forschungsprojekte an der Schnittstelle zwischen Neurowissenschaften, Psychologie und Immunologie. NINHH baut auf modernster Forschung und wissenschaftlicher Exzellenz des UKE, der Universität Hamburg und den angeschlossenen Leibniz-Institutionen auf. Es verbindet zwei etablierte Forschungszentren, das Zentrum für Entzündung, Infektion und Immunität (C3i) und das Hamburger Zentrum für Neurowissenschaften (HCNS). Dieses Netzwerk geht über traditionelle systembasierende Ansätze der Neurobiologie und Immunologie hinaus, da unter NINHH einen völlig interdisziplinärer Wege zur Identifizierung und Beschreibung der gemeinsamen molekularen Wege und gemeinsamen Prinzipien, gefördert und entwickelt werden. Fragen wie das Immun- und Nervensysteme funktionieren, wie die Mechanismen und Wechselwirkungen zwischen dem Immun- und Nervensystem erforscht werden können und wie gesunde Menschen präventiv und erkrankte Patienten davon profitieren können sind die Basis für das Neuro-Immun-Netzwerk Hansestadt Hamburg.

Diese kollaborative Forschung hat in jüngster Vergangenheit zu aktuellen medizinischen Durchbrüchen geführt. Dies beinhaltet die Erkenntnis, dass einige Formen der akuten Psychose durch Antikörper gegen Transmitter-Rezeptoren im Gehirn (Anti-NMDA-Rezeptor-Enzephalitis) verursacht werden. Eine weitere NINHH-Entdeckung ist der Nachweis mehrerer menschlicher Gene, die sowohl bei der Immunzellen- als auch bei der Neuronen-Funktion eine zentrale Rolle spielen und dass Mutationen innerhalb dieser Gene zu kombinierten neurologischen und immunologischen Defiziten führen können.

Das NINHH vereint Forscher und Forscherinnen mit unterschiedlichen Fachkenntnissen und Karrierewegen aus medizinischen Forschungsfeldern und der Grundlagenforschung. Die Forscher und Forscherinnen verwenden spezialisierte Techniken und Methoden einschließlich Transkriptomik, Metabolomik, funktionelle Magnetresonanztomographie, Kryo-Elektronentomographie, Optogenetik und Zwei-Photonen-Mikroskopie, um ein vollständigeres Bild von Krankheiten des Immunsystems und des Gehirns zu gewinnen. Die Mitglieder von NINHH teilen wissenschaftliche Erkenntnisse und Ideen und verwandeln sie in kollaborativen Forschungsprojekten, um unser Verständnis der komplexesten adaptiven Systeme im menschlichen Körper zu fördern. Dieser hochintegrierte Ansatz hat es dem NINHH ermöglicht, eine wichtige Lücke in den neueren biomedizinischen Wissenschaften zu füllen und fördert somit die interdisziplinäre Forschung und Übersetzung von neuartigen Einsichten in innovative Behandlungsstrategien für menschliche Krankheiten.

  • Der Deutsche Wissenschaftsrat empfahl dem UKE 1997 in seinem Bericht eine Restrukturierung der Gebäude und damit eine einhergehende Forschungs-Schwerpunktbildung.

    In einem Folgebericht im Jahr 2011 hat der Wissenschaftsrat den Erfolg des UKE bei der Reorganisation am UKE anerkannt. Mit der Umsetzung des UKE Gebäude-Masterplans in Form der Neubauten, Zentrales Universitätsklinikum (eröffnet 2009) und dem Forschungsgebäude, Campus Forschung I (eröffnet 2007), dem Lehrgebäude (eröffnet 2008) wurde die erfolgreiche Reorganisation für jedermann deutlich sichtbar.

    Der Bericht von 2011 empfahl, die entstandenen Forschungsschwerpunkte durch eine verstärke Vernetzung durch Kooperationen zwischen universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in und um Hamburg weiter zu vertiefen.
    Das UKE verfolgte diese Empfehlungen durch die Einrichtung eines gemeinschaftlichen Forschungsnetzwerks, dem NINHH, an dem Wissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, der Universität Hamburg und der kooperierenden Leibniz-Institutionen beteiligt sind. Durch die weitere Vernetzung der zwei etablierten Forschungsschwerpunkten des UKE, dem Zentrum für Entzündungen, Infektion und Immunität (C3i) und dem Hamburger Zentrum für Neurowissenschaften (HCNS) konnten Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen erfolgreich Förderprogramme wie FOGs, KFOs, SFBs, SPPs, der DFG, Fördergelder der Hansestadt Hamburg und der EU erfolgreich einwerben.

