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| Home > Medien > Pressemitteilungen 2009 > Neuer Impfstoff gegen die Neue Grippe ("Schweinegrippe") entwickelt - Probanden gesucht
Pressemitteilung vom 4. August 2009

"Schweinegrippe": UKE beteiligt sich an Impfstoffstudien - Probanden gesucht

Es wurde ein Impfstoff entwickelt, der ähnlich zusammengesetzt ist wie herkömmliche Grippeimpfstoffe und ausschließlich nicht vermehrungsfähige Komponenten des neuen Subtyps A/H1N1 enthält (monovalenter Impfstoff).

Der neue Impfstoff wird an gesunden Probanden im Rahmen einer multizentrischen Studie an der Bernhard-Nocht-Ambulanz des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf geprüft. Jeder Studienteilnehmer erhält zunächst zwei Impfungen gegen diese Variante des A/H1N1 sowie nach einem Jahr eine Auffrischimpfung.
 Eine Teilnahme an der Studie umfasst einschließlich der Nachuntersuchungen fünf Besuchstermine im Studienzentrum und fünf Telefoninterviews. Bei den fünf Besuchen an unserem Zentrum wird jeweils eine Blutprobe abgenommen, um die Immunantwort auf die Impfung beurteilen zu können. Es wird eine entsprechende Aufwandsentschädigung für Fahrtkosten gezahlt.

Als Nebenwirkungen dieses neuen Grippeimpfstoffes ist zu erwarten, dass es ähnlich wie bei herkömmlichen Grippeimpfstoffen gelegentlich innerhalb von 1 bis 3 Tagen an der Impfstelle zu leichten Schmerzen, Rötung und Schwellung, seltener zu Verhärtungen und Schwellung der zugehörigen Lymphknoten kommt.
Dieser Impfstoff soll in der aktuellen Pandemie angewandt werden.

Bei Interesse an einer Studienteilnahme ist eine Registrierung möglich per Email an studien@bni-hamburg.de. Es sollten Name, Vorname Geburtsdatum und auch eine Telefonnummer (Festnetz und/oder Mobiltelefon) angegeben werden.

Die bisherigen Grippeimpfstoffe
Die wirksamste vorbeugende Maßnahme gegen Grippe ist die Schutzimpfung, die jährlich, vorzugsweise in den Monaten zwischen September und November, durchgeführt werden sollte. Gesunde Menschen sind dadurch bis zu 90% geschützt. In der älteren Bevölkerung (ab ca. 60. Lebensjahr) ist die Schutzrate geringer. Gegenwärtig wird in Deutschland die Grippeprophylaxe ausschließlich mit inaktivierten, nicht vermehrungsfähigen Impfstoffen durchgeführt. Diese enthalten in der Regel drei verschiedene Grippe-Stämme (trivalenter Impfstoff), welche die überwiegende Mehrzahl der Grippe-Erkrankungen beim Menschen verursachen.
Als Nebenwirkungen der Grippe-Impfungen kommt es gelegentlich innerhalb von 1-3 Tagen an der Impfstelle zu leichten Schmerzen, Rötung und Schwellung der zugehörigen Lymphknoten. Komplikationen wie allergische Reaktionen an Haut und Bronchialsystem sind sehr selten.

Die Neue Grippe
Die Neue Grippe ("Schweinegrippe", "Mexikanische Grippe", "Nordamerikanische Grippe") ist eine Influenza-Erkrankung, die durch eine neue Variante des Influenza-Virus-Subtyps "A/H1N1" verursacht wird. Diese Variante ist aus bestehenden Schweinegrippeviren entstanden und sie wurde im April 2009 entdeckt. Zu dieser Zeit ist in Mexiko eine ungewöhnlich starke Grippewelle durch diese neue Virusvariante hervorgerufen worden. In den folgenden Wochen kam es zu einer schnellen, weltweiten Verbreitung.
Bis Ende Juli 2009 wurden der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf mehr als 150.000 Fälle von Infizierten gemeldet. Die wirklichen Fallzahlen werden deutlich höher geschätzt. In Deutschland wurde bis Anfang August bei mehr als 7.000 an Grippe erkrankten Menschen diese Variante des A/H1N1-Virus nachgewiesen.
Die Ansteckung mit dem neuen Grippevirus erfolgt - wie bei der "gewöhnlichen" Grippe - über Tröpfchen von Mensch zu Mensch. Das Virus hat sich bereits weltweit ausgebreitet (Pandemie). Deshalb hat die WHO am 11. Juni 2009 die Stufe 6 (die höchste Stufe der Pandemie-Warnstufe) ausgerufen.

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Letzte Änderung: Christine Jähn, 04.08.2009