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Durchblutungsstörung

Inhaltsverzeichnis

Perfusions-Szintigraphie mit 99mTc-HMPAO (CeretecTM)

DURCHBLUTUNGSSTÖRUNG


Perfusions-Szintigraphie mit 99mTc-HMPAO (CeretecTM)

Was ist das Ziel der Untersuchung?
Eine Verengung der Blutgefäße zum Gehirn, z.B. durch Arteriosklerose, kann die Durchblutung (Perfusion) des Gehirns beeinträchtigen. In diesem Fall besteht ein deutlich erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Die Perfusion des Gehirns unter Ruhebedingungen sowie die Perfusions-Reserve des Gehirns, d.h. die Fähigkeit, die Perfusion bei Bedarf angemessen zu erhöhen, kann durch die Perfusions-Szintigraphie mit 99mTc-HMPAO (CeretecTM) gemessen und bildlich dargestellt werden (Abbildung 10).
Weitere Indikationen für die Perfusions-Szintigraphie mit 99mTc-HMPAO (CeretecTM) sind: Lokalisation epileptogener Foci (siehe Abschnitt EPILEPSIE), Differential- und Frühdiagnose degenerativer Hirn-Erkrankungen, Differenzierung vaskulärer und neuronaler Ursachen, Hirnbeteiligung bei Kollagenosen, HIV-Enzephalopathie bei unauffälliger MRT.

Wie ist der Ablauf der Untersuchung? (s. auch Patienteninformationsblatt "HMPAO")
Zur Messung der Perfusion ruht der Patient zunächst etwa 15 Minuten entspannt in einem leicht abgedunkelten Raum. Dann wird eine sehr kleine Menge der Substanz 99mTc-HMPAO (CeretecTM) in eine Armvene injiziert. Danach ruht der Patient weitere 10 Minuten. Während dieser Zeit erfolgt die Aufnahme der Substanz im Gehirn proportional zur lokalen Perfusion. Etwa 20 Minuten nach Injektion wird mit einer Gammakamera (Abbildung 1) ein Bild der Verteilung der Substanz im Gehirn gemacht. Die Aufnahme erfolgt im Liegen und dauert etwa 45 Minuten. Dabei drehen sich die Köpfe der Kamera langsam um den Kopf des Patienten. Während der Aufnahme kann der Patient Musik hören. Falls zusätzlich zur Ruhe-Perfusion auch die Perfusions-Reserve gemessen werden soll, wird eine zweite Perfusions-Szintigraphie durchgeführt, diesmal unter pharmakologischer Belastung. Dazu wird dem Patienten ein Medikament (Diamox) verabreicht, das gesunde Blutgefäße zum Gehirn stark erweitert und damit die Perfusion in den versorgten Gehirnarealen deutlich erhöht. Bei eingeschränkter Perfusions-Reserve ist die Erhöhung der Perfusion als Folge der Diamox-Gabe nicht so stark, wenig oder gar nicht ausgeprägt (Abbildung 10). Ansonsten ist der Ablauf der zweiten Perfusions-Szintigraphie wie bei der ersten. Die zweite Perfusions-Szintigraphie kann am gleichen Tag oder auch an einem anderen Tag erfolgen. Pro Perfusions-Szintigraphie sollten etwa 2 Stunden Zeit eingeplant werden.

Wie wird die Untersuchung vertragen?
Allergische Reaktionen sind sehr selten.

Ist die Untersuchung mit einer Strahlenexposition verbunden?
Ja, die Untersuchung ist mit einer Strahlenexposition verbunden, da 99mTc-HMPAO radioaktiv ist. Die Strahlenexposition liegt bei etwa 2 mSv. Diese Strahlenexposition ist vergleichbar mit der Strahlenexposition bei einer Röntgen-Computer-Tomographie (CT). Sie ist etwa genauso hoch wie die mittlere natürliche Strahlenexposition pro Jahr in Deutschland  (2,4 mSv).

Muss man für die Untersuchung nüchtern sein?
Nein, für die Untersuchung muss man nicht nüchtern sein.

Können Medikamente die Untersuchung beeinträchtigen?
Einige Medikamente und Genussmittel beeinträchtigen die Perfusion des Gehirns. Daher sollte der Patient diese Frage vor der Untersuchung mit dem überweisenden Arzt besprechen. Auf jeden Fall sollte eine Liste aller Medikamente, die eingenommen werden, zur Untersuchung mitgebracht werden.



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Letzte Änderung: Claudia Hottendorff, 11.07.2007