Zu den Inhalten springen

Hauptnavigation:

Kontakt | English | Sitemap

| Home > Zentren > Kopf- und Neurozentrum > Klinik und Poliklinik für Neurologie > Aktuelles/Fortbildungen > Internationale Studie in The Lancet Neurology publiziert.

DWI-FLAIR

Internationale Studie unter Leitung von Schlaganfallforschern aus dem UKE in The Lancet Neurology publiziert

 

Eine internationale Studie unter Leitung von Schlaganfallforschern aus dem UKE bringt einen Durchbruch auf dem Weg zur Verwendung der MRT-Bildgebung als Surrogatmarker für das Alter akuter Hirnfarkte. Die Ergebnisse wurden in der Oktoberausgabe von The Lancet Neurology publiziert:

 

"MRI identifies acute ischemic stroke patients within a time window for thrombolysis - a multicentre observational study on the predictive value of DWI-FLAIR mismatch for the identification of acute ischemic stroke patients #4.5 h of symptom onset (PRE-FLAIR)"

The Lancet Neurology 2011;10:978-986

 

Die Information über den Zeitpunkt des Symptombeginns spielt eine entscheidende Rolle in der Akutbehandlung des ischämischen Hirninfarkts. Derzeit kommt eine Thrombolyse als einzige verfügbare effektive Akutbehandlung nur in Frage, wenn sie innerhalb von 4,5 Stunden nach Symptombeginn begonnen werden kann. Bei ca. 20% aller Schlaganfallpatienten ist jedoch der Zeitpunkt des Symptombeginns nicht bekannt, weil die Symptome erst bei dem Erwachen aus dem Schlaf bemerkt werden. Diese große Gruppe von Patienten ist nur aufgrund der fehlenden Information über das Zeitfenster von vorne herein von der einzig verfügbaren spezifischen Akutbehandlung ausgeschlossen. Aufgrund dieser unbefriedigenden Situation wird schon länger die Verwendung moderner bildgebender Verfahren wie der Magnetresonanztomographie (MRT) diskutiert, um anhand typischer Befundmuster das Läsionsalter bestimmen zu können. Die aktuell in The Lancet Neurology erschienene Studie hat nun nachgewiesen, dass es möglich ist, mittels MRT Patienten zu identifizieren, bei denen der Symptombeginn kürzer zurückliegt als 4,5 Stunden, und die damit von einer Thrombolyse profitieren könnten.

 

Unter Leitung von Götz Thomalla und Christian Gerloff wurden MRT-Daten von insgesamt 643 Patienten aus 10 internationalen Schlaganfallzentren untersucht. Alle Patienten waren innerhalb von 12 Stunden nach Symptombeginn mittels MRT untersucht worden. Das Studienteam konnte dabei zeigen, dass mit Hilfe der Beurteilung zweier verschiedener MRT-Sequenzen ("diffusion weighted imaging", DWI und "fluid attenuated inversion recovery", FLAIR) Patienten identifiziert werden können, deren akute Hirninfarkte ein Alter von weniger als 4,5 Stunden haben. Das Vorliegen eines typischen Musters (des sogenannten "DWI-FLAIR Mismatch", d.h. eines im DWI sichtbaren akuten Hirninfarktes bei unauffälligem FLAIR, siehe Abildung) erlaubte die Identifikation von Patienten innerhalb eines Zeitfensters von 4,5 Stunden nach Symptombeginn mit Spezifität 0,78 und einem positiven Vorhersagewert von 0,83. Bei Eingrenzung der Stichprobe auf Patienten, welche typischerweise für eine Thrombolyse in Frage kommen (d.h. Patienten mit Infarkt im Territorium der A. cerebri media und relevantem neurologischem Defizi), lag der positive Vorhersagewert bei 0,87, d.h. bei 87% aller Patienten mit dem Bildbefund eines "DWI-FLAIR Mismatch" lag der Symptombeginn tatsächlich im Zeitfenster von 4,5 Stunden. 

 

Diese Ergebnisse ebnen den Weg für eine randomisierte kontrollierte Studie zur MRT-basierten Thrombolyse bei Schlaganfallpatienten mit unbekanntem Zeitpunkt des Symptombeginns. Diese Studie (Akronym "WAKE-UP") wird von der Europäischen Union im 7. Rahmenprogramm (FP7) mit 11,6 Mio. € gefördert und Ende 2011 beginnen.

 
Kontakt:

Prof. Dr. Christian Gerloff

PD Dr. med. Götz Thomalla

Klinik und Poliklinik für Neurologie

Kopf- und Neurozentrum

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Martinistr. 52
20246 Hamburg
Tel. 040-7410-53770
Fax 040-7410-56115
gerloff@uke.de
thomalla@uke.de
Seitenanfang    Seite drucken


© Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Impressum
Letzte Änderung: Florian Reiter, 21.11.2011