Dr. Simon Wiegert, 38, ist Biologe und arbeitet als Forschungsgruppenleiter im Zentrum für molekulare Neurobiologie (ZMNH). Er ist verheiratet und hat drei Kinder.

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Dr. Simon Wiegert
Forschungsgruppenleiter im Zentrum für molekulare Neurobiologie

„Forschung ist meine Leidenschaft. Ich möchte Dinge wirklich verstehen. Wie lernen wir Menschen, uns zu orientieren? Wie kommt es, dass wir uns an bestimmte Orte erinnern können? Welche Prozesse laufen dabei in unserem Körper ab? Werden Erinnerungen in den Nervenzellen selbst oder in den synaptischen Verbindungen zwischen den Nervenzellen gespeichert? Diesen und weiteren Fragen will ich gemeinsam mit meiner Forschungsgruppe auf den Grund gehen.


Ich bin jetzt seit 2012 im UKE. Für mich stand immer fest: Wenn ich mal in eine größere Stadt ziehe, dann nach Hamburg. Denn Hamburg ist einfach eine tolle Stadt. Und das UKE mit seinem Zentrum für molekulare Neurobiologie (ZMNH) ein sehr guter Forschungsstandort. Eine Klinik mit einem eigenen Grundlagenforschungszentrum findet man nicht überall. Als mein damaliger Chef eine Institutsdirektorenstelle hier im UKE angeboten bekam, entschied ich mich, auch nach Hamburg zu gehen.

Forschen geht mir unter die Haut. Im UKE kann ich ein Stück Zukunft mitgestalten.
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Forschen geht mir unter die Haut. Im UKE kann ich ein Stück Zukunft mitgestalten.

Meiner Ansicht nach ist Grundlagenforschung der Antrieb für alles. Durch sie können wir Zusammenhänge besser verstehen und an den Ursachen ansetzen. Wenn wir zum Beispiel wissen, wie bestimmte Signale an den Synapsen übertragen werden, lassen sich irgendwann vielleicht auch die Grundlagen neurodegenerativer Krankheiten wie Alzheimer besser verstehen. Da ist es natürlich toll, dass wir im UKE auch gleich die klinische Anbindung haben um mögliche Heilansätze zu erforschen.

Meine Forschung beschäftigt mich nicht nur während der Arbeitszeit, sie begleitet mich auch im Alltag. Das ist wie bei einem Künstler – die Leidenschaft ist das, was einen antreibt. Ich will mein Forschungsfeld weiter vorantreiben. Vielleicht muss man auch ein bisschen verrückt sein, um diese Leidenschaft für Grundlagenforschung zu haben. Ich genieße die Freiheit, die ich als Wissenschaftler habe. Ich kann mir meine Arbeitszeit frei einteilen und – in einem gewissen Rahmen – auch mein Wissenschaftsthema frei aussuchen. Wenn man dann auch noch feststellt, dass man auf dem richtigen Weg ist und die eigene Forschung erfolgreich verläuft, dann geht das echt unter die Haut.

So einen Moment hatte ich 2013, als wir einen tollen Erfolg in einem sehr modernen Forschungsfeld, der Optogenetik, erzielen konnten. Wir haben ein lichtempfindliches Molekül entwickelt, mit dem sich Nervenzellen im Gehirn gezielt an- und vor allem wieder abschalten lassen – quasi einen Lichtschalter für Nervenzellen. Das war ein sehr bewegender Moment, als ich die ersten Messungen durchführte und gesehen habe, dass das wirklich funktioniert. Für mich ist Forschung wie ein Teamsport. Wenn’s klappt, kann man sich gemeinsam freuen. Wenn sich Erfolge nicht so schnell einstellen, dann hat man ein Team, das einen unterstützt und aufmuntert.

Seit 2017 leite ich selbst eine Forschungsgruppe im ZMNH. Wir sind ein siebenköpfiges Team mit Kolleginnen und Kollegen aus Spanien, China, Mexiko, Kroatien, Italien und Deutschland. Die Arbeit in einem derart multikulturellen Team ist in vielerlei Hinsicht bereichernd. Wer als Forscher flache Hierarchien und ein ideales Forschungsumfeld sucht, ist meiner Meinung nach im UKE genau richtig.“

Mein Lieblingsplatz


„Ich habe mehrere Lieblingsorte in Hamburg. Einer davon ist das Falkensteiner Ufer. So ein Sandstrand direkt in der Stadt ist schon toll. Ich fahre dort gern allein mit dem Rennrad vorbei oder genieße es, gemeinsam mit meiner Familie am Wasser zu sitzen und Schiffe zu beobachten.

Ein weiterer Lieblingsort ist die Außenalster. Das ist schon etwas Besonderes, dieser See mitten im Herzen Hamburgs. Ich gehe dort regelmäßig laufen. Glücklicherweise kann ich das gut mit meiner Arbeit verbinden. Zum einen, weil das UKE eine zentrale Lage hat. Zum anderen, weil ich mir als Forscher die Arbeitszeit frei einteilen und somit die Freiheit nehmen kann, bei schönem Wetter auch mal eine Stunde um die Alster zu joggen. Dabei kann ich wunderbar abschalten und Energie tanken.

Ansonsten bin ich gern im Schanzenviertel unterwegs, weil es einfach ein cooles Umfeld bietet und ich es von zu Hause gut mit dem Fahrrad erreichen kann. Man kann dort sowohl tagsüber als auch abends hingehen, es ist immer was los und insgesamt gut sozial durchmischt. Außerdem kaufe ich gern Vinyl, und in der Schanze gibt es noch Plattenläden, in denen ich auch meistens fündig werde.“