    Während die ersten Projekte nach wie vor weitgehend auf Neurowissenschaften oder der Immunologie ausgerichtet waren, basieren neuere geförderte Projekte auf 'kollaborativen Ansätzen zwischen Neurowissenschaftlern und Immunologen, die gemeinsam Interaktionen und Parallelen zwischen dem Immunsystem und dem Nervensystem untersuchen.
    Dazu gehört das Forschungsprojekt "Feto-Maternal Immune Cross Talk", welches initial durch das Bundesforschungsministerium und der Hansestadt Hamburg gefördert wurde und nun als klinische Forschungseinheit KFO 296 durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert wird.
    Ein weiteres Beispiel für eine erfolgreiche Forschungsfinanzierung von NINHH-Themen ist das kürzlich bewilligte Projekt „Network on sex dimorphism and immunity“.

  • Die NINHH vereint herausragende Kompetenzen im Bereich Neurowissenschaften und Immunologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), der Universität Hamburg und den angeschlossenen Leibniz-Institutionen. Wissenschaftler interagieren während eines jährlichen Rückzugs, Seminarreihen, projektspezifischer Initiativen und Konsortien sowie Mittagstisch-Treffen, um Projekte anzustoßen und voranzubringen.

    Die NINHH ist eng mit zwei etablierten Forschungszentren im UKE verbunden; dem Zentrum für Entzündung, Infektion und Immunität (C3i, gegründet 2008) und dem Hamburger Zentrum für Neurowissenschaften (HCNS, gegründet 2008).

    Das Kompetenznetz C3i im UKE verbindet Forschungsinstitute und klinische Abteilungen im UKE sowie weitere externe Kooperationspartner, die den Schwerpunkt auf Forschung und Behandlung von entzündlichen und infektiösen Krankheiten aufweisen. Ziel dieser Initiative ist es, die immunologischen Mechanismen zu identifizieren, die entzündlichen und infektiösen Krankheiten zugrunde liegen und neue Translationskonzepte für die Diagnose und Therapie zu entwickeln.

    Das HCNS bildet ein Netzwerk, das die neurowissenschaftlichen Aktivitäten am UKE von der molekularen Erforschung (elf Abteilungen) bis hin zur klinischen Forschung (sechs Einheiten) integriert. Die zahlreichen interdisziplinären Seminare, Workshops und Methodenkurse bieten ein stimulierendes Umfeld für den wissenschaftlichen Austausch junger Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen.

  • The Neuro-Immun-Netzwerk Hansestadt Hamburg

    Geförderte kollaborative Forschungsprojekte:

    2016-2020 The City of Hamburg funds a special research program (LFF-FV45) “Learning and decision making in complex biological systems” for five years.

    2013-2016-2019 A DFG-funded Priority Program (SPP1665) “Resolving and manipulating neuronal networks in the mammalian brain - from correlative to causal analysis” is running for seven years.

    2017-2019 A DFG-funded Priority Program (SPP 1937) “Innate Lymphoid Cells” is running for three years.

    2016-2019 A DFG-funded Collaborative Research Centre (SFB 1192) “Immune-mediated glomerular diseases“ is running for four years.

    2016-2019 A DFG-funded Transregional Research program (TRR169) “Cross-modal learning: adaptivity, prediction & interaction” is running for four years.

    2016-2019 A DFG-funded Research Unit (FOR2419) “Plasticity versus stability: Molecular mechanisms of synaptic strength” is running for four years.

    2011-2015-2019 A DFG Collaborative Research Centre (SFB936) “Multi-site communication in the brain” is running for nine years.

    2016-2018 A DFG-funded Clinical Research Unit (KFO306) “Primary sclerotizing cholangitis” is running for three years.

    2015-2018 A DFG-funded Clinical Research Unit (KFO296) “Feto-maternal immune crosstalk: Consequences for maternal and offspring’s health” is running for four years.

    2012-2015-2018 A DFG-funded Research Unit (FOR1805) “Ribosome dynamics in regulation of speed and accuracy of translation” is running for seven years.

    2010-2014-2017 A DFG-funded Collaborative Research Centre (SFB841) “Liver inflammation: infection, immune regulation and consequences” is running for eight years.