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An unserer urologischen Klinik ist die Holmium-Laser-Enukleation der Prostata (HoLEP) inzwischen zu der operativen Standardtherapie bei der gutartigen Prostatavergrößerung (BPH) avanciert. Mit dem Holmium:YAG Laser kann die gutartige Prostatahyperplasie unabhängig von ihrer Größe über die Harnröhre (endoskopisch) operiert werden. Dabei können verglichen zu den herkömmlichen Verfahren (Elektroschlinge oder offene Operation) die Operationsrisiken (v.a. Blutungen) deutlich reduziert und somit auch die Katheterzeit und Krankenhausaufenthaltsdauer signifikant verkürzt werden. Die HoLEP ist das einzige Laserverfahren, das eine vollständige histologische Aufarbeitung des entfernten Gewebes erlaubt. Das Gewebe wird komplett von der chirurgischen Kapsel laserreseziert. Damit ist der Gewebeabtrag maximal, welches den Grund für die prompte und deutliche Verbesserung des Wasserlassens darstellt. Die Gefahr eines BPH Rezidivs ist folglich auch äußerst gering.
Im Jahr 2007 haben an unserer Klinik 120 Patienten eine sog. HoLEP erhalten. Das durchschnittliche Patientenalter betrug 69 Jahre (von 51 bis 89 Jahre rangierend). Es wurden bis zu 170 g Gewebe reseziert. Die durchschnittliche Operationsdauer bei einem mittleren Resektionsgewicht von 52 g lag bei 65 Minuten. Standardisiert wurde der Katheter am Morgen des 2. Tages nach der Operation entfernt und somit eine schnelle eine Entlassung möglich. Eine ASS 100 Einnahme wurde für die Operation nicht zwingend unterbrochen, weswegen auch sehr kranke Patienten operiert wurden. Kein Patient benötigte bisher eine Bluttransfusion. Bei ca. 10 % der Patienten haben wir u.a. trotz entsprechender Diagnostik (auch in Form von Biopsie) ein inzidentelles Prostatacarcinom entdeckt. Einige Patienten haben bei zuvor bereits bekanntem Prostatakrebs eine sogenannte palliatve HoLEP erhalten. Auch dies ist problemlos möglich.
Die HoLEP ist das einzige Verfahren, das aufgrund ausreichender solider Studien von der Gemeinschaft Europäischer Urologen alternativ zur Elektroresektion oder offenen Operation zur instrumentellen BPH-Therapie empfohlen wird. Nebst den messbaren guten Ergebnissen beruht der durchschlagende Erfolg der Methode an unserer Abteilung jedoch sicher auf der hohen Patientenakzeptanz und dem außerordentlich gutem Feedback von den uns zuweisenden Kollegen.
Für Fragen oder Patientenbesprechungen stehen Ihnen Herr OA Dr. S. Ahyai, Herr OA Dr. F. Chun, oder Herr Dr. R. Heuer unter der Telefonnummer 040-42803-3445 zur Verfügung. Weitere Informationen finden Sie sonst sicher auch im Internet unter dem Suchbegriff HoLEP. Das kleine Video zeigt einen Operationsausschnitt und verdeutlicht den blutarmen Gewebeabtrag des Prostatagewebes mit dem Laser von der Prostatakapsel.