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Lokalisierte (organbegrenzte) Raumforderung der Niere

Organbegrenzter Nierentumor: Nierenentfernung oder Nieren-erhaltende Operation?

Durch zunehmend genauere Diagnostik werden ca. 70-80% der Nierentumore in sehr frühem Stadium (T1) erkannt. Liegt ein solch frühes Stadium vor, kann man häufig durch eine operative Entfernung des Tumors eine vollständige Heilung erreichen. Hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten: Kleinere Tumore können in der Regel durch Ausschälung unter fast vollständigem Erhalt der Niere durchgeführt werden (Tumorenukleation / Nierenteilresektion). Bei größeren Tumoren oder in komplizierteren Fällen muss die Niere entfernt werden (Radikale Nephrektomie). Auch nach Entfernung einer Niere ist bei Patienten ohne vorherige Einschränkungen der Nierenfunktion die verbleibende Niere meist dazu in der Lage, die Entgiftung des Körpers alleine zu übernehmen, ohne dass der Patient auf eine Dialyse (Blutwäsche) angewiesen wäre.


Ergebnisse aktueller Studien zeigen aber immer eindeutiger, dass der Erhalt von Nierenfunktion sich positiv auf die Gesamtgesundheit auswirkt und weniger Gefahr für das Auftreten von Herzkreislauferkrankungen darstellt. Daher versuchen wir- wann immer möglich Nieren-erhaltend zu operieren. (Weight et al. European Urology 2010 und Journal of Urology 2010).

Diese Erkenntnisse haben dazu geführt, dass man immer häufiger wieder die offene Operationsmethode mit der deutlich besseren Möglichkeit zur Organerhaltung der klassischen Schlüssellochchirurgie vorzieht. Auch wenn hier noch nicht abschließend geurteilt werden kann, stellt die Da-Vinci-Roboter-unterstützte Nieren-erhaltende Schlüsselloch-Operation wiederum eine Methode mit nochmals verbesserter Möglichkeit zur Nierenerhaltung dar und könnte somit in Zukunft eine Methode der Wahl sein.

Diesen Fakten haben wir Rechnung getragen und der Prozentsatz der organerhaltenden Nierentumoroperationen ist in unserem Haus in den letzten Jahren drastisch angestiegen. Die offene, lumbale Teilnephrektomie stellt heute den Standard für nahezu alle organbegrenzten Tumore in unserer Abteilung dar.

 

Offene Operation, klassische Schlüssellochchirurgie (Laparoskopie) oder Da-Vinci-OP-Roboter?

Neben der offenen (Haut-Schnitt-) Operation, welche vor allem bei Organ-erhaltenden Operationen (Nierenteilresektionen) durchgeführt wird, bieten wir sowohl das klassische Schlüssellochverfahren (Laparoskopie) als auch das Roboter-unterstützte Schlüssellochverfahren (Da-Vinci-Operationsroboter-assistierte OP) an. Je nach Lage des Tumors, Art möglicher Vor-Operationen und individuellen Risikofaktoren des Patienten, können im Einzelfall Vor- oder Nachteile der verschiedenen Operationsverfahren bestehen. Diese werden gemeinsam mit dem Patienten im Voraus in der Sprechstunde gegeneinander abgewogen und bei Bedarf auch noch in der interdisziplinären OP-Konferenz erörtert. 

 

Hitzetherapie (Radiofrequenzablation)

Bei der Radiofrequenzablation handelt es sich um eine Tumortherapie durch Anwendung örtlicher Hitzeeinwirkung. Sie wird in lokaler Betäubung oder nur leichter Narkose (Analgosedierung) und in enger Zusammenarbeit mit unseren Kollegen aus der Radiologie des UKE durchgeführt.

Es handelt sich um einen nebenwirkungsarmen Eingriff und ist daher insbesondere für Patienten mit sehr hohem OP-Risiko geeignet. Die Radiofrequenzablation (RFA) ist ein Verfahren der interventionellen Radiologie, das per Wärmeinduktion durch Radio-Wellen biologisches Gewebe zerstört.

Eine nadelähnliche Elektrode wird CT-graphisch gesteuert in das Zentrum des Nierentumors eingebracht.
Die stationäre Aufnahme erfolgt dann 1 Tag vor dem Eingriff. Der Eingriff dauert ca. 1 Stunde je nach Größe des Tumors und individuellen Risikofaktoren des Patienten: Hierbei wird von Außen durch die Haut (perkutan) eine 3 mm messende Elektrosonde ins Zentrum des Nierentumors eingebracht und dann durch Einwirkung von Wechselstrom im Inneren des Tumors eine Hitze bis 125° erzeugt. Die Erfolgskontrolle erfolgt mittels Computertomografie (CT) und Messung der Leitfähigkeit des Gewebes.
Die Entlassung ist zumeist schon einen Tag nach dem Eingriff möglich.

 

Planung Ihres stationären Aufenthaltes

Die Aufenthaltsdauer beträgt ca. 5-7 Tage je nach individuellem Verlauf und OP-Methode. Wir bitten Sie in der Regel, ca. 1 Woche vor der Operation zu einem ambulanten Termin zu uns zu kommen. Hier werden wir uns dann noch einmal ausführlich mit Ihnen über die bevorstehende Operation unterhalten, Sie noch einmal untersuchen und all Ihre Unterlagen, Vorbefunde und Blutwerte noch einmal kontrollieren und alles für die bevorstehende Operation vorbereiten. Ebenso werden die Kollegen von der Anästhesie (Narkoseärzte) mit Ihnen über die Durchführung der Narkose sprechen. Insbesondere bei offener Schnittoperation empfehlen unsere Narkoseärzte häufig die Kombination aus Vollnarkose und einem örtlichen (lokalen) Narkoseverfahren zu kombinieren um Schmerzen in der unmittelbaren Zeit nach der Operation zu vermindern. Beispielsweise kann die Anwendung eines Periduralkatheters, wie auch bei Entbindungen geläufig, eine frühe normale Beweglichkeit ermöglichen und so zur Vermeidung operationsbedingter Komplikationen beitragen.

Falls erforderlich, können wir zu diesem Zeitpunkt auch noch andere Fachdisziplinen, wie Nephro- oder Kardiologen für Ihren geplanten Aufenthalt mit einbeziehen.

Zur Operation kommen Sie dann meist ca. 1 Woche später und beziehen Ihr Zimmer einen Tag vor der Operation. Die Operation selbst dauert ca. 1-4 Stunden je nach Größe und Schwierigkeit des Tumors und individuellen Risikofaktoren. Nach der Operation bleiben Sie meist noch ca. 5-10 Tage bei uns, je nach individuellem operativen Vorgehen und Heilungsverlauf.

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Letzte Änderung: Dr. med. Felix K.-H. Chun, 22.05.2012