| Home > Zentren > Zentrum für Psychosoziale Medizin > Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychotherapie und -psychosomatik > Beratungsstelle Kinder körperlich kranker Eltern

Ärztliche Leitung: Prof. Dr. med. Georg Romer
Projektleitung: Dr. phil. Dipl.-Psych. Birgit Möller
Mitarbeiterinnen:
Julia Hollerbach (Psychologin)
Silja Knöchel (Ärztin)
Thomas Krattenmacher (Psychologe)
Franziska Kühne (Psychologin)
Eva Willmann (Sozialpädagogin)
Liebe Eltern
Sie sind durch eine ernsthafte, vielleicht sogar lebensbedrohliche körperliche Erkrankung belastet und haben minderjährige Kinder? Vielleicht fragen sie sich manchmal, wie Sie in dieser Situation angemessen auf Ihr Kind eingehen können. Möglicherweise sind Sie unsicher, was Sie den Kindern sagen können und was diese verstehen. Oder Sie wundern sich, dass Ihr Kind wenig nachfragt, wenn es um Ihre Erkrankung oder die Ihres Partners geht. Welche Worte begreift es, wie viel Wahrheit verträgt es? Dabei geht es um eine Wahrheit, die für Sie selbst bestürzend ist.
Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass sich solche und noch viele weitere Fragen für Eltern stellen, wenn sie selbst mit einer schweren körperlichen Krankheit konfrontiert sind. Eine solche Situation ist immer belastend. Es ist also verständlich, wenn Sie als Eltern erst einmal unsicher sind, wie Sie die Krankheit mit ihren Gefahren und Ungewissheiten erklären können.
Daher haben wir ein Beratungsangebot für Familien mit Kindern - von der Säuglingszeit bis ins Jugendalter - entwickelt, in denen ein Elternteil ernsthaft erkrankt ist. Ziel unserer Arbeit ist eine präventive Unterstützung der Mütter, Väter und Angehörigen. In Gesprächen versuchen wir, die Situation und möglicherweise auftretende Schwierigkeiten mit Ihnen gemeinsam zu erfassen. Dabei kann es um alle Fragen gehen, die die Auswirkungen der körperlichen Erkrankung auf die Beziehungen zu den Kindern und deren Entwicklung betreffen. Wir möchten Ihnen dabei helfen, als Familie miteinander ins Gespräch zu kommen: Über die Krankheit, über Ihre Wünsche, Ängste und Fragen, über das, was sich schwer sagen lässt.
Warum Beratung?
Auch wenn Ihr Kind keine besonderen Anzeichen seelischer Belastung zeigt, kann eine Beratung von Eltern und Kindern sinnvoll sein, um gemeinsam nach Wegen zu suchen, wie Sie Ihr Kind in einer für die ganze Familie schwierigen Zeit unterstützen können.
Viele betroffene Kinder wollen ihre Eltern in dieser Situation nicht auch noch mit Sorgen belasten. Also versuchen sie, mit ihren Problemen alleine fertig zu werden - so gut es eben geht. Viele Kinder reifen an dieser Situation und entwickeln eine besondere Stärke. Manche überfordern sich damit. Unlust, Rückzug, Schwierigkeiten in der Schule, Bettnässen, Essstörungen oder weitere psychosomatische Symptome können, müssen aber nicht die Folge sein. Frühzeitige Beratung kann helfen, Entwicklungskrisen vorzubeugen.
Warum es sowohl für Ihre Kinder als auch für Sie als Eltern so wichtig ist, miteinander ins Gespräch zu kommen, ist aus zahlreichen Untersuchungen bekannt:
Gründe, warum Kinder über die Erkrankung ihrer Eltern informiert werden sollen:
Wie läuft die Beratung ab?
Wir bieten zunächst ein ausführliches Gespräch mit möglichst beiden Eltern an. Danach lassen sich je nach Bedarf weitere Elterngespräche, gemeinsame Familiengespräche bzw. Einzeltermine mit Ihrem Kind vereinbaren. Vorrangiges Ziel ist, dass Sie sich als Eltern durch unsere fachliche Unterstützung im Umgang mit Ihrem Kind oder Ihren Kindern sicherer fühlen. Auch versuchen wir, Kinder und Jugendliche in ihren Fähigkeiten zu stärken, die Situation zu bewältigen.
Üblicherweise reicht eine vorübergehende unterstützende Begleitung durch wenige Beratungstermine im Zeitraum von einigen Monaten aus. Danach können sich Familien bei Bedarf wieder melden, um die Beratung fortzusetzen.
Wer sind wir?
