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Modellstudiengang Medizin

Modellstudiengang Medizin

Der Modellstudiengang Medizin an der Universität Hamburg war ein - als Modellversuch - von der Bund-Länder-Kommission und der Hamburger Wissenschaftsbehörde gefördertes Projekt. Das Projekt bestand aus einem Ausbildungsteil (Medizinstudium nach den Prinzipien des Problemorientierten Lernens, POL) und einem Evaluationsteil (wissenschaftliche Begleitung und Bewertung des Projekts).

Im Ausbildungsteil hat der Fachbereich Medizin der Universität Hamburg jeweils 2 Kohorten von je 40 Studierenden (Studienbeginn WS 2001/02 und WS 2002/03) die Möglichkeit geboten, die ersten drei Jahre nach den POL Konzept des Problemorientierten Lernens zu studieren. Bei diesem Lernansatz wurde im Wochenrhythmus je ein medizinischer Fall bearbeitet, wobei die Perspektiven der Grundlagenfächer und der klinischen Fächer integriert wurden. Inhalte wurden also nicht konsekutiv und fachspezifisch vermittelt, sondern vernetzt und praxisorientiert gelehrt und gelernt. Den Studierenden wurde dabei stärker selbstbestimmtes Lernen ermöglicht, welches von koordinierten Lehrveranstaltungen unterstützt wurde.

Mit dieser Form des Studierens wurde an Erfahrungen ausländischer und deutscher Medizinfakultäten angeknüpft, die seit geraumer Zeit das Problemorientierte Lernen in den Mittelpunkt des Medizinstudiums stellen. Es sollte dadurch die oft kritisierte strikte Trennung von Vorklinik und Klinik schon im ersten Semester aufgehoben und eine enge Vernetzung der Unterrichtsinhalte der verschiedenen medizinischen sowie sozial- und naturwissenschaftlichen Fächer erreicht werden. Im Herbst 2005 wurde der Modellstudiengang mit der Abschlussprüfung der zweiten Kohorte beendet. Es werden somit keine Lehrveranstaltungen mehr im Modellstudiengang Medizin angeboten.

Im Evaluationsteil waren die MitarbeiterInnen des Modellstudiengangs Medizin seit Projektbeginn und bis Ende 2006 mit der wissenschaftlichen Auswertung des Modellprojektes befasst. Das vielseitige Evaluationskonzept verband quantitative und qualitative Forschungsansätze: Untersuchungsschwerpunkte waren die Perspektive der Studierenden, Leistungskriterien sowie die organisatorische Umsetzung des Modellprojektes. Auf diese Weise gaben die Ergebnisse ein sehr komplexes und umfassendes Bild des Modellstudiengangs wieder. Zum Beispiel wurden sowohl die Studierenden im Modellstudiengang als auch die Studierenden im Regelstudiengang über alle Semester zu Wissen, Motivation und Bewertung des Studiums befragt. Hinzu kamen Daten aus Prüfungen und aus Befragungen der Lehrenden. Mit diesen Daten sollen die Vor- und auch Nachteile eines problemorientierten Curriculums gegenüber dem Regelstudium empirisch untersucht werden. Die Ergebnisse werden in gesonderten Veranstaltungen sowie Publikationen und Berichten den externen Evaluatoren des Projekts, den Fakultätsmitgliedern, den Studierenden sowie den Förderern und weiteren Interessierten vorgestellt. Ein Abschlussbericht über die Evaluation des Modellprojekts liegt vor.

Mit der Einführung der neuen ÄAppO vom 27.06.2002 sind vom Fachbereich Medizin ab dem WS 2003/04 viele Elemente des Problemorientierten Lernens wie  Interdisziplinarität, Kleingruppenstudium, Problemorientiertes Lernen und Fallorientierung in das reformierte Regelstudium (Medizin I und Medizin II) übernommen worden. Insofern hat der Modellversuch seine Aufgaben in der innovativen Reform der medizinischen Ausbildung an der Universität Hamburg erfüllt.

Eine genaue Darstellung des Projekts und die Darstellung der Evaluation mit Ergebnissen finden sich im Abschlussbericht, der auf dieser Seite rechts abrufbar ist.

 

 

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Letzte Änderung: Aenne Meike Böthern, 18.01.2007