Depression
Forschungsprojekte zu kognitiven Störungen bei (unipolarer) Depression

© Steffen Moritz
Metakognitives Training für Depression (DMKT)
Hauptbeteiligte
Prof. Dr. Steffen Moritz
Dr. Lena Jelinek
Kooperationspartner
Dr. Christoph Muhtz (Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Hamburg)
Dr. Kim Hinkelmann (Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Hamburg)
Dr. Holger Jahn (Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Hamburg)
Prof. Dr. Christian Otte (Department of Psychiatry and Psychotherapy, Charité, Berlin)
Überblick
Eine Vielzahl von Untersuchungen bestätigt, dass Patienten mit unipolarer Depression kognitive Defizite im Bereich des Gedächtnisses, der Aufmerksamkeit und der Exekutivfunktion aufweisen (z.B. Moritz et al., 2001, 2002). Wir prüfen derzeit u.a., ob es sich hierbei um episodische oder stabile Phänomene handelt (state vs. trait). Mit Hilfe semantischer Priming-Verfahren testen wir die Hypothese, dass negativ-valentes Material bei depressiven Menschen einen Verarbeitungsvorteil besitzt, der eine schnellere Assoziationsbahnung für negativ-valente Information bedingt (z.B. Moritz & Graf, 2006). In einer abgeschlossenen Untersuchung unter Verwendung einer emotionalen Variante des Deese-Roediger-McDermott Paradigmas (Moritz et al., 2005) zeigten depressive Personen in Übereinstimmung mit einem Vorbefund bessere Erinnerungsleistungen für emotionales relativ zu neutralem Material als gesunde Personen. Interessanterweise wurde emotionales und hier v.a. depressives Distraktormaterial (d.h., Wörter, die nicht gelernt werden mussten aber in der späteren Wiedererkennungsphase mit vorgegeben wurden) von depressiven Menschen signifikant häufiger fälschlich erinnert (erhöhte falsche Alarm-Rate). Dies ist ein erster Hinweis darauf, dass über den Erinnerungsvorteil für negative Episoden hinaus negativ gefärbte Intrusionen sich leichter im Gedächtnis depressiver Menschen einnisten.
In einer gerade abgeschlossenen Untersuchung (siehe Moritz et al., 2008) wiesen depressive Patienten nur dann einen Stimmungskongruenzeffekt auf (d.h. bessere Erinnerung für depressionsrelevantes Material), wenn die Information als salienter erlebt wurde (d.h. persönlich bedeutsam). Wir gehen davon aus, dass Bewertungsunterschiede bezüglich der Salienz und nicht so sehr der Valenz die Ursache des Stimmungskongruenzeffektes bei Depression darstellen (Diplomarbeit Kirsten Riedesel; Kooperation mit Marina G. Arzola, Stanford).
In Kooperation mit der Arbeitsgruppe um Dr. Otte werden die therapeutischen Konsequenzen der Modulation des Mineralkortikoidrezeptors auf kognitive Funktionen sowie der Zusammenhang zwischen Kognition und Kortisol untersucht (Hinkelmann et al., 2009; Otte et al., in press).
Publikationen siehe unten
Research on Cognitive Dysfunction in Unipolar Depression
Principal Investigators
Prof. Dr. Steffen Moritz
Prof. Dr. Steffen Moritz
Dr. Lena Jelinek
Cooperation
Dr. Christoph Muhtz (Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Hamburg)
Dr. Kim Hinkelmann (Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Hamburg)
Dr. Holger Jahn (Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Hamburg)
Prof. Dr. Christian Otte (Department of Psychiatry and Psychotherapy, Charité, Berlin)
Publikationen/Publications
Hinkelmann, K., Moritz, S., Botzenhardt, J., Riedesel, K., Wiedemann, K., Kellner, M. & Otte, C. (2009). Cognitive impairment in major depression: association with salivary cortisol. Biological Psychiatry, 66, 879-885.
Moritz, S., Heeren, D., Andresen, B. & Krausz, M. (2001). An analysis of the specifity and the syndromal correlates of verbal memory impairments in schizophrenia. Psychiatry Research, 101, 23-31.
Moritz, S., Jahn, H., Schick, M. & Graf, P. (unpublished manuscript). Facilitated semantic access for negative-valenced material in depression.
