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Innere Erlebnisse – Gefühle, Phantasien, Träume, Erinnerungen – finden in Bildern durch Farben und Formen einen Ausdruck. Im schöpferischen Prozess kann etwas von innen nach außen gebracht und auf das Papier übertragen werden.
Die Malenden erfahren sich „im Fluss“: Sie erleben Spaß und Freude an der schöpferischen Arbeit, am Experimentieren mit ihren Möglichkeiten und entwickeln neue Phantasien. Blockierte Energien werden wahrgenommen, teilweise freigesetzt und ins Bild abgegeben. Sie treten durch das schöpferische Tun in einen intensiven Prozess ein, sie begeben sich auf ihren individuellen Weg.
Durch diesen von mir angeregten und begleiteten Prozess der kreativen Gestaltung, der Betrachtung und der Durcharbeitung der entstandenen Werke wird Selbst-Erfahrung und Neu-Orientierung möglich.
Ein geschützter und ungestörter Ort und eine Atmosphäre der wertschätzenden Begleitung unterstützt die Teilnehmenden bei der Entwicklung ihres schöpferischen Ausdrucks. Im Rahmen einer regelmäßigen Gruppenaktivität wächst der Boden für tieferes Erleben und ausdrucksstarken Umgang mit Farben und Materialien. Die Teilnehmer entwickeln durch die Auseinandersetzung in der Gruppe und mit ihren Werken einen vertieften Kontakt mit sich selbst.
Ich schaffe einen Rahmen, in dem das entstehen kann, was „von selbst“ (aus dem Unbewußten) kommt: jedes Bild, das entsteht, hat hier die Erlaubnis, so sein zu dürfen, wie es sich aus dem Inneren heraus ausdrückt. Der Anspruch auf Perfektion, Struktur, auf perspektivisch und figürlich „richtiges“ Malen wird durch Wertschätzung des Entstehenden unterlaufen.
Die so zutage kommenden Bilder sind Bilder in uns, die ihren Weg dann möglichst ohne Bewertung nach außen auf das Blatt Papier finden. Dazu verwende ich die fünf M’s (Medien, die an Erfahrungen der Kindheit anknüpfen, wo der schöpferische Prozess beginnt): Malen, Märchen, Masken, Modellieren, Musikmachen.
Kirsten Harkensee, Kunst- und Gestaltungstherapeutin
Sozialpsychiatrische Ambulanz des UKE