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Einführung Nierentumoren

Nierentumor (Nierenzellkarzinom)

Der Nierentumor ist ein seltener Tumor, der bei etwa 5-8 von 100.000 Menschen pro Jahr neu entdeckt wird und der ca. 3% aller bösartigen Tumoren ausmacht. Männer erkranken doppelt so oft wie Frauen. Die meisten Patienten erkranken zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr. Obwohl- anders als bei Lungen- oder Blasenkrebs bislang keine „harten“, eindeutigen Risikofaktoren identifiziert werden konnten, scheinen Faktoren wie Übergewicht, Bluthochdruck, Rauchen und erhöhtes familiäres (genetisches) Risiko in der Entwicklung von Nierenzellkarzinomen eine Rolle zu spielen.

Symptome

Frühsymptome sind praktisch nicht vorhanden, deshalb wurden früher die meisten Tumoren erst im deutlich fortgeschrittenen Stadium entdeckt. Durch moderne bildgebende Diagnostik (Ultraschall, Computertomografie/CT, Kernspin/MRT) werden heute immer mehr Tumoren (Geschwulste) der Niere zufällig bei Routineuntersuchungen diagnostiziert. Aus diesem Grunde können die meisten Nierentumoren in einem frühen Stadium entdeckt und somit auch erfolgreich behandelt werden. Mögliche Symptome beim Nierentumor sind Blut im Urin, starkes Schwitzen in der Nacht, Abgeschlagenheit, Gewichtsverlust, aber auch ganz unspezifische Veränderungen z.B. der Blutwerte. Allerdings handelt sich dabei meist nicht um Frühsymptome, sondern diese treten meist erst im fortgeschrittenen Stadium auf.

Diagnostik

Bei ca. 80% der Tumoren liegt ein bösartiger Tumor zugrunde (Nierenzellkarzinom). Etwa 20% erweisen sich im Verlauf als gutartige Tumoren. Da eine eindeutige Diagnose über bildgebende Verfahren nie zweifelsfrei gestellt werden kann, werden neu diagnostizierte Tumoren zunächst immer als Krebs-verdächtig eingestuft. Eine endgültige Diagnose kann nur durch eine Gewebebeurteilung durch den Pathologen erfolgen. Hierzu muss entweder eine Entfernung des Tumors (Entfernung oder Teilentfernung der Niere) oder, in Ausnahmen, da weniger zuverlässig, eine Gewebeentnahme (Biopsie) durchgeführt  werden. Die standardmäßige Bildgebung vor einer Operation bei sonografischem verdacht auf Nierentumor stellt ein Kontrastmittel-verstärktes Computertomogramm (KM-CT) dar. Ein MRT (Kernspintomogramm) wird nur in Sonderfällen als 2. Bildgebung angefordert und ist in der Regel nicht erforderlich.
Anhand der Bildgebung wird oft schon vor einer Operation eine Stadieneinteilung (TNM Klassifikation) vorgenommen, anhand derer sich die Therapieentscheidung unter anderem orientiert. Wird der Nierentumor entfernt, können sich nach der mikroskopischen Untersuchung des Gewebes jedoch auch noch Änderungen in der Stadieneinteilung ergeben.
Die endgültige Stadieneinteilung nach der Operation hat großen Einfluss auf die weitere Behandlung, Nachsorge und Prognose der Erkrankung. Aber auch andere Faktoren wie Gesundheits- und Ernährungszustand, Nebenerkrankungen, Alter sowie die Typisierung des Tumors (klarzelliges, chromophobes, oder papilläres Karzinom etc.) spielen eine große Rolle und finden bei den individuellen Beratungsgesprächen und Therapiekonzepten im Rahmen unserer Spezialsprechstunde Berücksichtigung. 

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Letzte Änderung: Dr. med. Felix K.-H. Chun, 09.05.2012