Heute wurde der europaweit erste Brennstoffzellen-Hybridbus auf einem Klinikareal in Betrieb genommen. Der beliebte Shuttle-Bus auf dem Gelände des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) fährt ab sofort Patienten und Besucher umweltfreundlich und schadstofffrei zum jeweilig gewünschten Ziel. Das UKE verstärkt damit sein Engagement im Klima- und Gesundheitsschutz. Unterstützt wird das auf vier Jahre ausgelegte Projekt mit Fördermitteln des Nationalen Innovationsprogramms (NIP) Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie des Bundesministeriums Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung und der Stadt Hamburg.
"Modernität und Menschlichkeit beinhalten auch klimabewusstes Handeln" erklärte Prof. Dr. Jörg F. Debatin, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKE das Engagement der Uniklinik. "Wir nutzen in Diagnostik und Therapie modernste Technologien für unsere Patienten, da gehört es auch dazu, modernste umweltschonende Technologien der Energienutzung zu verwenden. Der Stadt Hamburg und dem Nationalen Innovationsprogramm danken für die finanzielle Unterstützung, die uns dies ermöglicht."
Dr. Stephan Hugo Winters, Staatsrat der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, sagte: "Auf ein Krankenhausgelände passt ein emissionsfreier Bus besonders gut. Es freut mich, dass das UKE auch auf diesem Gebiet voran geht. Das UKE, das Bundesverkehrsministerium, hySOLUTIONS und die Freie und Hansestadt Hamburg haben gut zusammengearbeitet, um das möglich zu machen."
"Bei dem Vorhaben handelt es sich um ein wunderbares Projekt für den Einsatz einer Brennstoffzelle. Der leise und emissionsfreie Betrieb des Brennstoffzellenbusses ergänzt sich optimal mit dem Auftrag des UKE Menschen gesund zu machen" so Heinrich Klingenberg, Geschäftsführer der hySOLUTIONS GmbH, die das Projekt begleiten.
Hinter der Förderung des Busses seitens des NIP der Bundesregierung und des Klimaschutz-programms der Stadt Hamburg stehen ambitionierte Ziele. So wird im NIP unter anderem untersucht, ob Wasserstoff als Kraftstoff im Verkehrsbereich in näherer Zukunft einen wertvollen Beitrag zur Schonung der Umwelt und zur Schaffung zukunftsfähiger Arbeitsplätze in Deutschland leisten kann. Den beteiligten Wissenschaftlern auf Herstellerseite bietet das Projekt die Möglichkeit zu einer Reihe von Tests. Sie wollen zum Beispiel ergründen, wie sich die Antriebstechnik des Busses auf kurzen Fahrstrecken mit vielen Haltepunkten verhält. Das ist typisch für die Shuttle-Strecke am UKE.
Der Shuttle hält an den ausgewiesenen Haltestellen auf dem Gelände sowie auf Wunsch auch dazwischen. Auf der Rückseite der UKE-Lagepläne findet sich die Route des Busses. Er verkehrt montags bis freitags von 8.00 bis 17.00 Uhr und samstags, sonntags und an Feiertagen von 10.00 bis 17.00 Uhr im 15-Minuten-Takt, die Fahrt ist kostenfrei.
Bei dem Bus handelt es sich um ein Brennstoffzellen-Hybridfahrzeug des Herstellers Hydrogenics aus Gladbek. Der Wasserstoff wird in Druckgastanks unter dem Dach des Busses gespeichert. Von dort wird er zum Brennstoffzellensystem geleitet. In der Brennstoffzelle reagieren Wasserstoff und Sauerstoff unter Verwendung einer hochsensiblen Membran, einer Polymer-Exchange-Membrane (PEM). Als Ergebnis dieser chemischen "kalten Verbrennung" entstehen Strom und Wasserdampf. Der in der Brennstoffzelle erzeugte Strom versogt die Antriebssysteme des Busses.
Der Bus an sich fährt elektrisch. Der Wasserstoff wird mit zertifiziertem grünem Strom produziert, so dass auch der Treibstoff des Busses umweltfreundlich hergestellt wird. Großer Vorteil des Wasserstoffantriebs: Der Bus stößt keine Schadstoffe aus, die Umwelt oder Gesundheit schädigen. Im Gegensatz zu Benzin- oder Dieselfahrzeugen entweichen weder Rußpartikel noch Kohlendioxid oder Stickoxide. Weiterer Pluspunkt: Das Fahrzeug ist sehr leise unterwegs, da es kaum Motorgeräusche erzeugt. Wasserstoff ist das häufigste chemische Element in unserem Universum. Es ist farblos, geruchlos, leichter als Luft und ungiftig. Seit einigen Jahren laufen vor allem in Europa Pilotprojekte, bei denen das Element als Treibstoff für Fahrzeuge dient. In Deutschland ist Hamburg einer der Vorreiter beim Einsatz dieser zukunftsweisenden Technologie.
Bus
Antrieb
Tankstelle
Hersteller
Einbau der Wasserstofftechnik: Hydrogenics GmbH
Lieferung des Wasserstoffes, Stellen der mobilen Tankstelleneinheit: TMG