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Die Krankheits- und Störungsbilder sind unter den folgenden Arbeitsbereichen aufgeteilt:
Persönlichkeitsstörung
Affektive Störung
Psychosen
Angstspektrumsstörungen
Sucht
Eine Depression ist in der Regel gekennzeichnet durch folgende, mehrere Tage andauernde Symptome:
Wenn einige dieser Symptome in einem Zeitraum von vier Wochen insgesamt 14 Tage vorhanden sind, spricht man von einer Depressiven Episode.
Darüber hinaus gibt es Depressionen, die nicht ganz so schwer wiegend sind, dafür aber für einen längeren Zeitraum anhalten. Überschreitet dieser eine Dauer von zwei Jahren, spricht man von einer dysthymen Störung. Eine andere Form der Depression ist die manisch-depressive Erkrankung, die so genannte Bipolare Störung (d. h. die Erkrankung hat zwei Pole). In einer manischen Episode fühlt man sich z. B. ausgesprochen selbstbewusst bis "größenwahnsinnig", ist überaus betriebsam (z. B. kauft unnütze, kostspielige Dinge) oder sehr unruhig oder gereizt, kommt mit einem Minimum an Schlaf aus oder verhält sich deutlich riskanter. Eine solche Phase kann vor oder nach einer depressiven Episode auftreten.
Depressionen werden oft durch bestimmte belastende Lebensereignisse oder chronischen Stress ausgelöst. Personen, die depressiv werden, besitzen oft im Vorfeld eine bestimmte Verletzlichkeit dafür, depressiv zu werden. Diese Verletzlichkeit kann biographisch erklärt werden oder auch biologisch bedingt sein. Häufig ist eine Depression Folge der Einschränkungen durch andere psychische Krankheiten, etwa einer Abhängigkeitserkrankung, Angststörung oder einer Zwangsstörung. Dann spricht man von einer sekundären Depression.
Die Symptome einer Depression lassen nicht erkennen, welche Ursachen vorliegen. In der Verhaltensanalyse, die Gegenstand jeder verhaltenstherapeutischen Behandlung ist, können diese Ursachen deutlich gemacht werden.
Sowohl ein plötzliches, außergewöhnlich belastendes Lebensereignis als auch länger dauernde Belastungen können, auch bei zuvor psychisch unauffälligen Menschen, zu Schwierigkeiten in der Verarbeitung dieser Ereignisse bzw. Problemen bei der Anpassung an die neue Situation führen. Die Betroffenen können dann, entweder sofort oder auch erst nach einer längeren Zeit, deutliche psychische Symptome entwickeln, wie z. B. Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Rückzug von Freunden und Bekannten, dauernde Anspannung, Ängste, Depressionen oder auch reizbar-aggressives Verhalten. Es können unterschieden werden:
Anpassungsstörungen:
Wenn eine notwendige Anpassung an einschneidende Veränderungen misslingt, z. B. nach schwerer körperlicher Krankheit, bei einem Trauerfall oder einem Trennungserlebnis, können sich emotionale Probleme entwickeln, die zu deutlichem psychischen Leiden führen. Die psychischen Symptome, die nicht immer gleich nach dem belastenden Ereignis auftreten müssen, entwickeln sich meist innerhalb der ersten Wochen. Häufig treten auf:
Akute Belastungsreaktionen:
Als Reaktion auf eine außergewöhnliche psychische, soziale oder körperliche Belastung (z. B. nach einem Unfall, Todesfall eines Angehörigen oder ähnlichem) entwickeln sich nach einem anfänglichen "psychischen Schockzustand" innerhalb kürzester Zeit Symptome wie Depression, Angst, Rückzug, Verzweiflung oder Ärger/Aggression.
Posttraumatische Belastungsstörung:
Hierzu kann es nach schweren Belastungen oder Katastrophen kommen, z. B. nach Unfällen, Vergewaltigung, Überfällen oder Kriegserlebnissen. Zu den typischen Symptomen gehören:
Die Betroffenen fühlen sich häufig fremd, selbst in ihrer gewohnten Umgebung, es kann zu Schuldgefühlen kommen. Diese Symptome können sofort nach der Belastung auftreten oder auch erst nach Monaten oder sogar Jahren.
Bis vor einigen Jahren war die Zwangsstörung in der Öffentlichkeit kaum bekannt, obwohl diese zu der vierthäufigsten psychischen Störung nach den Depressionen, den Phobien und den Suchterkrankungen zählt. In Deutschland sind ca. 2 bis 3% der Bevölkerung von einer behandlungsbedürftigen Zwangsstörung betroffen. Häufig werden die Symptome als "Macke" oder "Tic" bagatellisiert, obwohl diese erhebliches Leid verursachen können. Oft schämen sich Betroffene und auch Angehörige für die Beschwerden und suchen aus diesem Grund keine Hilfe auf. Begleitend können sich Depressionen, familiäre und soziale Schwierigkeiten entwickeln.
Kennzeichnend für Zwangsstörungen ist, dass die betroffene Person einen inneren Drang erlebt, bestimmte Handlungen auszuführen oder Inhalte zu denken, obwohl ihr dies zumindest teilweise als sinnlos oder überflüssig erscheint. Die Handlungen und Gedankeninhalte werden nicht als angenehm erlebt und von der Person wird Widerstand geleistet, den Impuls auszuführen. Die Zwangssymptome führen zu einer deutlichen Beeinträchtigung des Lebensvollzuges.