Moritz, S., Kloss, M., Jahn, H., Hand, I., Haasen, C. & Krausz, M. (2002). Executive functioning in obsessive-compulsive disorder, unipolar depression and schizophrenia. Archives of Clinical Neuropsychology, 17, 477-483.
Moritz, S., Stabba, A., Jahn, H., Schick, M., Andresen, B., Krausz, M. & Naber, D. (unpublished pilot study). Investigation of emotional semantic priming in unipolar depression. Evidence for an automatic affective response bias in depression.
Moritz, S., Gläscher, J. & Brassen, S. (2005). Investigation of mood-congruent false and true memory recognition in depression. Depression & Anxiety, 21, 9-17.
Moritz, S. & Graf, P. (2006). Performance of depressive and healthy participants on an affective priming task using word pronunciation, German Journal of Psychiatry, 9, 1-9.
Moritz, S., Voigt, K., Arzola, G. M. & Otte, C. (2008). When the half-full glass is appraised as half empty and memorised as completely empty: mood-congruent true and false recognition in depression is modulated by salience. Memory, 16, 810-820.
Otte, C., Hinkelmann, K., Moritz, S., Yassouridis, A., Jahn, H., Wiedemann, K. & Kellner, M. (in press). Modulation of the mineralocorticoid receptor as add-on treatment in depression: A randomized, double-blind, placebo-controlled proof-of-concept study. Journal of Psychiatric Research

Lisa Schilling für © AG Klinische Neuropsychologie
Hauptbeteiligte
Dr. Lena Jelinek
Dipl.-Psych. Marit Hauschildt
Prof. Dr. Steffen Moritz
Kooperationspartner
PD Dr. Christian Otte (Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Hamburg)
Das Metakognitive Training für depressive Patienten (D-MKT) versteht sich als eine Variante der kognitiven Therapie. Im Fokus steht dabei die Modifikation der dysfunktionalen Denkmuster aus einer metakognitiven Perspektive. Das Training soll den Patienten ermöglichen, die oft automatischen und unbewussten Denkmuster zu erkennen und zu korrigieren. Zu diesem Zweck wird versucht, den Teilnehmern Informationen über die depressiogenen Denkmuster spielerisch zu vermitteln und an einer Reihe von Beispielen zu veranschaulichen und so praktisch erfahrbar zu machen. Darüber hinaus stehen Annahmen über typisch depressive Strategien (z.B. "Grübeln hilft mir Probleme zu lösen", "in dem ich darüber nachdenke, tue ich ja was") sowie die dysfunktionale Strategien selbst (z.B. Gedankenunterdrückung) im Fokus des Trainings. Das Training ist im Ansatz zwar inspiriert vom Metakognitiven Training für Schizophrenie (www.uke.de/mkt), greift aber andere, depressions-relevante Denkverzerrungen auf.
Vortrag zu Thema
Jelinek, L., Hauschildt, M., Otte, C., & Moritz, S. (2009). Metakognitives Training bei
depressiven Patienten. DGPPN Kongress 2009, Berlin. download des Vortrages
Download
Unsere Metakognitive Trainingsprogramm für depressiven Patienten (D-MKT) ist in einer vorläufigen Version erhältlich. Die kostenfreie Verwendung ist gestattet unter dem Vorbehalt, dass keine kommerzielle Nutzung erfolgt. Es gelten die gesetzlichen Bestimmungen des Urheberrechts (z.B. keine Verfremdung der Materialien, keine Einarbeitung von Folien in andere Anwendungsprogramme ohne Rücksprache mit den Autoren).
Über die folgenden Pfade können Sie die insgesamt 8 Module herunterladen. Wir freuen uns jederzeit über Kommentare und Anregungen: l.jelinek [at] uke.uni-hamburg.de.
Modul (Stand: 20.1.2012) |
Modul |
| Denken und Schlussfolgern I | Modul1 |
| Gedächtnis | Modul2 |
| Denken und Schlussfolgern II | Modul3 |
| Selbstwert | Modul4 |
| Denken und Schlussfolgern III | Modul5 |
| Verhaltensweisen und Strategien |
Modul6 |
| Denken und Schlussfolgern IV | Modul7 |
| Wahrnehmung von Gefühlen | Modul8 |
| Hausaufgaben | Modul 1 - 8 |
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