9. Dezember

Daddeln gegen Demenz

In Deutschland sind über eine Millionen Menschen von einer Demenz betroffen und die Tendenz ist steigend. Deshalb ist in den letzten Jahren das Interesse an nichtmedikamentösen Therapiemöglichkeiten von Demenz-Erkrankungen angestiegen. Erste wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass sich das Spielen von Videospielen positiv auf kognitive Leistungen (u.a. Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsleistungen) von gesunden, jungen Proband:innen auswirkt. Unter der Verwendung des bildgebenden Verfahrens der Magnetresonanztomographie (MRT) hat ein Forscherteam des UKE herausgefunden, dass das Spielen von Videospielen zu einer Volumenzunahme des Hippocampus führte. Dieses Phänomen, dass das Gehirn durch Training veränderbar ist, wird Neuronale Plastizität genannt. Der Hippocampus ist eine Struktur im Gehirn, die eine wichtige Rolle in Gedächtnisprozessen spielt und bei Patienten mit einer Demenzerkrankung frühzeitig verändert ist.

In einer aktuellen Studie untersuchen die UKE-Experten, ob das Spielen von Videospielen auch eingesetzt werden kann, um diese positiven Effekte bei Menschen mit einer Vorstufe einer Demenzerkrankung zu erreichen. Da der Spielspaß dabei eine wichtige Rolle spielt, wurde extra für diese Studie, ein Videospiel speziell für Senioren entwickelt. In dem Videospiel navigieren die Proband:innen einen Postboten durch ein virtuelles Dorf, um Pakete auszuteilen. Insgesamt werden 80 ältere Frauen und Männer untersucht, die entweder zwei Monate täglich mit dem Videospiel trainieren oder auf einem E-Book lesen. Der Vergleich der Gedächtnisleistungen und der MRT-Aufnahmen zu Beginn und am Ende der Studie erlaubt es festzustellen, ob das Training zu einer Volumenzunahme im Hippocampus führt und ob dies im Zusammenhang mit einer verbesserten Hirnleistung steht.