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Seit der Besetzung des damals bundesweit ersten Lehrstuhls für Onkologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) im Jahr 1979 blickt Hamburg auf eine lange Tradition in der interdisziplinären Krebsbehandlung zurück. Um den zunehmenden Anforderungen der Versorgung von Tumorpatienten auf höchstem Niveau gerecht zu werden, wurde Mitte 2007 das Universitäre Cancer Center Hamburg gegründet. Mit dem weiteren Ausbau der Strukturen, unter finanzieller Förderung durch Fakultät und Klinikum sowie durch die Unterstützung der Hubertus Wald Stiftung, ist es gelungen, 2009 als „Onkologisches Spitzenzentrum“ durch die Deutsche Krebshilfe zertifiziert zu werden.
Das Hubertus Wald Tumorzentrum - Universitäres Cancer Center Hamburg (UCCH) stellt die organisatorische Einheit aller an der Diagnostik, Therapie und Forschung von Tumorerkrankungen beteiligten Kliniken und Institute inner- und außerhalb des UKE dar: Neben den UKE-Einrichtungen haben sich bislang 8 Kliniken und 10 onkologische Praxen in der Metropolregion Hamburg dieser Netzwerkorganisation angeschlossen. Das Hubertus Wald Tumorzentrum vereint somit alle Bereiche der Onkologie im stationären und ambulanten Bereich. Tragende Säulen der interdisziplinären Zusammenarbeit sind die in Fachgruppen erarbeiteten eigenen Behandlungspfade, die verschiedenen Entitäten spezifischen Tumorkonferenzen und die Zentrale Anlaufstelle am UKE, in der sich Betroffene und Angehörige zur Erstvorstellung sowie zur Einholung einer Zweitmeinung vorstellen können. Darüber hinaus werden hier zahlreiche multidisziplinäre Spezialsprechstunden zu tumorspezifischen Fragen, aber auch zur Krebsfrüherkennung und Vorbeugung (Prävention), alternativen Behandlungsmethoden (Komplementärmedizin), Palliativmedizin und Psychoonkologie angeboten.
Durch Verbundprojekte und Kooperationen mit anderen Hamburger Einrichtungen werden erweiterte Forschungsressourcen geschaffen. Das Hubertus Wald Tumorzentrum koordiniert dabei die Vernetzung von Grundlagenforschung, translationaler und klinischer Forschung. Die Konzentration der Forschungsaktivitäten in einem Gebäude ermöglicht die effiziente Nutzung gemeinsamer "Core-Facilities“, d.h. von wissenschaftlichen Serviceeinrichtungen und Spezialgeräten; dies fördert den unkomplizierten arbeitsgruppen- und fachübergreifenden (Erfahrungs-) Austausch. Neun Forschungsnetzwerke zu einzelnen, auch in der Klinik Schwerpunkte bildenden Tumorentitäten wurden gegründet, die sich aus grundlagenwissenschaftlich und klinisch forschenden Wissenschaftlern zusammensetzen. Erkenntnisgewinne aus der biomedizinischen Grundlagenforschung können so rasch in die klinische Praxis, in neue Therapiestrategien oder diagnostische Möglichkeiten umgesetzt werden, und dies auch vice versa („from bench to bedside and back“).
Die Erprobung innovativer Behandlungsformen für Krebspatienten und die Therapieoptimierung im Rahmen klinischer Studien findet unter der Koordination einer fachübergreifenden Studienzentrale statt. Darüber hinaus ermöglicht das in Deutschland bisher einzigartige „Flying–Study-Nurse“-Konzept die Behandlung der Patienten innerhalb moderner klinischer Studien auch dann, wenn die Patienten, die nicht am Standort UKE selbst, sondern in den Praxen und Kliniken der Kooperationspartner behandelt werden.
Ein weiterer Schwerpunkt der Forschungstätigkeit des Hubertus Wald Tumorzentrums ist die Durchführung krebsepidemiologischer Studien zu Risikofaktoren von Krebserkrankungen, mit dem Ziel der Verbesserung von Konzepten für die Prävention. Das Hubertus Wald Tumorzentrum beteiligt sich hier an nationalen und internationalen Forschungsverbünden.
Weitere Schwerpunkte des Hubertus Wald Tumorzentrums liegen in der Durchführung von Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen für Patienten, Angehörige, Selbsthilfegruppen, ärztliche Mitarbeiter und Pflegepersonal.
Das Netzwerk des Hubertus Wald Tumorzentrums versteht sich somit als Vorreiter einer "State-of–the-Art"-Versorgung von Tumorpatienten sowie als Wissensplattform zur Vermittlung innovativer Diagnostik- und Therapiemodalitäten bei Krebserkrankungen.