Am 12. und 13. Februar 2010 findet ein Kongress für Neugeborenenchirurgie im Altonaer Kinderkrankenhaus (AKK) in Hamburg statt. Es werden die Hintergründe und aktuellen Behandlungsstandards verschiedener kongenitaler Fehlbildungen und Krankheitsbilder in der Neugeborenenperiode interdisziplinär vorgestellt und mit Experten diskutiert. Im Fokus stehen dabei: Zwerchfellhernien, Chirurgie am Ungeborenen, Bauchwandhernien, Minimal invasive Chirurgie bei Neugeborenen, Steißbeinteratome, Analatresien, Ösophagusatresien, Morbus Hirschsprung und NEC (Nekrotisierende Enterokolitis).
Angeborene Fehlbildungen sind trotz aller medizinischen Fortschritte oft mit einer ernsten Prognose verbunden. Um diese kleinsten Früh- und Neugeborenen optimal zu behandeln, ist vor Ort das Zusammenspiel verschiedener erfahrener Spezialisten erforderlich. Nur an wenigen Zentren in Deutschland sind hoch spezialisierte Ärzteteams bestehend aus Kinderradiologen, Kinderanästhesisten, Pränataldiagnostikern, erfahrenen Kinderchirurgen, Neonatologen, Intensivmedizinern und anderen auf diese komplexen Therapien vorbereitet. Da jede einzelne der angeborenen Fehlbildungen selten vorkommt, verfügen auch nur große Zentren über hohe Fallzahlen und die entsprechende Erfahrung. Der Kongress bietet Kinderchirurgen die Gelegenheit, sich mit Spezialisten aus ganz Deutschland und dem Ausland auszutauschen, und über neue Behandlungsstrategien zu diskutieren.
Dr. Katharina Wenke, leitende Ärztin der Abteilung für Kinderchirurgie des AKK und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), steht dem Kongress gemeinsam mit Dr. Ina Ridderbusch, Oberärztin der Klinik für Kinderchirurgie des UKE vor. Dr. Wenke legt großen Wert auf die Einbeziehung der Eltern: "Die Verdachtsdiagnose einer angeborenen Fehlbildung bei dem ungeborenen Kind ist für die werdenden Eltern oft ein großer Schock. Daher beginnt die Behandlung meist mit einem Gespräch lange bevor das Kind zur Welt kommt und endet nach Abschluss der stationären Behandlung, an die sich oft eine weitere ambulante Begleitung anschließt." Daher haben bei dem Kongress für Neugeborenenchirurgie auch interessierte und engagierte Eltern die Möglichkeit, Experten zu treffen.