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Jugend-Suchtstation

Die Jugend-Suchtstation im UKE (Ärztlicher Leiter: Prof. Dr. R. Thomasius) an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie hat am 1. Dezember 2008 den Betrieb aufgenommen. Sie dient der Sicherstellung stationärer kinder- und jugendpsychiatrischer und -psychotherapeutischer Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Problemen und Drogenkonsum. Die Therapie der Kinder und Jugendlichen erfolgt nach einem multimodalem Konzept (verschiedene Therapieformen und -ansätze ergänzen sich gegenseitig) in einem interdisziplinärem Team aus Ärzt(inn)en, Psycholog(inn)en, Pädagog(inn)en, Krankenpflegepersonal, Körper-, Musik- und Ergotherapeut(inn)en und Lehrer(innen).

Die strukturierte Behandlung unterteilt sich in fünf Phasen. Die Phase I (Entgiftung) und Phase II (Motivation) finden im Rahmen einer qualifizierten Entzugsbehandlung unter geschlossenen Bedingungen statt. Dabei stimmen die Kinder und Jugendlichen sowie deren Sorgeberechtigte zu, dass in dieser Phase zum besonderen Schutz der Kinder und Jugendlichen die Stationstür geschlossen bleibt und Ausgänge nur in Begleitung stattfinden.

Liegt eine ausgeprägte Gefährdung des Kindeswohls vor, kann in Ausnahmefällen mit einem familiengerichtlichen Beschluss auch gegen den Willen der Kinder und Jugendlichen geschlossen behandelt werden. Die Entzugsbehandlung wird durch Akupunktur und bei Bedarf psychopharmakologisch unterstützt. Der Förderung der Motivation zur Aufrechterhaltung der Abstinenz und Weiterbehandlung psychischer Störungen kommt schon hier besondere Bedeutung zu. Der qualifizierte Entzug dauert in der Regel zwischen zwei und vier Wochen.

Im Rahmen einer kinder- und jugendpsychiatrischen Behandlung weiterer psychischer Probleme (komorbide psychische Störungen) folgen Phase III (Begleitung), Phase IV (Stabilisierung) und Phase V (Verselbstständigung) auf der offenen Station. Die Dauer der Weiterbehandlung beträgt je nach den individuellen Erfordernissen zwischen acht und zwölf oder mehr Wochen.

Die psychotherapeutische Behandlung integriert kognitiv-behaviorale, verhaltenstherapeutische, psychodynamische und systemische bzw. familientherapeutische Elemente, die im Sinne einer indikationsgeleiteten Behandlung Anwendung finden und sowohl als Einzel- wie als Gruppentherapie angeboten werden. Alle Patient(inn)en werden über die gesamte Zeit ihrer Behandlung von einem/einer Bezugstherapeuten(in) betreut.

Ziel der Therapie ist es, individuelle Hintergründe der Suchtproblematik und weiterer psychischer Störungen bewusst und damit für Veränderung zugänglich zu machen. Aus kinder- und jugendpsychiatrischer Sicht wird abgewogen, ob eine psychopharmakologische Behandlung der komorbiden psychischen Störung in Abstimmung mit dem Patienten oder der Patientin sinnvoll erscheint. Pädagogisch erfolgt eine enge Begleitung durch einen/eine Bezugsbetreuer(in). Eine besondere Bedeutung kommt dem dialogischen Verhältnis zwischen Einzel- und Gruppenpsychotherapie einerseits und der erzieherischen Arbeit andererseits zu. Im Sinne des multimodalen Therapieansatzes und der interdisziplinären Arbeit im Team werden verschiedene komplementäre Therapieverfahren angeboten (z. B. Ergotherapie und kreatives Gestalten, Musiktherapie, Motopädie, Entspannungsverfahren, Akupunktur, Sporttherapie und physiotherapeutische Behandlung).

Im Rahmen des Klinikschulunterrichts wird erneut an die Schule herangeführt bzw. eine Berufsplanung in die Wege geleitet. Sozialpädog(inn)en kümmern sich im Bedarfsfall in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt um eine adäquate Unterstützung nach der Entlassung. Eine weitere ambulante Betreuung ist über die Drogen- und Alkohol-Ambulanz für Jugendliche, junge Erwachsene und deren Familien (DAA) möglich. In anderen Fällen können wir bei Bedarf in Anschlussmaßnahmen der Rehabilitation und Jugendhilfe sowie an niedergelassene Ärzte/innen oder Therapeut(inn)en weitervermitteln.

Weitere Informationen dazu finden Sie unter im Abschnitt Drogenambulanz.

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Letzte Änderung: Karsten Grzella, 06.01.2010

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