Wir sind ein multiprofessionelles Team aus Ärzt/inn/en, Psycholog/inn/en und einer Erziehungswissenschaftlerin an der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters. Wir stehen in enger Kooperation mit dem Universitären Cancer Center Hamburg (UCCH). Unsere Beratungsstelle "Kinder körperlich kranker Eltern" wird durch die Deutsche Krebshilfe im Rahmen eines überregionalen Verbundprojekts "Psychosoziale Hilfen für Kinder krebskranker Eltern" gefördert.
Kosten
Für die Vorstellung Ihres Kindes benötigen wir einen Überweisungsschein vom Kinderarzt oder Hausarzt.
Kontakt und Anmeldung
Die Anmeldung erfolgt telefonisch über unser Sekretariat:
Angela Cordt
Telefon: 040-7410-52230
Mo - Fr: 9:00 - 16:00 Uhr
Wir rufen Sie dann zurück und vereinbaren einen Gesprächstermin mit Ihnen. Die Gespräche finden auf dem Gelände des UKE im Gebäude der KJP (Haus W 35) oder in unserem Raum im Hubertus Wald Tumorzentrum/ UCCH (Haus O 24) statt. Wenn Sie derzeit als Patient/in stationär im UKE behandelt werden, können wir für ein Gespräch zu Ihnen kommen. Die Anmeldung erfolgt in diesem Fall über den Stationsarzt/die Stationsärztin (Konsil).
Buchempfehlungen
Hier haben wir Dir einige Bücher zusammengestellt, die Dir helfen können, mit Deinem Kummer, Deinen Ängsten fertig zu werden.
Für Kinder bis 12 Jahre:
"Sohn der blauen Pferde", Bill Martin & John Archambault, Franckh Kosmos, 1996
Der alte Indianer erzählt seinem Enkel das Geschehen des Lebens.
"Hat Opa einen Anzug an?", Amelie Fried, Hanser Verlag, 1997
Nach Opas Tod sind die Erwachsenen auf einmal so merkwürdig. Sie weinen, tragen dunkle Anzüge und jeder sagt etwas anderes.
"Der Drache mit den roten Augen", Astrid Lindgren, Verlag Oetinger, 1989
Ist so ganz anders als die anderen Tiere auf dem Hof.
"Im Land der Dämmerung", Astrid Lindgren, Verlag Oetinger, 1995
Dorthin entschwinden die Kinder in ihrer Phantasie, wenn der Alltag zu mühevoll wird.
"Da war es auf einmal so still", Linde von Keyserlingk, Herder Verlag, 2001
Viele Geschichten vom Tod und Abschiednehmen
"Tina und der Teddybär", Birgitta Hogger, Book on Demand, 2000
Mutter erkrankt an Hirntumor
"Indianerjunge kleiner Mond", Winfried Wolf, Nord-Süd Verlag, 1992
Der kleine Indianer macht sich auf die Suche nach seinen Eltern.
Für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahre:
"Jakob hinter der blauen Tür", Peter Härtling, Beltz und Geberg, 1989
Nach dem Tod des Vaters kommt Jakob mit sich und seiner Umwelt nicht mehr zurecht.
"Jenseits der Lügen", Paula Vox, Verlag Sauerländer, 1998
Aidserkrankung des Vaters, die dieser am liebsten verschweigen möchte. Vater und Sohn finden ihre gemeinsame Sprache wieder.
"Die Brüder Löwenherz", Astrid Lindgren, Verlag Oetinger, 1995
Von Tod und Krankheit der Geschwister Löwenherz
"Für Isabel war es Liebe", Mirjam Pressler, Beltz & Gelberg Verlag, 2002
Isabel liebt Daniela und sie schwärmt für den Maler Modigliani. Sie erlebt Freude und Schönheit. Aber auch Schmerz, denn ihre Mutter ist schwer krank.
"Die Fragen des Lebens", Fernando Savater, Campus-Verlag, 2000
Der Autor lädt uns ein in die Welt der Philosophie.
"Und wenn ich falle", Marie-Thérès Schins, dtv, 2001
Vom Mut, traurig zu sein
"Wenn Kevin bleibt", Harry Mazer, dtv, 1991
Kann das Leben weitergehen, wenn beide Eltern bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kommen?
"Starker Sohn und Schwester", Kirkpatrick Hill, Beltz und Gelberg, 1996
Tod der Mutter - die Geschwister beginnen ein neues Leben
"Lockruf", Brigitte Blobel, Unionsverlag Sansibar, 2001
Tod des Vaters, Konflikte mit der Mutter
"Solange die Zikaden schlafen", Jutta Treiber, Verlag Ueberreuther, 1998
Nach dem Tod der Mutter sucht sich der Vater eine neue Frau. Die zu mögen ist ganz schön schwer.
"Das Zeichen in meiner Hand", Kevin Henkes,dtv, 1999
Die Großmutter stirbt und hinterlässt ein riesiges Loch
"Maries Geheimnis", Torill Eide, dtv, 1997
Tod der Mutter durch Krankheit