Junge Menschen, die ihre Computer- und vor allem Internetnutzung nicht mehr kontrollieren können, finden an der Drogen- und Alkoholambulanz für Jugendliche, junge Erwachsene und deren Familien (DAA) im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) eine kompetente Behandlung und Beratung. Unter der Leitung von Prof. Dr. Rainer Thomasius arbeitet das Drogenambulanz-Team seit gut 3 Jahren mit dieser Patientengruppe. Um der kontinuierlich steigenden Nachfrage gerecht zu werden, bietet die Drogenambulanz nun ein neues, zusätzliches Angebot in Form einer "PC-Sprechstunde".
Diese Sprechstunde richtet sich an junge Menschen - meist zwischen 12 und 20 Jahren - deren Internet- oder Computergebrauch so exzessiv wurde, dass er ein Problem für sie darstellt und mit negativen Folgen verbunden ist. Die erste Kontaktaufnahme erfolgt durch einen Telefonanruf im Sekretariat der Drogenambulanz (Gisela Krause Telefon 040 - 7410 - 54217). Dort kann man Termine für die PC-Sprechstunde mit den Diplom-Psychologen Bettina Moll und Holger Spieles vereinbaren. Die Kosten für Beratung und Behandlung tragen in aller Regel die Krankenkassen.
Manche Eltern von Kindern mit einer ausgeprägten Computer- oder Internetnutzung fragen sich, ob ein sozialer Rückzug ihres Kindes, größer gewordene Schulprobleme, Konflikte und Streiterei nicht von einer "Online-Sucht" herrühren können. Auch sie sind in der PC-Sprechstunde willkommen. Therapeutin Bettina Moll: "Oft machen gerade Eltern den ersten Schritt! Wir entwickeln mit ihnen Wege, wie sie ihr Kind motivieren können, zu uns in die Drogenambulanz zu kommen."
Es wird geprüft, wie ausgeprägt die problematische Computer- oder Internetnutzung vorliegt und welche Behandlungsschritte die besten sind. Eine gute Möglichkeit ist das Gruppenprogramm "Lebenslust statt Online-Flucht!", das seit 3 Jahren an der Drogenambulanz läuft und von Mitarbeitern der Drogenambulanz entwickelt wurde. Das Programm umfasst acht wöchentliche Termine à 90 Minuten. Ziel ist, einen kompetenten Umgang mit Internet und PC zu lernen, soziale Kompetenzen zu stärken sowie alternative Freizeitaktivitäten zu planen.
Die Wirksamkeit des Programms wird aktuell wissenschaftlich evaluiert. Die Drogenambulanz wird dabei durch den gemeinnützigen Verein "Hamburg macht Kinder gesund" unterstützt. Professor Dr. Rainer Thomasius: "Der sehr hohe Anteil an Personen, die das Programm erfolgreich abschließen, spricht schon jetzt dafür, dass unser Behandlungsangebot die jungen Patienten auf angemessene Art und Weise unterstützt."
Drogen- und Alkoholambulanz für Jugendliche, junge Erwachsene und deren Familien (DAA)
Prof. Dr. Rainer Thomasius
(040) 7410-522 06
thomasius@uke.uni-hamburg.de