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Zwei bis sieben Prozent der Weltbevölkerung leiden an einer Depression. In Deutschland leiden aktuell mindestens vier Millionen Menschen an einer depressiven Störung.
Depressive Störungen gehören danach weltweit zu den häufigsten – und am meisten unterschätzten – Erkrankungen. In den westlichen Industrienationen ist die Depression das zweithäufigste Leiden nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Gemessen an der beeinträchtigten Lebenszeit liegt die Depression laut WHO sogar auf Platz eins.
Unsere derzeitigen Forschungsschwerpunkte sind:
Unsere Arbeiten werden aktuell von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und von der National Alliance for Research on Schizophrenia and Depression (NARSAD), USA unterstützt.
Agorastos Agorastos (Arzt)
Rosemarie Buhr-Westphal (Verhaltenstherapeutin)
Dr. phil. Lucia Dettenborn-Betz (Dipl.-Psychologin)
Dr. med. Kim Hinkelmann (Ärztin)
PD Dr. med. Christoph Muhtz (Leiter der Arbeitsgruppe)
Veränderungen der Stresshormon-Ausschüttung bei Depression
Es gibt zahlreiche Hinweise, dass eine gesteigerte Aktivität der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HPA für engl. Hypothalamus-Pituitary-Adrenal) zu einer gesteigerten Sekretion des Stresshormons Cortisol führt, welches am Pathomechanismus der Depression beteiligt ist. Eine Normalisierung der HPA-Achsen-Aktivität ist zudem offensichtlich Bedingung für eine stabile Remission. Diese Veränderungen der HPA-Achse bei Depression manifestieren sich sowohl in einer Überaktivität hypothalamischen und extrahypothalamischen Corticotropin-Releasing-Hormone (CRH) als auch in einer Störung auf der Ebene der Glucocortioid (GR)- und Mineralocorticoidrezeptoren (MR) im Hippocampus und der Hypophyse.
Durch genaue Charakterisierung der Cortisolsekretion gewinnen wir in verschiedenen Studien neue Erkenntnisse über den Zusammenhang der Cortisolsekretion mit psychopathologischen, kognitiven und metabolischen Variablen bei depressiven Patienten.
Einfluss kindlicher Traumatisierung auf die Stresshormon-Ausschüttung bei depressiven Patienten
Psychische Traumatisierungen in der Kindheit erhöhen das Risiko, eine Depression zu entwickeln. Patienten unterscheiden sich neurobiologisch möglicherweise, je nachdem ob sie traumatische Erfahrungen in der Kindheit gemacht haben oder nicht. Dies könnte sowohl für die psychotherapeutische als auch für die pharmakologische Behandlung von Bedeutung sein. Wir untersuchen in einer Studie, wie sich ein kindliches psychologisches Trauma auf die Stresshormonsekretion bei depressiven Patienten auswirkt.
Depression und Schmerz
In einer Kooperation mit dem Institut für systemische Neurowissenschaften, UKE untersuchen wir, inwieweit sich depressive Patienten von Schmerzpatienten und gesunden Probanden in der Schmerzwahrnehmung und –verarbeitung unterscheiden. Hierbei werden neben den subjektiven Schmerzratings auch Stresshormone bestimmt sowie bildgebende Verfahren eingesetzt. Auch hier wird der Einfluss einer kindlichen Traumatisierung untersucht.
Kognitive Störungen bei depressiven Patienten
Eine Vielzahl von Untersuchungen bestätigt, dass Patienten mit Depression kognitive Defizite im Bereich des Gedächtnisses, der Aufmerksamkeit und der Exekutivfunktion aufweisen. In unseren Studien geht es darum, diese kognitiven Störungen noch besser zu charakterisieren. Darüber hinaus untersuchen wir, ob die kognitiven Störungen und die Verbesserung der kognitiven Leistungen im Verlauf einer antidepressiven Therapie im Zusammenhang mit einer gesteigerten Cortisolsekretion stehen.
Intramurale Kooperationen
Extramurale Kooperationen