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Menschen sind keine Maschinen. Wir können zweifeln und verzweifeln, über uns hinaus denken und uns dabei verlieren. Körperlich und eben auch seelisch erkranken zu können, gehört zum Wesen des Menschen. Niemand ist davor sicher. Die Schwelle mag unterschiedlich sein, je nach dem ob jemand dünnhäutig oder dickfellig ist. Doch bestimmte Lebenssituationen, kritische Ereignisse oder eine starke Isolation können das Selbstvertrauen eines jeden Menschen nachhaltig erschüttern. Die Reaktionen sind verschieden.
Alle diese Reaktionen können in einer bestimmten schwierigen Situation angemessen, verständlich, vielleicht sogar notwendig sein. Schwierig wird es, wenn die Situation dann eine zusätzliche Eigendynamik bekommt - psychisch, körperlich und sozial:
Wenn man sich in der Psychose immer weiter zurückzieht, wird die Macht der inneren Bilder immer stärker. Wenn man sich in der Depression nur noch Ziele vornimmt, die mit Sicherheit scheitern, schraubt sich die Depression immer tiefer und entwickelt eine psychische Eigendynamik. Um ihr zu entgehen, braucht man einen anderen Menschen gegenüber, der einem hilft, sich wieder zu orientieren, oder den Austausch mit anderen, die ähnliches kennen. Dieses geschieht in unserer Klinik durch Psychotherapie und Gruppentherapie.
Langfristige psychische Belastungen können auch Spuren im Körper hinterlassen. Sind bestimmte Organe betroffen, sprechen wir von psychsosomatischen Beschwerden, z.B. vom Angst-Kopfschmerz oder vom Streß-Magengeschwür. Durch Veränderungen im Gehirnstoffwechsel versucht der Körper, die seelische Belastung auszugleichen; oft aber um den Preis, dass anschließend die Empfindlichkeit für neue Belastungen steigt. Um dieser körperlichen Eigendynamik entgegenzuwirken, kann es hilfreich sein, spezielle Psychopharmaka zu nehmen.
Psychische Krisen betreffen eigentlich nie nur einen Menschen. Andere leiden mit und können je nach eigener Verfassung und Stabilität der Beziehung beruhigend oder beunruhigend wirken. Dabei spielen die allgemeine Angst vor psychischen Erkrankungen und die leider immer noch sehr verbreiteten Vorurteile eine große Rolle. Wenn dann Patienten oder Angehörige sich aus Angst zurückziehen und nicht mehr wie früher am Leben teilnehmen (können), verschlechtert sich die Situation und die Heilungschancen werden verringert. In einem speziellen Projekt der Klinik, zugleich ein gemeinnütziger Verein mit Namen "Irre menschlich Hamburg", arbeiten deshalb erfahrene Patienten, Angehörige und Therapeuten gemeinsam am Abbau öffentlicher Vorurteile. Ihre Website www.irremenschlich.de kann auch Ihnen wichtige Informationen liefern.
Hölderlin wusste, wovon er sprach; denn er war wie viele andere berühmte Menschen psychisch krank. Er galt als verrückt und hat unglaublich ausdrucksvolle und einfühlsame Texte geschrieben. Die obige Zeile zeugt von großer Weisheit: Psychische Krisen und Krankheiten bedeuten für alle Beteiligten eine große Verunsicherung und Belastung; doch zugleich enthalten sie auch Chancen, sich neu zu sortieren, besser wahrzunehmen und seelisch zu wachsen. Dabei möchten wir Ihnen helfen; und mit dieser Haltung möchten wir Ihrer Verzweiflung entgegenwirken:
Bevor jemand fremde Hilfe sucht, hat er selbst schon einiges ausprobiert. Gute Therapie knüpft an den Selbstheilungskräften an, die jeder mitbringt, und berücksichtigt die Ressourcen des Einzelnen und seiner Familie.
Ob unsere professionellen Hilfsmittel wirken hängt auch davon ab, ob Patient und Therapeut die gleiche Sprache sprechen, ob Angehörige rechtzeitig einbezogen werden und ob eine Verständigung gelingt über die Wege, die zu gehen sind.