Bei der Zwangsstörung wird unterschieden zwischen Zwangshandlungen und Zwangsgedanken. Zwangshandlungen sind beabsichtigte und zweckmäßige Verhaltensweisen, die ritualisiert ausgeführt werde, um befürchtete Gefahren oder Katastrophen zu verhindern und damit einhergehende Ängste, Unsicherheiten etc. zu reduzieren. Häufige Erscheinungsformen sind:
Zwangsgedanken sind Gedanken, Bilder oder Vorstellungen, die sich gegen den Willen des Betroffenen in den Gedankenstrom drängen und die nicht unterdrückt werden können, obwohl sie als unsinnig erkannt werden. Inhaltlich handelt es sich meist um Befürchtungen, gesellschaftliche Regeln zu brechen, sich aggressiv zu verhalten, anderen einen Schaden zuzufügen oder sexuelle/religiöse Normen zu verletzen. Zwangsgedanken erzeugen negative Gefühle wie Angst, Unbehagen oder Anspannung.
Abschließend sei noch bemerkt, dass zwanghafte Verhaltensweisen nicht grundsätzlich krankhaft sein müssen. So sind Eigenschaften wie Sauberkeit und Ordentlichkeit in unserer Gesellschaft erwünscht und werden auch in der Erziehung gefördert. Hobbys, wie das Sammeln von Briefmarken oder anderen persönlich bedeutsamen Dingen, sind nicht unbedingt gleichzusetzen mit einem Sammelzwang. Erst wenn bestimmte Kriterien hinsichtlich Ausmaß und Beeinträchtigung für eine Person selbst oder die Angehörigen gegeben sind, ist von einer Zwangsstörung zu sprechen. Dann sollten die Betroffenen sich nicht scheuen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen und sich hinsichtlich der Behandlungsmöglichkeiten beraten zu lassen.
Bei einer agoraphobischen Erkrankung handelt es sich um Ängste bezogen auf spezielle Situationen in der Öffentlichkeit. Mehrere der folgenden Situationen werden als bedrohlich erlebt:
Es können verschiedene körperliche Begleitsymptome auftreten:
Der Schweregrad der Angst und das Ausmaß der Vermeidung unterscheiden sich, die Angst wird jedoch immer als besonders einschränkend erlebt. Die Menschen, die an Agoraphobie leiden, haben die Befürchtung, zu kollabieren, zu sterben, hilflos in der Öffentlichkeit liegen zu bleiben, unangenehm aufzufallen oder verrückt zu werden.
Symptome der Panikstörung sind:
Unter einer Sozialen Phobie versteht man unangemessen intensiv und häufig auftretendes Angst- und Panikerleben in Situationen, in denen man der Beobachtung anderer (meist fremder) Personen ausgeliefert ist. Soziale Ängste dauern lange Zeit an und können in verschiedenen Situationen auftreten. Beispielsweise, wenn man im Mittelpunkt steht, sich mit fremden Menschen unterhalten soll oder sich auf andere Weise durch andere kritisch beobachtet fühlt. Denn Menschen, die unter einer sozialen Phobie leiden, befürchten häufig, von anderen negativ bewertet oder gar abgelehnt zu werden.
Neben dem Auftreten von Panikattacken kann es auch zu weiteren Körpersymptomen wie Rotwerden, Zittern oder Stottern kommen. Diese führen dann gemeinsam mit den beschriebenen befürchteten negativen Konsequenzen zu einem Vermeiden von sozialen Situationen. Häufige Auswirkungen sind: ein ausgeprägter Leidensdruck, massive Erwartungsängste vor sozialen Situationen, Unsicherheiten im Umgang mit anderen Menschen, fehlende soziale Kontakte bis hin zu Einsamkeit und Isolation, aber auch Einschränkungen in der beruflichen Tätigkeit oder depressive Verstimmungen usw.
Darüber hinaus mangelt es einigen Menschen an Erfahrung und Wissen im Umgang mit ihren Mitmenschen, vielleicht weil sie in ihrer Kindheit wenig Gelegenheit zu einem beschützen sozialen Lernen hatten. Aus diesem Grund vermeiden sie oft aus Unsicherheit soziale Kontakte. Erst sekundär (also nachträglich) können sich auf dieser Basis soziale Ängste entwickeln. Menschen mit derartigen Problemen leiden an sozialen Defiziten.
Bei der spezifischen Phobie handelt es sich um ausgeprägte Ängste vor ganz bestimmten, eindeutig abgegrenzten Situationen, wie z.B. Angst oder Panik vor bestimmten Insekten (Spinnen), Kleintieren (Mäusen), anderen Tieren (Katzen, Schlangen), Höhen (Brücken, Türme), engen oder geschlossenen Räumen, Dunkelheit, Erbrechen, vor bestimmten Erkrankungen, Arztbesuchen oder Angst vor dem Fliegen.
Die Ängste sind dabei gewöhnlich so stark, dass die Angst auslösenden Situationen wann immer möglich gemieden werden. Abhängig von der Ausprägung des Meidungsverhaltens oder von der Notwendigkeit, die Situation bewältigen zu müssen (wie beispielsweise bei Jemandem, der eine Flugphobie hat, aber beruflich gezwungen ist, häufig zu fliegen), tritt eine oft zunehmende Behinderung bzw. Einschränkung im Alltagsleben ein. Dann ist eine Therapie indiziert.