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Arbeitsgruppe Geriatrische Onkologie

Leitung:
Prof. Dr. med. Carsten Bokemeyer  / PD Dr. Dr. med. Friedemann Honecker

Mitarbeiter:
Prof. Dr. med. Carsten Bokemeyer
PD Dr. Dr. med. Friedemann Honecker

Kontakt:
PD Dr. Dr. med. Friedemann Honecker
Onkologisches Zentrum
II. Medizinische Klinik u Poliklinik
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistr. 52
D-20246 Hamburg
Tel: +49-40-7410-53679
Fax +49-40-7410-55896
e-mail: f.honecker@uke.uni-hamburg.de



Tumoren sind in der großen Mehrzahl Erkrankungen des höheren Lebensalters. Die Betreuung älterer Patienten mit Tumorerkrankungen ist eine Herausforderung der täglichen Praxis. Eine Vielzahl von Faktoren bedingt häufig eine eingeschränkte Therapiefähigkeit im höheren Alter und weist  einer sorgfältigen Auswahl der Therapiemaßnahmen sowie einer adäquaten Supportion einen besonderen Stellenwert zu. Hierbei ist zwischen altersbedingten physiologischen Organveränderungen und möglicherweise reversiblen pathologischen Veränderungen im Rahmen der Grunderkrankung oder von Komorbiditäten zu unterscheiden. In vielen Fällen wird bei älteren Tumorpatienten aufgrund physiologischer,  kognitiver, emotionaler und sozio-ökonomischer Einschränkungen auf die Durchführung einer zytostatischen Therapie verzichtet. Viele Chemotherapeutika zeigen eine geringe therapeutische Breite, weshalb es bei einer Verminderung der hepatischen und renalen Clearance zu einer gefährlichen Kumulation der Substanzen oder ihrer Metaboliten kommen kann. Altersbedingte Änderungen pharmakokinetischer Parameter werden somit bei der Wahl der Arzneimitteldosis bedeutsam. Ältere Patienten können unter einer Chemotherapie eine signifikante Verschlechterung ihres Allgemeinzustands, der Bewältigung von instrumentellen Aktivitäten des täglichen Lebens (und somit ihrer Unabhängigkeit) sowie ihrer Gemütslage erfahren, insbesondere wenn es zum Auftreten schwerer Toxizitäten kommt. Auf der anderen Seite erleben manche ältere Patienten, die durch eine Therapie eine effektive Symptomkontrolle ohne allzu schwere Nebenwirkungen erfahren, eine messbare Verbesserung ihres Allgemeinzustands. Im fortgeschrittenen Alter ist somit eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung besonders wichtig. Mit der zunehmenden Absicherung des Einsatzes einer Chemotherapie bei älteren Patienten durch Therapiestudien im palliativen Sektor ist eine zunehmende Bedeutung der Geriatrischen Onkologie zu verzeichnen. Weitere wissenschaftliche Bemühungen zur besseren Abschätzung der Therapiefähigkeit älterer Tumorpatienten sowie die Erarbeitung von Therapierichtlinien sind notwendig, um die Besonderheiten der Behandlung dieser Patienten herauszuarbeiten und Therapieentscheidungen auf eine solide Grundlage zu stellen.


Forschungsschwerpunkte:

Erfassung klinisch-epidemiologischer Daten und Beschreibung der Versorgungssituation bei älteren Patienten mit Tumorerkrankungen in einer Registerstruktur, Erhebung der Prävalenz geriatrischer Probleme in diesem Kollektiv
Korrelation klinisch-epidemiologischer Daten mit Therapieentscheidungen und Suche nach Faktoren mit prädiktivem Wert hinsichtlich Therapieverlauf und Auftreten von Toxizitäten
Kritische Evaluation von Screening-Instrumenten der Geriatrie an diesem Patientenkollektiv hinsichtlich Aussagefähigkeit, Zeitaufwand und Realisierbarkeit im klinischen Alltag

Projekte:

Erstellen und Ausarbeiten eines Muster-Curriculums zur Geriatrischen Onkologie als einwöchiger Kurs (5 x 8 Stunden; außerdem 1 Praxistag mit 8 Stunden Hospitanz in einer Einrichtung der klinischen Geriatrie mit etabliertem geriatrischem Assessment); Zielgruppe sind Internisten mit dem Schwerpunkt der Betreuung geriatrisch-onkologischer Patienten (Hämato-/Onkologen bzw. Geriater)
Aufbau einer Registerstruktur unter Einschluß ambulant und stationär betreuter älterer Tumorpatienten >= 70 Jahre zur Erfassung der individuellen Ressourcen und Defizite (Alter, Geschlecht, Körpergröße und -gewicht, Komorbiditäten, Zuweiser, häusliche Versorgung, Tumordiagnose, Therapieform und Toxizitäten).
Durchführung eines kurzgehaltenen geriatrischen Assessments (Einsatz geriatrischer Screeninginstrumente wie ADL, IADL, MMSE, Mobilität und Sturzgefahr).
Translationale Forschung: Evaluation von Faktoren mit potentiell prognostischem Wert bei älteren Tumorpatienten. Erhebung von biologische Parameter wie Interleukinen, Faktoren von Entzündungsprozessen, des Metabolismus/der Eiweißsynthese sowie der zellulären Alterung (Telomerbiologie) und Korrelierung mit den klinischen Daten.

Kooperationen:

Interdisziplinäre Arbeitsgruppe Geriatrische Onkologie der DGHO/DGG
IN-GHO, Initiative Geriatrische Hämatologie und Onkologie von ORTHO BIOTECH, Division of Janssen-Cilag GmbH

Hier finden sie einen Link zum Zentrum für Weichteilsarkome, GIST und Knochentumore, des Südwestdeutschen Tumorzentrums, wo ein Protokoll für die Studie "Trofosfamid versus Adriamycin" bei älteren Patienten mit Weichteilsarkomen zu finden ist.


Relevante Literatur:

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Letzte Änderung: Klemens Kösters, 09.06.2011