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Pressemitteilung vom 19. August 2010

SFB 841: Neue Strategien gegen Hepatitis, Zirrhose und Leberkrebs

Der neue Sonderforschungsbereich 841 "Leberentzündung: Infektion, Immunregulation und Konsequenzen" (SFB 841), gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), ermöglicht Leberforschung auf höchstem wissenschaftlichen Niveau. 20 Projektgruppen mit 30 Projektleitern, insgesamt etwa 100 Wissenschaftler, untersuchen die Themen Schädigung, Regeneration, Entzündung und Krebsentstehung der Leber interdisziplinär, konzentrierter Expertise und in enger Verbindung von Grundlagenforschung mit Klinischer Forschung. Prof. Dr. Ansgar W. Lohse, Sprecher und Initiator des SFB 841: "Wenn wir die Entzündungsprozesse der Leber verstehen, können wir daraus neue Ansatzpunkte zur Behandlung von Hepatitis, Leberzirrhose und Leberkrebs ableiten. Und darüber hinaus: Die Erkenntnisse zur Entzündung der Leber lassen sich auch auf andere Organe und Krankheiten übertragen." Prof. Dr. Jörg F. Debatin, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKE: "Die Förderung des SFB 841 durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bestätigt, dass wir am UKE über ausgezeichnete Voraussetzungen und herausragende Forscher verfügen, um exzellente wissenschaftliche Ergebnisse zu erzielen."

Entzündungen - heilsam und gefährlich: Auf schädigende Einflüsse reagiert die Leber mit Entzündungsprozessen. Sie dienen einerseits der Regeneration, können aber auch zu chronischer Erkrankung führen. Der wissenschaftliche Sekretär des SFB 841, Priv.-Doz. Dr. Johannes Herkel, erklärt: "Wir wollen die molekularen ,Schalter' identifizieren, die eine reparierende Entzündung in eine schädigende verwandelt und umgekehrt. Dieses Wissen lässt sich dann einsetzen für neue, sehr zielgenaue The-rapien."
Nachwuchs fördern: Hochkarätige Forschung braucht exzellente Wissenschaftler. Der SFB 841 för-dert den wissenschaftlichen Nachwuchs. In dem integrierten "Graduiertenkolleg Entzündung und Regeneration" werden derzeit 30 Doktorandinnen und Doktoranden der Medizin und Naturwissenschaf-ten betreut. Prof. Dr. Gisa Tiegs, die das Graduiertenkolleg des SFB leitet: "Unsere Promovierenden können sich hier zu selbständigen Wissenschaftlern entwickeln. Auch der SFB profitiert, denn sie sorgen für neue Impulse und halten den wissenschaftlichen Austausch zwischen uns lebendig."

Hintergrund: Die Leber als zentrales Stoffwechselorgan ist wegen seiner vielfältigen und komplexen Aufgaben im Körper nicht künstlich ersetzbar und noch immer gibt es bei vielen chronischen Lebererkrankungen keine zufriedenstellenden Therapien. Leberentzündungen sind sehr häufig, z.B. sind weltweit über 500 Millionen Menschen an einer Virushepatitis erkrankt, was damit die häufigste chronische Infektion ist. Immer spielen dabei Entzündungen eine entscheidende Rolle. Der Sonderforschungsbereich wird in den nächsten vier Jahren mit 10 Millionen Euro gefördert. Die Förderung kann bis auf insgesamt zwölf Jahre verlängert werden.

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Letzte Änderung: Christine Jähn, 25.08.2010