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Pressemittteilung vom 23. Feburar 2012

UKE-Studie: Zirkulierende Tumorzellen ermöglichen Prognose für Therapieerfolg bei fortgeschrittenem Prostatakarzinom

Prostatakrebs wird manchmal erst so spät entdeckt, dass er nicht mehr erfolgreich behandelt werden kann. Jenseits der klassischen Hormonentzugstherapie kann Männern mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom jetzt mit neuen antihormonell aktiven Medikamenten geholfen werden. Das hat eine Studie der Martini-Klinik des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) bestätigt. Mithilfe im Blut zirkulierender Tumorzellen konnten die Wissenschaftler um Priv.-Doz. Dr. Thomas Steuber, Leitender Arzt an der Martini-Klinik, schneller als bisher erkennen, ob die medikamentöse Therapie Erfolg versprechend verläuft oder nicht.

An der Studie nahmen rund 40 Patienten aus der Martini-Klinik mit einem fortgeschrittenen Prostatakarzinom teil. "Diesen Männern konnte bisher nur sehr unbefriedigend geholfen werden, weil die Tumorzellen in diesem Stadium nicht mehr auf den Entzug der männlichen Geschlechtshormone reagieren und hormonunabhängig wachsen", erklärte Dr. Steuber beim Deutschen Krebskongress in Berlin. Er und sein Team untersuchten, inwiefern ein neues Medikament mit dem Wirkstoff Abirateron hormonelle Prozesse hemmen und somit das Krebswachstum in der Prostata aufhalten kann. Dabei zeigte sich, dass die neue Hormontherapie die Lebenszeit verlängern, die Beschwerden lindern und damit die Lebensqualität erheblich verbessern kann.

Zirkulierende Tumorzellen sind PSA-Wert überlegen
Besonderes Augenmerk richteten die Wissenschaftler dabei auf Tumorzellen, welche im Blut zirkulieren. "Wir hoffen, künftig anhand der zirkulierenden Tumorzellen schneller abschätzen zu können, wie wirkungsvoll eine Therapie ist", sagte Dr. Steuber. Bei der Messung des so genannten PSA-Wertes dauere es bis zu zwölf Wochen, bis sich ein Therapieerfolg feststellen lässt. "Mithilfe der zirkulierenden Tumorzellen können wir innerhalb von drei bis fünf Wochen sehen, ob die Behandlung anschlägt."

Den zirkulierenden Tumorzellen kommen die Mediziner mithilfe einer Blutprobe auf die Schliche: Diese wird mit Antikörpern angereichert, die wiederum mit magnetischen Eisenpartikeln verbunden sind. Beim Filtern der Blutprobe durch eine Säule, in der ein starkes Magnetfeld herrscht, bleiben die Eisenpartikel samt Tumorzellen hängen. Durch die so gefundenen Tumorzellen können Mediziner Rückschlüsse auf den Therapieerfolg ziehen: Je niedriger der Tumorzellenwert ist, desto besser schlägt die Therapie an und desto besser ist die Prognose.

Die Studie, an der bundesweit 16 Prüfzentren teilnehmen, ist Teil eines so genannten Härtefallprogramms, welches vom Bundesamt für Arzneimittel bewilligt wurde, um betroffenen Männern das neue Medikament schnellstmöglich zugängig zu machen.

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Letzte Änderung: Sonja Puhl, 01.03.2012