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Plastisch-rekonstruktive Eingriffe sind ein wesentlicher Schwerpunkt unserer Klinik. Diese reichen von angeborenen Fehlbildungen bis zu erworbenen Erkrankungen des gesamten Urogenitaltraktes. Für die Behandlung von Urethrastrikturen (Verengungen der Harnröhre) z.B. als Folge von Unfällen, medizinischen Eingriffen oder Entzündungen, ist unsere Klinik das deutschlandweite Referenzzentrum. Dabei wenden wir unter anderem endoskopische Verfahren zur Behandlung von kurzstreckigen Engstellen an. Bei komplexeren Fällen kommen offen-operative Rekonstruktionsverfahren der Harnröhre z.B. als Mundschleimhaut-Autotransplantation oder Meshgraft- (Spalthaut-) Plastik zum Einsatz. Falls erforderlich, bieten wir auch die Schaffung alternativer Harnableitungsformen (z.B. Mitroffanoff-Stoma) an. Auch rekonstruktive Eingriffe an Nierenbecken und Harnleiter bei Engstellen oder Reflux führen wir an unserer Klinik in offener und minimal-invasiver Technik (konventionell-laparokopisch bzw. Da-Vinci-roboterassistiert) durch. Ferner bieten wir unterschiedliche operative Verfahren zur Korrektur von Penisverkrümmungen und -fehlbildungen an (u.a. SIS-Corporoplastik und Begradigungsoperation nach Nesbit bzw. Yaccia).
Einen weiteren Schwerpunkt stellen die bei Kindern durchgeführten Operationen (Korrektur von Stauungsnieren durch Nierenbeckenabgangs- oder Uretermündungsstenose sowie Hypospadiekorrekturen) dar. Hier stehen wir in enger Kooperation mit der Abteilung für Kinderchirurgie des Kinderkrankenhauses Altona (Prof. Dr. Reinshagen).
Als operative Verfahren bei Belastungsinkontinenz bieten wir verschiedene operative Methoden zur Anhebung des Beckenbodens (TVT- bzw. TOT-Bänder) sowie bei schwereren Formen die Implantation von künstlichen Schließmuskelsystemen (AMS-800) an.
Zur Behandlung von neurologisch bedingter Inkontinenz werden Operationen am Rückenmark, zur Korrektur von Blasenentleerungsstîrungen sowie die Implantation eines Schrittmachers zur koordinierten Entleerung der Blase durchgeführt. Eine Spezialsprechstunde Neurourologie wird zweimal pro Woche angeboten.
Die Urologische Klinik ist ein Zentrum der Maximalversorgung für alle urologischen Tumorerkrankungen:
In der Sondersprechstunde Prostatakarzinom werden Patienten mit Verdacht auf Prostatakarzinom biopsiert (2011: etwa 2500 Prostatabiopsien), sie steht aber auch Patienten in der Nachsorge, mit primär metastasiertem und mit hormonrefraktären Prostatakarzinom zur Verfügung. Im Rahmen der Therapie nimmt die operative Behandlung des klinisch lokalisierten Prostatakarzinoms eine herausragende Stellung ein. Die Radikale retropubische Prostatektomie wird mit weiter steigender Tendenz an unserer Klinik angeboten. Im Jahre 2011 wurden zusammen mit der Martiniklinik am UKE mehr als 1800 Patienten einer radikalen Prostatektomie unterzogen; insgesamt überblicken wir mehr als 12.000 Patienten. Hierbei stellt die nerv-und potenzerhaltende radikale Prostatektomie bei entsprechender Patientenselektion onkologisch wie funktionell die bestmögliche operative Therapieoption dar und wird dank entsprechend aufwendiger Patientenselektion in über 90% aller Fälle durchgeführt.
Eine weitere, fest etablierte Therapieoption des Prostatakarzinomes ist die kombiniert interstitielle und perkutane Bestrahlung (als HDR-Brachytherapie), die bis Ende 2008 an mehr als 800 Patienten durchgeführt wurde. Zur Komplettierung des Therapieangebotes des lokalisierten Prostatakarzinoms wird seit Beginn des Jahres 2005 die LDR-Brachytherapie (auch Seed-Therapie genannt) in der bewährten Zusammenarbeit mit der Abteilung für Strahlentherapie angeboten.
