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Mirjam Gerhard unterrichtet seit drei Jahren Yoga am UKE.
"Ein Gramm Praxis ist besser als eine Tonne Theorie" - diesen Spruch eines Yoga-Meisters führt Mirjam Gerhard gerne an, wenn es darum geht, den inneren Schweinehund zu besiegen. Die 31-Jährige macht seit 14 Jahren Yoga und unterrichtet die 3000 Jahre alten Übungen aus Indien für Körper, Geist und Seele (Asanas) seit drei Jahren am UKE. Yoga dehnt und kräftigt die Körperstrukturen. Mit Yoga könne man sowohl abschalten als auch Energie aufladen, so Mirjam Gerhard. Viel Zeit müsse gar nicht aufgewendet werden. Zehn Minuten täglich wären schon ein guter Start. Vor Kurzem hat ihr neuer Anfängerkurs begonnen, Anfang Oktober startet der nächste. Einige Yoga-Übungen können Sie aber sogar zuhause für sich schon einmal ausprobieren:
Gleichgewicht und Konzentration werden durch den "Baum" gestärkt. "Am besten stellen Sie sich vor, Ihr Fuß sei im Boden verwurzelt", rät Mirjam Gerhard. Am einfachsten ist es, den Fußballen des einen Fußes auf dem anderen abzustellen. Fortgeschrittene legen die Fußsohle (wie auf dem Foto links zu sehen) ans andere Bein und drehen das Knie des angehobenen Beines nach außen. Die Augen fixieren einen Punkt. Die Handflächen pressen aktiv gegeneinander. Das hilft beim Zentrieren und dem Aufbau der Körperspannung. Es gilt die einfache Regel: "Wer sich nicht konzentriert, fällt um!"
Bei der "Kobra" (unteres Foto) liegt die Stirn zunächst auf dem Boden und die Hände liegen unter den Schultern. Dann hebt man Kopf und Brustkorb. Die Schulterblätter ziehen nach hinten unten und das Steißbein wird in Richtung Boden gedrückt. Durch diese Übung wird die Rückenmuskulatur gestärkt und der Unterleib massiert. "Das ist gut gegen Regelschmerzen. Außerdem wird die Verdauung angeregt", so die Yogalehrerin. Wichtig sei generell, nicht mit vollem Bauch Yoga zu machen.

Zum Schluss noch eine Übung, die einen beruhigt: Als erstes klappt man Mittel- und Zeigefinger ein (linkes unteres Foto). Aus Daumen und Ringfinger formt man eine Nasenklammer. Dann verschließt man mit dem Daumen das rechte Nasenloch (mittleres Foto) und atmet dann links acht Sekunden lang aus, danach auf der gleichen Seite vier Sekunden wieder ein. Dann wechselt man, verschließt mit dem Ringfinger das linke Nasenloch (rechtes Foto) und atmet rechts acht Sekunden lang aus, danach auf der gleichen Seite vier Sekunden lang ein. Wer diesen Zyklus mindestens vier Runden ausführt, wird schon einen Effekt auf das Nervensystem spüren. Die Übung entspannt und wirkt ausgleichend, gibt einem aber auch Energie und fördert die Konzentration!

Man sollte mindestens eine Stunde vorm Üben nichts essen. Die Stellung soll fest und bequem sein: Dehnungsgefühl ist okay, bei Schmerzen oder Schwindelgefühl die Stellung verlassen. Tief atmen, um sich während der Übung zu entspannen. Zwischen und nach dem Halten den Körper auf dem Rücken liegend entspannen. Die Stellungen sollten alle mindestens fünf Atemzüge lang gehalten werden. "Je länger, desto mehr Ruhe kommt hinein und desto ausgeglichener wird man", sagt Mirjam Gerhard. Sie macht am liebsten morgens Yoga: "Danach habe ich mehr Geduld und Konzentration. Das merken auch meine Patienten", sagt die Physiotherapeutin, die in der Psychiatrie und Dermatologie arbeitet. In ihren Kursen seien vom Arzt über die Verwaltung bis zur Pflegekraft alle möglichen Berufssparten aus dem UKE vertreten: "Yoga ist Zeit, die man sich nur für sich nimmt- zum Auftanken - und das ist für jeden wichtig!"