| Home > Zentren > Kopf- und Neurozentrum > Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie > Patienteninformation > Wirbelsäulenchirurgie > Anatomie der Wirbelsäule und des Rückenmarkes
Die Wirbelsäule gliedert sich auf in:
1. Halswirbelsäule ( 7 Wirbelkörper),
2. Brustwirbelsäule (12 Wirbelkörper),
3. Lendenwirbelsäule ( 5 Wirbelkörper),
4. Kreuzbein ( 5 verschmolzene Wirbelkörper),
5. Steißbein ( 5 rudimentäre Wirbelkörper) (Abb. 1a-d)
Abb. 1a:
Die Wirbelsäule besteht aus 32 Wirbelkörpern, die in einer doppelten S-Form miteinander verbunden sind. Zu Beginn der Entwicklung des Embryo ist das Rückenmark so lang wie die Wirbelsäule. Zum Zeitpunkt der Geburt ist das Rückenmark bis zum 2. Lendenwirbelkörper aufgestiegen (Pfeil).
Abb. 1b-d:
(b) Die Halswirbelsäule ist der beweglichste Abschnitt: Dem entsprechend sind ihre Bandscheiben (hellblau) einer großen Belastung ausgesetzt. Die Nervenwurzeln (gelb) treten paarweise durch die Wurzelkanäle aus. (c) Die Brustwirbelsäule ist hingegen Dank des Rippengitters eher unbeweglich. Bandscheibenvorfälle sind hier außerordentlich selten. (d) Die Lendenwirbelsäule weist die kräftigsten Wirbelkörper und Bandscheiben auf. Die Einengung der entsprechenden Nervenwurzeln verursacht den bekannten Ischiasschmerz.
Die Stützfunktion der Wirbelsäule wird im vorderen Abschnitt durch die in doppelter S-Form übereinander liegenden Wirbelkörper gewährleistet. Zwischen den einzelnen Wirbelkörpern befinden sich die Bandscheiben. Im hinteren Anteil der Wirbelsäule gewährleistet die Reihe der sich gegeneinander abstützenden Gelenke die Stabilität. Die Gelenke selbst sind durch Bandapparat und Gelenkkapseln miteinander verbunden.
Wirbelkörper, Bandscheiben und Bänder bilden einen Kanal (Wirbel- oder Spinalkanal), der zum Schutz des Rückenmarkes und der hiervonaustretenden Nervenwurzeln gedacht ist. Bandscheiben, Bandapparat und Muskelsystem ermöglichen die Beweglichkeit der Wirbelsäule.
Das Rückenmark überträgt Informationen des Gehirnes an Nervenwurzeln, die die Muskulatur versorgen und somit die Beweglicheit des Körpers steuern. Umgekehrt werden Informationen bezüglich Berührungs- und Temperatur-empfinden über Nervenwurzeln und Rückenmark an das Gehirn weitergeleitet. Die Übertragung von Informationen erfolgt in Form von elektrischen Impulsen (Abb. 2).

Abb. 2:
Querschnitt der Halswirbelsäule:
Das Rückenmark (1) und die davon abgehenden Nervenwurzeln (2) sind von einer Rückenmarkshaut (3) umgeben. Das Rückenmark liegt im
Wirbelkanal (4). Der Wirbelkörper (5) schützt die empfindlichen Strukturen von vorne und die Wirbelbögen (6) von hinten.
Unterschiedliche Krankheiten können die Stütz-, Schutz- und Beweglichkeitsfunktion der Wirbesäule, oder die elektrische Impulsübertragung des Rückenmarkes beeinträchtigen. Auf den nächsten Seiten soll auf diejenige eingegangen werden, die einer operativen Behandlung zugänglich sind.