Die operative Therapie des nicht-metastasierten Nierenzellkarzinoms durch eine radikale Tumornephrektomie gehört ebenso zum operativen Angebot wie die organerhaltende, Nierenteilresektion bei entsprechend kleinen Nierentumoren (bis 7 cm) oder bei obligaten Indikationen wie z.B. einer Einzelniere. Auch ausgedehnte, nicht metastasierte Nierenzellkarzinome mit in die Vena cava reichenden Tumorzapfen werden operativ (ggf. in Kooperation mit der Klinik für Gefäßchirurgie, unter Umständen unter Mithilfe der Herz-Lungenmaschine) versorgt.
Fest etabliert ist die Behandlung des metastasierten Nierenzellkarzinoms durch die lokale und systemische Immuntherapie. Hierfür können wir auf die größte Sprechstunde Norddeutschlands mit vielen unterschiedlichen laufenden klinischen Studien verweisen.
Die Therapie des nicht-metastasierten Urothelkarzinoms wird beim oberflächlichen wie muskelinvasiven Stadium angeboten.
Als Harnableitung nach operativer Entfernung der Harnblase (Radikale Zystektomie) werden sowohl das Ileumconduit, als auch kontinente Lösungen wie der orthotope Blasenersatz durch eine Ileumneoblase bei männlichen und durch z.B. Appendixpouch bei weiblichen Patienten angeboten.
Zur Zuweisung bei diagnostiziertem Tumor sowie zur Nachsorge steht Ihnen die Spezialsprechstunde Blasenkarzinom offen.
Die Behandlung von Hodentumoren gehört selbstverständlich zum Routineangebot unserer Klinik. Operativ wird neben der primären Ablatio testis auch die retroperitoneale Lymphadenektomie, wenn möglich unter Schonung der Nervenbahnen, angeboten. Die Therapieplanung und Nachsorge erfolgt in einer interdisziplinären Spezialsprechstunde in Zusammenarbeit mit den Kollegen der internistischen Onkologie des UKE. Hierfür haben wir zusätzlich den anerkannten Keimzelltumorexperten und ehemaligen Chefarzt der Urologie des Bundeswehrkrankenhauses Dr. M. Hartmann als "Senior" gewinnen können. Kontakt für diese Sprechstunde erfolgt über die Telefonnummer 040-7410-53443 oder über die E-mail Adresse hodentumor@uke.uni-hamburg.de.
Entsprechend unserer Spezialisierung und Kompetenz beteiligen wir uns als Zweitmeinungszentrum an einem Projekt der Deutschen Hodentumorstudiengruppe, welches von der Deutschen Krebshilfe gefördert wird. Dabei geht es um die qualitativ bessere Versorgung von Patienten mit Hodentumoren.
Nähere Informationen finden Sie unter http://www.iv-hodenkrebs.de
Das Prinzip der minimal-invasiven Chirurgie (MIC) in der Urologie hat traditionell einen hohen Stellenwert. Hierzu bieten wir selbstverständlich endo-urologische als auch klassisch laparoskopsiche, retroperitoneoskopische oder auch roboter-assistierte Eingriffe an. Jeden Dienstag bieten wir die so genannte Minimal-invasive Chirurgie Sprechstunde an.
Nierenteil- bzw. Nierenentfernungen, Nierenbeckenabgangsengen, Harnleiter-Verengungen mit Neuimplantation oder aber Beckenboden-Rekonstruktionen zählen zu dem operativen Spektrum der MIC Sprechstunde.
Endourologisch besitzen wir langjährige Erfahrung und Expertise mit der Holmium-Laser-Enukleation der Prostata (HoLEP) bei gutartiger Prostatavergräßerung, was sich in zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen widerspiegelt. Selbstverständlich bieten wir auch die konventionelle transurethrale Resektion der gutartig vergrößerten Prostata (TUR-P) an.
Außerdem gehört die minimal-invasive Behandlung von urologischen Steinerkrankungen zu unserem Behandlungsspektrum. Konkremente der ableitenden Harnwege werden von uns per starrer oder flexibler Ureterorenoskopie geborgen, bzw. per Laser-Lithotrypsie zertrümmert.
Größere Steine im Nierenbecken-Kelchsystem behandeln wir per klassischer PCNL bzw. Mini-PCNL. Darüber hinaus bieten wir auch die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWL) zur nicht-invasiven Zertrümmerung von Nierensteinen an.