19. Dezember

Psychologische Unterstützung für Angehörige auf der Kinderintensivstation


„Wird unser Kind überleben?“
„Wir würden auch ein behindertes Kind mit nach Hause nehmen …“
„Warum unser Kind?“
„Diese ganzen Kabel – das ist ja schrecklich!“
„Hat unser Kind Schmerzen?“


Diese Zitate spiegeln nur einen kleinen Teil der Sorgen und Ängste der Angehörigen von Patient:innen wieder, denen das multiprofessionelle Team der Kinderintensivstation K1a begegnet. Die allgemeinpädiatrische Kinderintensivstation im Kinder-UKE verfügt über insgesamt 12 Intensivbetten. Ausgelegt ist die Station für die Betreuung von bis zu 20 Patienten.

Neben der Versorgung von medizinischen Notfällen werden hier auch Patient:innen nach elektiven operativen Eingriffen behandelt. Dabei muss sich das Team sowohl unterschiedlichen medizinischen Herausforderungen als auch den emotionalen und psychischen Anforderungen der Angehörigen stellen.

Die Angehörigenbetreuung ist ein wichtiger Aspekt bei der ganzheitlichen, pflegerisch-medizinischen Patientenversorgung. Sie beinhaltet mehr als nur die reine Informationsweitergabe über den Patientenzustand. Insbesondere Eltern, deren Kind akut erkrankt ist und intensivmedizinische Versorgung benötigt, äußern Existenzängste und Sorgen um die Zukunft. So verschieden die Krankheitsbilder sind, die auf der Kinderintensivstation versorgt werden, so vielfältig sind auch die Sorgen, Ängste und Wünsche der Eltern. Die Priorität und Bedeutung dieser Bedürfnisse unterscheiden sich und sind sehr individuell. Infolgedessen muss auch eine bedarfsgerechte Unterstützung angeboten werden.

Das pflegerische und ärztliche Team bindet die Eltern situationsabhängig in die Betreuung der kleinen Patien:innen mit ein und hat stets ein offenes Ohr für ihre Sorgen und Anliegen. Auch wegen der limitierten zeitlichen Ressourcen ist das Team eher für medizinische als für psychologische Themen zuständig. Für Angehörige ist es manchmal besser, sich mit einer außenstehenden Person auszutauschen. Um eine ganzheitliche Versorgung der Patient:innen zu gewährleisten, ist in besonderen Situationen und bei langwierigen Krankheitsverläufen eine professionelle psychologische Unterstützung besser. Die Kinderintensivstation möchte deshalb einen psychologischen Dienst etablieren, durch den das Team unterstützt und den Eltern eine bedarfsgerechte psychologische Unterstützung angeboten wird.


"Er kannte genau den psychologischen Moment, an dem man nichts sagt."

(Oscar Wilde (1854-1900); Quelle: O. Wilde, Das Bildnis des Dorian Gray, 1890)