8. Dezember

Höhenluft bei Multipler Sklerose


In Deutschland leben ca. 240 000 Menschen mit Multipler Sklerose mit stetig steigender Anzahl in den letzten Jahrzehnten. Die Erforschung des positiven Effekts des Höhentrainings, gibt MS-Patient:innen berechtigte Hoffnung auf einen Behandlungsansatz.

Bei der chronisch voranschreitenden Form der Multiplen Sklerose stehen neurodegenerative Veränderungen im Vordergrund, gegen die es bislang keine Therapie gibt. Jetzt gibt es ein Konzept durch bestimmte Interventionen, die Widerstandsfähigkeit (Resilienz) der Nervenzellen mit Hilfe von Adaptationsprozessen zu verbessern. Ein Zielpunkt könnte dabei sein, eine Adaptation an einen Energiemangel und dadurch eine Verbesserung der Energiebereitstellung in Nervenzellen zu erreichen.

Die Anpassung an große Höhen mit niedriger Sauerstoffkonzentration (Hypoxie) geht mit erstaunlichen Anpassungsphänomenen des Energiestoffwechsels einher. Voruntersuchungen zeigen, dass ein kontrollierter Sauerstoffentzug, wie er beispielsweise beim Leben in den Bergen stattfindet, sich günstig auf den Energiestoffwechsel von Nervenzellen auswirken kann. Das könnte ein Behandlungsansatz bei chronischer Multiple Sklerose sein.

In einer vorausgegangenen Studie konnten wir bereits zeigen, dass eine kontrollierte Reduktion der Sauerstoffzufuhr durch Atmen an einem Hypoxie-Gerät für einen bestimmten Zeitraum, von MS-Patienten:innen gut vertragen wird. Zudem kam es durch die Intervention zu einer Verbesserung in bestimmten Gehstreckentestungen. Um die Langzeiteffekte der Intervention besser beurteilen zu können, planen wir nun den Patient:innen das Hypoxie-Gerät für mehrere Monate mit nach Hause zu geben, da dies für die Patient:innen deutlich komfortabler ist. Zudem soll ein Vergleich mit einer Placebointervention (Scheinintervention) erfolgen. Neben Sicherheits- und Verträglichkeitsdaten werden klinische, laborchemische und neurokognitive Untersuchungen als auch strukturelle und funktionelle Kernspinparameter adressiert.