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Wirbelsäulenchirurgie > Tumoren der Wirbelsäule und im Spinalkanal

8. Tumoren der Wirbelsäule und im Spinalkanal

 

8.1 Klinische Bilder

8.2 Operative Zugänge

8.3 Embolisation

8.4 Mikrochirurgische Resekektion  

8.5 Stabilisierung der Wirbelsäule

8.4 Nachbehandlung


  

8. Tumoren der Wirbelsäule und im Spinalkanal:


  
 Wie jedes andere Organ, kann auch die Wirbelsäule durch Tumoren befallen werden. Diese können sowohl gutartig sein, d.h. ohne Tochtergeschwülste in anderen Bereichen, oder bösartig. Die Beschwerden, die diese Tumoren verursachen, können vielfältig sein, je nach Lage, Größe und Wachstumsgeschwindigkeit des Tumors. Nicht ungewöhnlich sind Schmerzen, die auf übliche Schmerzmedikamente nicht ansprechen und die sich im Liegen (insbesondere nachts) zuspitzen.

Die Kernspintomographie ist die Untersuchung der ersten Wahl, um Tumoren der Wirbelsäule festzustellen (Abb.29).  
 

 


    Abb. 29:
Kernspintomographie der Halswirbelsäule: Ein gutartiger Tumor, ausgehend von den Wirbelbögen drückt gegen das Rückenmark. 
 
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8.1 Klinische Bilder:


Geschwülste im Bereich der Wirbelsäule verhalten sich leider nicht einheitlich: Somit ist eine allgemeine Aussage hinsichtlich ihrer Beschwerden nicht möglich. Tumoren können im Bereich der Wirbelsäule entstehen: Dabei handelt es sich meistens um gutartige Geschwülste mit einer mehrjährigen Vorgeschichte im jungen und mittleren Lebensalter. Die Wirbelsäule wird jedoch bevorzugt im fortgeschrittenen Lebensalter durch Tochtergeschwülste (Metastasen) von Tumoren anderer Organe befallen (Abb. 30). Häufig sind die dadurch verursachten Rückenschmerzen, die nicht auf Medikamente ansprechen, der erste Hinweis auf ein Tumorleiden. Bei Auftreten von zusätzlichen Lähmungen oder Taubheitsgefühlen ist die kurzfristige Durchführung einer Kernspintomographie die Untersuchung der 1. Wahl.
 


    Abb. 30:
Kernspintomographie der Lendenwirbelsäule: Die Absiedlungen eines malignen Tumors durchsetzen die Wirbelkörper an vielen Stellen.  
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8.2 Operative Zugänge:


Tumoren der Wirbelsäule und im Spinalkanal werden von der im Einzelfall günstigsten Richtung angegangen: Dies kann sowohl durch den Rücken, als auch durch den Brustkorb oder die Flanke sein. In einigen Fällen ist ein kombinierter Zugang erforderlich. Ziel eines jeden Zuganges ist die vollständige oder weitestgehende Tumorresektion ohne nennenswerte neurologische Ausfälle zu verursachen (Abb. 31). 
 
 
   
 Abb. 31:
(links) Brustwirbelkörper, der durch einen bösartigen Tumor von rechts weitgehend zerstört wird;
(Mitte) intraoperatives Bild: Nach Entfernung des Tumorgewebes wird der rechtsseitige Teil des Wirbelkörpers mittels eines Titanimplantates ersetzt. Unmittelbar rechts daneben erkennt man die Rückenmarkshaut;
(rechts) postoperatives Röntgenbild: Man erkennt das Titanimplantat, das den rechtsseitigen Teil des Wirbelkörpers ersetzt. 
 
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8.3 Embolisation:


Einige Tumoren sind sehr gefäßreich, so dass intraoperativ mit einem erheblichen Blutverlust und entsprechender Transfusion von Blut gerechnet werden kann. Um dies zu vermeiden, können die Tumoren vor der Operation mittels einer Katheteruntersuchung durch ein Gefäß in der Leiste (Angiographie) dargestellt werden und mit Kunststoffpartikeln "verstopft" werden: Dadurch wird der Blutverlust während des Eingriffes erheblich reduziert (Abb.32). 
 

    
 Abb. 32:
(links) Gefäßdarstellung eines Tumors im Bereich der Halswirbelsäule: Man erkennt zahlreiche Gefäße, die die Geschwulst versorgen; (rechts) nach Embolisation sind kaum mehr zuführende Gefäße erkennbar.  
 
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8.4 Mikrochirurgische Resektion:

Bei Tumoren, die in der Nähe des Rückenmarkes oder von Nervenwurzeln lokalisiert sind, ist der Einsatz des Mikroskopes und von Mikroinstrumenten unbedingt erforderlich, um auf kleinstem Raum den (oft gutartigen) Tumor zu entfernen unter gleichzeitiger Schonung der Nervenstrukturen. 
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8.5 Stabilisierung der Wirbelsäule:


Wenn die Entfernung des Tumors gleichzeitig eine ausgedehnte Entfernung von Knochenstrukturen erfordert, kann die Wirbelsäule in diesem Segment instabil werden. Aus diesem Grunde ist die Verankerung des operierten Segmentes an gesunde und stabile Nachbarwirbelkörper mittels Schrauben und Stäben erforderlich. Dieses Verfahren nennt man eine "Instrumentation". 
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8.6 Nachbehandlung:

Je nach Gewebeart des Tumors kann nach der Operation eine zusätzliche Strahlentherapie oder Chemotherapie erforderlich sein, um Resttumorzellen zu vernichten. Sollten nach einem Eingriff gelegentlich unvermeidliche Teillähmungen an Armen und Beinen aufgetreten sein, ist eine intensive krankengymnastische Behandlung erforderlich, um eine Rückbildung der neurologischen Ausfälle zu erzielen. 

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Letzte Änderung: Johannes A. Koeppen, 24.01.2005

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