Epilepsie
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Perfusions-Szintigraphie mit 99mTc-HMPAO (CeretecTM)
EPILEPSIE
Perfusions-Szintigraphie 99mTc-HMPAO (CeretecTM)
Was ist das Ziel der Untersuchung?Bei
fokalen Epilepsien werden die epiletischen Anfälle an einem bestimmten
Ort im Gehirn ausgelöst, dem epileptogenen Fokus. In der ganz frühen
Phase eines Anfalls ist nur der Bereich um den epileptogenen Fokus
betroffen. Erst danach dehnt sich der Anfall auf weitere Bereiche des
Gehirns aus. Aufgrund der Aktivität im epileptogenen Fokus ist die
Durchblutung (Perfusion) im Bereich des Fokus gesteigert. Erfolgt die
Injektion des Perfusionsmarkers
99mTc-HMPAO (Ceretec
TM)
in der frühen Phase des Anfalls (iktuale Perfusions-Szintigraphie),
kann die Lokalisation des epileptogenen Fokus durch den Nachweis der
lokal gesteigerten Perfusion gelingen (
Abbildung 11).
Die Perfusions-Szintigraphie kann bei dieser Fragestellung auch
zwischen zwei Anfällen durchgeführt werden (interiktual). In diesem
Fall erwartet man eine reduzierte Perfusion im Bereich des epiletogenen
Fokus (
Abbildung 11). Durch die Kombination von iktualer und
interiktualer Perfusions-SPECT kann die Sicherheit der Diagnose erhöht
werden (
Abbildung 11).
Wie ist der Ablauf der Untersuchung?Bei
der interiktualen Perfusions-Szintigraphie ruht der Patient zunächst
etwa 15 Minuten entspannt in einem leicht abgedunkelten Raum. Dann wird
eine sehr kleine Menge der Substanz
99mTc-HMPAO (Ceretec
TM)
in eine Armvene injiziert. Danach ruht der Patient weitere 10 Minuten.
Während dieser Zeit erfolgt die Aufnahme der Substanz im Gehirn
proportional zur lokalen Perfusion. Etwa 20 Minuten nach Injektion wird
mit einer Gammakamera ein Bild (SPECT-Aufnahme) der Verteilung der
Substanz im Gehirn gemacht. Die Aufnahme erfolgt im Liegen und dauert
etwa 45 Minuten. Dabei drehen sich die Köpfe der Kamera langsam um den
Kopf des Patienten. Während der Aufnahme kann der Patient Musik hören.
Bei der iktualen Perfusions-Szintigraphie muss die Injektion von
99mTc-HMPAO
innerhalb der ersten Sekunden des Anfalls erfolgen. Diese Untersuchung
kann daher nur bei stationärer Überwachung des Patienten in speziellen
Einrichtungen erfolgen. Die Klinik für Nuklearmedizin des UKE arbeitet
hierzu mit der Abteilung für Neurologie und Epileptologie des
Evangelischen Krankenhauses Alsterdorf zusammen.
Wie wird die Untersuchung vertragen?Allergische Reaktionen sind sehr selten.
Ist die Untersuchung mit einer Strahlenexposition verbunden?Ja, die Untersuchung ist mit einer Strahlenexposition verbunden, da
99mTc-HMPAO
radioaktiv ist. Die Strahlenexposition liegt bei etwa 2 mSv. Diese
Strahlenexposition ist vergleichbar mit der Strahlenexposition bei
einer Röntgen-Computer-Tomographie (CT). Sie ist etwa genauso hoch wie
die mittlere natürliche Strahlenexposition pro Jahr in Deutschland
(2,4 mSv).
Muss man für die Untersuchung nüchtern sein?Nein, für die Untersuchung muss man nicht nüchtern sein.
Können Medikamente die Untersuchung beeinträchtigen?Einige
Medikamente und Genussmittel beeinträchtigen die Perfusion des Gehirns.
Daher sollte der Patient diese Frage vor der Untersuchung mit dem
überweisenden Arzt besprechen. Auf jeden Fall sollte eine Liste aller
Medikamente, die eingenommen werden, zur Untersuchung mitgebracht
werden.
