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| Home > Zentren > Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (ZMK) > Poliklinik für Zahnerhaltung und Präventive Zahnheilkunde > Geschichte

Geschichte

Die Geschichte der Poliklinik für Zahnerhaltung und Präventive Zahnheilkunde geht zurück in das Jahr 1919, als kurz nach Gründung der Universität Hamburg den Forderungen von 47 Studenten nach Gründung eines Zahnärztlichen Institutes durch die Hamburger Bürgerschaft nachgegeben wurde. In sechs bestehenden Baracken des Eppendorfer Krankenhauses entstand das Zahnärztliche Universitätsinstitut mit Zahnärztlicher Chirurgie, Konservierender Abteilung, klinischer und propädeutischer Technik sowie einer Patientenaufnahme und einem Vorlesungsraum.

Noch im selben Jahr war die Möglichkeit zur zahnmedizinischen Promotion geschaffen worden und 1920 konnte der Lehrbetrieb aufgenommen werden, nachdem Prof. Dr. Guido Fischer (1877-1959) aus Marburg einem Ruf nach Hamburg auf den neugeschaffenen außerordentlichen Lehrstuhl für Zahnheilkunde gefolgt und zum Leiter des Institutes ernannt worden war.

Wegen der problematischen baulichen Zustände in den Baracken und der Studentenzahl, die vom 1. Semester an erheblich höher als erwartet war, wurden noch im selben Jahr die völlig unzureichenden räumlichen Verhältnisse beklagt. Deshalb verlegte man das Institut schon 1922 mit allen Abteilungen in eine Villa am Alsterglacis, die mehr Platz bot.

1924 erhielt die Konservierende Abteilung mit PD Dr. Heinrich Fabian (1884-1970) ihren ersten Leiter, der 1927 zum außerordentlichen Professor ernannt wurde. Nachdem die Klinikabteilungen wieder in das inzwischen zum Universitätskrankenhaus avancierte Eppendorfer Krankenhaus zurückverlegt und verschiedene Pavillons, ein Hörsaal sowie ein Anbau für eine Sammlung geschaffen worden waren, erhielt die Vertretung des Faches Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde 1934 Ordinariatsrang (Prof. Dr. Eduard Precht, 1893-1938). Die Sammlung mit einer Vielzahl von Schaumodellen, Präparaten und Lehrmaterialien wurde von Prof. Fabian angelegt und befindet sich heute im Depot des medizinhistorischen Museums im Gebäude N 30.


Prof. Fabian übernahm nach seiner 1945 durch die Militärregierung erwirkten Entlassung ab 1949 wieder die Leitung seiner Abteilung, die auch nach dem Kriege offenbar als Dauerlösung im Pavillon 41 (heute Gebäude O 54) verblieb. Ihre Ausstattung wurde zwar als erste vollständig modernisiert, jedoch wuchsen die Probleme durch die Weiterentwicklung des Faches und die zunehmende Zahl der Studierenden, zumal ein Neubau aus Platz- und Geldmangel 1958 nur für die chirurgische Abteilung der ZMK-Klinik entstand (Gebäude O 46).


Nach Prof. Fabians Emeritierung folgte ihm noch 1958 Prof. Dr. Dr. Josef Franke (1912-1988) im Amt des Abteilungsdirektors. Erst 1966 wurde im Rahmen einer Stellenumwandlung das Extraordinariat in ein planmäßiges Ordinariat umgewandelt und die Abteilung verselbstständigt. Die Räumlichkeiten entsprachen nun in keiner Weise mehr den technischen Anforderungen und auch die steigenden Studentenzahlen, die zu einer deutlichen Personalvermehrung führten, machten eine Erweiterung dringend erforderlich. So entstand 1972 der als Provisorium geplante, aber heute noch existierende Pav. 41 A (heute O 56), ein Fertigbau zur Beseitigung der größten Engpässe. Zur Abteilung gehörten inzwischen 32 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die die steigenden Anforderungen des Unterrichtsbetriebes und der Patientenversorgung in immer noch großer Raumnot zu bewältigen hatten.

Mit der Planung eines Neubaus für drei Abteilungen der ZMK-Klinik wurde 1974 begonnen. Ein jahrelanges Ringen mit politischem Senat, Behörden, Hochschulamt und dem UKE-Direktorium verzögerte die Arbeiten, bis konkrete Lagepläne und Grundrisse (nach der Klinik Hannover) vorlagen. Inzwischen gab es einen erneuten Wechsel in der Abteilungsleitung, als Prof. Franke 1980 emeritiert wurde und sein Nachfolger Prof. Dr. Günter Ahrens (1926-1999) von 1981 an sein Amt übernahm. In die Zeit seiner Leitung fiel der Umzug in das neue Gebäude (O 58), das 1987 nach dreijähriger Bauzeit seiner Bestimmung übergeben werden konnte.


In diesem Neubau verfügte die Abteilung für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie, wie ihre korrekte Bezeichnung seit 1991 war, mit ihren nunmehr 41 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über 11 Behandlungsplätze für das Personal und 25 weitere für die Ausbildung von 50 Studenten pro Semester. Daneben gibt es große Laboratorien für die Studierenden und moderne Forschungseinrichtungen für eine zeitgemäße Ausbildung und optimale Patientenversorgung. Seit dem Ausscheiden von Prof. Ahrens 1988 wird die Abteilung von Frau Prof. Dr. Ursula Platzer geleitet.

Im Zuge der Umstrukturierung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf in Zentren erfolgte im Jahr 2001 die Zusammenlegung mit der Abteilung für Zahnerhaltungskunde/Präventive Zahnheilkunde, als deren Leiter Prof. Dr. H.-J. Gülzow emeritiert wurde. Seitdem lautet die korrekte Bezeichnung "Poliklinik für Zahnerhaltung und Präventive Zahnheilkunde", was auch der Entwicklung der modernen Zahnheilkunde entspricht. Gleichzeitig wurde dadurch auch wieder die Durchführung des Phantomkurses der Zahnerhaltungskunde für die Studierenden des ersten klinischen Semesters übernommen. Für den Bereich "Präventive Zahnheilkunde" wurde zusätzlich ein selbstständiger Arbeitsbereich geschaffen.

Die Poliklinik bestand nun aus 56 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, wobei sich insbesondere das Personal für die wissenschaftlichen Laboratorien vermehrt hat. Im Rahmen der notwendig gewordenen Sparmaßnahmen und der geplanten Verringerung der Studienplatzzahlen für das Fach Zahnmedizin hat sich die Mitarbeiterzahl seitdem jedoch auf 47 reduziert. Für die Zukunft ist ein weiterer schrittweiser Personalabbau vorgesehen.


Bildveröffentlichung mit freundlicher Genehmigung:

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf - Institut für Geschichte und Ethik der Medizin

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Letzte Änderung: Dr. Ismail Akisli, 28.07.2010