Live-Operationen stehen im Zentrum des "International Meeting on Reconstructive Urology" (IMORU V), das vom 3. bis zum 5. März 2010 im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) stattfindet. Die rund 200 Wissenschaftler kommen aus 33 Ländern nach Hamburg-Eppendorf, um von weltweit renommierten Experten der plastischen rekonstruktiven Urologie zu lernen. Im UKE kann aufgrund des neuen Hörsaalgebäudes Campus Lehre erstmals in der Geschichte des UKE ein solch großer Kongress stattfinden.
"Wir freuen uns sehr, dass das neue Hörsaalgebäude Campus Lehre es uns ermöglicht, diesen weltweit renommierten Kongress hier im UKE auszurichten", sagt Kongresspräsidentin Prof. Dr. Margit Fisch, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Urologie des UKE. "Wir heißen die internationalen Teilnehmer dieses renommierten Fachkongresses im UKE herzlich willkommen", sagt Prof. Dr. Jörg F. Debatin, Vorstandsvorsitzender und Ärztlicher Direktor des UKE. Die teilweise roboter-gestützten Operationen werden in Operationssälen des Neuen Klinikums durchgeführt und live auf Leinwände in den Campus Lehre übertragen. Zeitgleich werden laparoskopische und offene Operationen gezeigt. Dies gibt den Zuschauern die Gelegenheit, die Methoden zu vergleichen und die persönlichen Tipps und Tricks der weltbesten Operateure ihrer Fachgebiete zu sehen.
Im Rahmen des Kongresses wird beispielsweise ein robotergestützter, minimal invasiver Eingriff live gezeigt, bei dem ein Tumor aus einer Niere entfernt und die Niere dabei erhalten bleibt. Die neue Technik und die heute durch den zunehmenden Einsatz des Ultraschalls in den Praxen frühere Erkennung dieser Tumoren, kann in Abhängigkeit von der Lage und Größe, bei einigen Patienten der Tumor entfernt und die Niere erhalten bleiben. Das Nierenzellkarzinom ist der dritthäufigste urologische Tumor. 5 bis 8 von 100 000 Männern sind betroffen.
Eines der weiteren Kongressthemen ist die Harnröhrenchirurgie. Die häufigste Ursache von Harnröhrenengen sind frühere Kathetereinlagen und nicht erinnerliche Bagatellunfälle ("als Kind mit dem Damm auf die Fahrradstange gestürzt"). Methode der Wahl bei längeren Engen ist heute die freie Transplantation von Mundschleimhaut in die Harnröhre. Die Erfolgsquoten liegen über 80 Prozent auch im Langzeitverlauf.
Der Kongress endet am 5. März 2010.