| Home >
Medien >
Pressemitteilungen 2005 > Pressemitteilung vom 18. Juli 2005
Pressemitteilung vom 18. Juli 2005
UKE: Europäische Union fördert Projekt zu "schlafenden" Tumorzellen mit 4,2 Mio. Euro
Mit 4,2 Mio. Euro fördert die Europäische Union (EU) ein vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) koordiniertes Projekt zur Diagnose und Behandlung so genannter disseminierter ("schlafender") Tumorzellen. 14 europäische Einrichtungen beteiligen sich an dem auf drei Jahre angelegten Projekt; die Leitung hat Prof. Dr. Klaus Pantel, Direktor des Instituts für Tumorbiologie des UKE. Von der Gesamtfördersumme erhält das UKE 670 000 Euro und das Heinrich-Pette-Institut an der Universität Hamburg 330 000 Euro.
Disseminierte Tumorzellen werden dafür verantwortlich gemacht, dass Patienten mit soliden Tumoren Jahre nach einer scheinbar erfolgreichen Behandlung plötzlich Metastasen entwickeln. Mit bildgebenden Verfahren konnten diese verborgenen Tumorzellen jedoch bisher nicht nachgewiesen werden.
Den UKE-Wissenschaftlern war es in zehnjähriger Forschungsarbeit gelungen, eine Methode zu entwickeln, um die verborgenen Krebszellen im Knochenmark aufzuspüren. Mit diesem Verfahren kann eine einzelne Tumorzelle zwischen zwei Millionen gesunder Knochenmarkzellen nachgewiesen werden. Zudem hatten die Forscher belegen können, dass bei Patienten mit disseminierten Tumorzellen die Wahrscheinlichkeit, einen Rückfall zu erleiden, gegenüber anderen Patienten deutlich erhöht ist.
In dem EU-Projekt sollen die biologischen Mechanismen, die zu Entstehung, Ausbreitung und Wachstum disseminierter Tumorzellen führen, erforscht und die unterschiedlichen Zellen genauer nach biochemischen Merkmalen und Veränderungen des Erbmaterials untersucht werden. Ziel ist es, das von den UKE-Forschern entwickelte Nachweisverfahren zu verfeinern und zu vollautomatisieren sowie Ansatzpunkte für neue und gezieltere Therapien zu finden.
Aussagen über Behandlungserfolg und Krankheitsprognose könnten dann noch präziser und individuell getroffen werden. Vielen Patienten könnten zudem nebenwirkungsreiche Behandlungsverfahren erspart werden.
© Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf,
ImpressumLetzte Änderung:
, 08.08.2005