Zu den Inhalten springen

Hauptnavigation:

Kontakt | English | Sitemap

| Home > Zentren > Zentrum für Operative Medizin > Klinik und Poliklinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie > Beckenfrakturen

Beckenchirurgie

Brüche des Beckens und der Hüftpfanne (Azetabulum) sind besonders komplexe Verletzungen, die vor allem bei mehrfachverletzten und polytraumatisierten Patienten vorkommen. Ursachen sind häufig Stürze aus großer Höhe oder Verkehrsunfälle. Bei älteren Patienten mit einer vorbestehenden Osteoporose können aber auch einfache Stürze zu Verletzungen des Beckenrings führen. 

Sprengung des vorderen und hinteren Beckenrings

Das Becken besteht aus mehreren Knochen, die fest miteinander verbunden sind: Es gibt die beiden Schaufeln des Darmbeins (Os ileum), den vorderen Anteil bildet das Schambein. Hinten stützt sich die Wirbelsäule auf dem Kreuzbein ab. Am unteren Teil liegt das Sitzbein, welches in das Schambein übergeht. So entsteht der so genannte Beckenring.

Grundsätzlich muss man zwischen stabilen und instabilen Beckenbrüchen unterscheiden. Bei den stabilen Verletzungen (Typ A) handelt es sich um Brüche oder Abrisse an den Darmbeinschaufeln, dem Sitzbein, Schambein oder dem Steißbein unterhalb der Gelenkverbindungen, die die Stabilität des Beckenrings nicht gefährden. Diese Verletzungen können häufig ohne eine Operation behandelt werden.

Bei den Typ B-Verletzungen besteht eine Rotationsinstabilität, beispielsweise bei Sprengungen der vorderen Beckenanteile oder aber auch Verschiebungen der hinteren Strukturen.

Die instabilsten Verletzungen stellen die Typ C-Verletzungen dar. Häufig sind sie mit anderen Verletzungen des Skelettsystems kombiniert. Hierbei sind gleichzeitig Strukturen des vorderen und des hinteren Beckenrings beteiligt.

Ein besonderes Augenmerk liegt in unserer Klinik auf der Versorgung von Brüchen der Hüftpfanne (Azetabulum). Dies sind schwere Verletzungen, die nicht selten in der Folge zu einem beschleunigten Verschleiß des Hüftgelenks führen können. Daher gilt es, möglichst genau die Anatomie der Gelenkpfanne wieder herzustellen. Um dies zu erreichen, wenden wir standardisierte Operationsmethoden an.

In unserer Klinik besteht seit vielen Jahren eine besondere Expertise in der Versorgung von Verletzungen des Beckens und des Azetabulums. Die Anwendung der Navigation als computerassistiertes Verfahren erfolgt routinemäßig in der Unfallchirurgie des UKE. Zielsetzung ist, die Präzision von Reposition und Implantatplatzierung bei hochkomplexen Eingriffen der Beckenchirurgie zu erhöhen, und zeitgleich Strahlenexposition und Zugangsmorbidität zu reduzieren. Diese Vorgaben konnten bislang für Osteosynthesen des Beckenrings und des Azetabulums erreicht beziehungsweise erfolgreich realisiert werden.

Die computernavigierte minimal-invasive Beckenchirurgie wird im UKE bereits seit 2004 angeboten, sodass die Klinik entsprechend Zuweisungen aus Hamburg und überregional aus ganz Norddeutschland erhält. Darüber hinaus hat die Klinik nationale und internationale Reputation in der wissenschaftlichen Weiterentwicklung dieser Schlüsseltechnologie zur Nutzung in der Beckenchirurgie erlangt.

Seitenanfang    Seite drucken


© Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Impressum
Letzte Änderung: PD Dr. Wolfgang Lehmann, 24.05.2008