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Wirbelsäulenchirurgie

Mikrochirurgische Operationen an der Wirbelsäule und am Rückenmark

Einleitung

Die Bestandteile der Wirbelsäule, d.h. die Wirbelkörper, die Bandscheiben und die Wirbelkörpergelenke können durch unterschiedliche Erkrankungen geschädigt werden. Dazu zählen angeborene Verkrümmungen der Wirbelsäule (Skoliose), unfallbedingte Wirbelkörperbrüche und Wirbelkörperverschiebungen (Frakturen und Dislokationen), Verschleißerscheinungen der Wirbelkörper und der Bandscheiben (Spondylosen und Bandscheibenvorfälle) und entzündliche Ursachen (rheumatische Erkrankung sowie Wirbelkörper- oder Bandscheibeninfektionen). Außerdem können die Wirbelsäule und die im Spinalkanal enthaltenen Strukturen wie Nervenwurzeln und Rückenmark, von gut- und bösartigen Tumoren befallen werden.  
 
In vielen Fällen ist zur Behandlung dieser Erkrankungen ein operativer Eingriff erforderlich: Aufgrund der Vielfalt der Ursachen, der unterschiedlichen Lage sowie des unterschiedlichen Umfanges der Prozesse ist es nachvollziehbar, dass ebenfalls sehr viele unterschiedliche Operationstechniken notwendig sind, um für die Patienten die größtmögliche Sicherheit und die besten Ergebnisse erzielen zu können. 
 
Die Operationstechniken der Wirbelsäulen- und Rückenmarkschirurgie können vereinfacht in 3 Gruppen aufgeteilt werden: 
 
1. Die konventionelle Chirurgie (sogenannte große oder Makrochirurgie): Sie kommt überwiegend in der Behandlung von Frakturen und angeborenen Krümmungen der Wirbelsäule zum Tragen und wird meistens durch das Einsetzen von Schrauben und Stäben aus Titan gekennzeichnet. 
 
2. Die "minimal invasive" Chirurgie 
 
2.1 Die Mikrochirurgie: Merkmal ist der Einsatz des Mikroskopes, d.h. eines besonderen Gerätes, das imstande ist, den üblicher Weise sehr kleinen Operationsbereich (wenige cm) stark zu vergrößern und gleichzeitig intensiv zu beleuchten. Hierbei handelt es sich meistens um Eingriffe bei degenerativen und tumorösen Erkrankungen 
 
2.2 Die endoskopische Chirurgie: Mittels eines stäbchenförmigen Linsen-und Kaltlichtfaser Systems wird das Bild des Operationsbereiches auf einen Fernsehschirm übertragen. Über besonders entwickelte Instrumente ist der Operateur imstande, durch ein Röhrchen das Gewebe im Operationsbereich zu manipulieren. 
 
An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass in sich keine der 3 aufgelisteten Operationstechniken grundsätzlich den anderen überlegen ist. Vielmehr kommt es in dem individuellen Fall darauf an, welches der Verfahren am besten den Besonderheiten des gegebenen Befundes gerecht wird. Einige Krankheitsbilder können nur mit einer Technik behandelt werden. Bei anderen Befunden sind 2 Techniken einsetzbar: In solchen Fällen entscheidet sich üblicher Weise der Operateur für den Eingriff, den er mit größerer Erfahrung und Sicherheit beherrscht. 
 
Im Folgenden soll ein Überblick der mikrochirurgischen Eingriffsmöglichkeiten bei degenerativen und tumorösen Erkrankungen der Wirbelsäule gegeben werden.  
 
Achtung: Die folgenden Kapitel enthalten allgemeine Informationen über die unterschiedlichen Krankheitsbilder und den entsprechenden operativen Behandlungs- methoden. Wenden Sie sich bei Fragen, die Ihren speziellen Fall betreffen an den Hausarzt oder an Ihren behandelnden Orthopäden bzw. Neurologen. Nur informierte Patienten/innen sind entspannt.
Im Text beziehen sich zur besseren Verständlichkeit Begriffe wie Patient, Arzt auch auf das weibliche Geschlecht. Eine Diskriminierung wird ausgeschlossen.

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Letzte Änderung: Andreas Plate, 11.04.2007

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