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7. Infiltrationstechniken an Nervenwurzeln und an der Wirbelsäule

7.1 Periradikuläre Therapie (PRT)

7.2 Infiltationen der Gelenkfacetten

7.3 Infiltationen des Ileosakralgelenkes (ISG)

7.4 Thermokoagulation

 
  
 
  

7.1 Periradikuläre Therapie:

  
 Wenn Nervenwurzeln durch einen Bandscheibenvorfall gereizt, jedoch nicht irreversibel geschädigt sind, kann die örtliche Injektion von Betäubungsmittel und eines sich langsam auflösendem Cortison-Präparates eine Linderung der Schmerzen und eine Rückbildung der Wurzelschwellung bewirken. Die Injektion an einer bestimmten Nervenwurzel erfolgt nicht "blind", sondern mit Hilfe einer Computertomographie oder unter Röntgendurchleuchtung. Beiden Verfahren ist gemeinsam, dass die Richtung der Kanüle genau auf die Wurzel gezielt wird, ohne Nachbarstrukturen zu verletzen. Die PRT kann mehrfach wiederholt werden, stellt jedoch selten eine Dauertherapie dar (Abb.27).
 
  
   Abb. 27:
Unter computertomographischer Kontrolle wird eine feine Kanüle in unmittelbare Nähe der zu behandelnden Wurzel eingeführt. Nach Überprüfung der korrekten Lage werden ein örtliches Betäubungsmittel und Cortison gespritzt. 
 
  
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7.2 Infiltration der Gelenkfacetten:


Wenn die klinische Untersuchung darauf hinweist, dass die Gelenke üblicher Weise im Bereich der Lendenwirbelsäule oder der Halswirbelsäule infolge von Arthroseerscheinungen schmerzhaft sind, können diese Strukturen ebenfalls unter computertomographischer oder röntgenologischer Kontrolle mit feinen Kanülen "gespritzt" werden (Abb. 28). Die Beschwerdelinderung hält je nach Befund von wenigen Tagen bis zu 6 Monaten an. Die Ursache dieser unterschiedlichen Wirkungszeit bei gleicher Infiltrationstechnik ist nicht bekannt. Die Maßnahme kann wiederholt werden und falls indiziert, von einer Thermokoagulation (siehe unten) ersetzt werden. 
   

    Abb. 28:
Intraoperative Röntgenansicht der Gelenke des 3. und 4. Lendenwirbelkörpers, die mit Kanülen gespritzt werden.  
 
  
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7.2 Infiltration des Iliosakralgelenkes (ISG):

Fehlstellungen der Lendenwirbelsäule sowie des Beckens können zu einer schmerzhaften Reizung des Gelenkspaltes zwischen Kreuzbein und Beckenknochen (das Iliosakralgelenk, ISG) führen. Wenn andere mögliche Ursachen beseitigt sind (z.B. Ausgleich einer Beinlängendifferenz) kann die Infiltration des ISG mit örtlichem Betäubungsmittel und Cortison auf ähnliche Weise wie eine Infiltration der lumbalen Gelenkfacetten durchgeführt werden.  
  
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7.3 Thermokoagulation:


Wenn mindestens 2 Infiltrationen der Gelenkfacetten sich als erfolgreich erwiesen haben, jedoch nur über begrenzte Zeit, ist die Durchführung einer teilweisen Verödung der Gelenkkapsel hilfreich. Diese wird mit einer der Infiltration ähnlichen Technik durchgeführt: Anstelle der Injektion von Medikamenten wird jedoch über eine feine Kanüle die Gelenkkapsel mittels schwach dosiertem Strom verödet. Der Vorteil besteht in einer über Monate und Jahre anhaltenden Wirksamkeit.
 
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Letzte Änderung: Dr. Johannes A. Koeppen, 24.01.2005

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