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Die wissenschaftlichen Arbeitsschwerpunkte der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie- psychotherapie und -psychosomatik liegen derzeit auf folgenden Gebieten:
Dynamisches Licht von Philips optimiert die Beleuchtungssituation für unterschiedliche Unterrichtssituationen in Schulklassen, indem den Lehrern sieben Lichtprogramme mit unterschiedlicher Beleuchtungsstärke und ähnlichster Farbtemperatur zur Verfügung gestellt werden.
Das Hauptziel dieser Untersuchung ist die Gewinnung von wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Wirkung von dynamischem Licht im Schulunterricht auf Aufmerksamkeit/Konzentration, Hyperaktivität und externale Aggression der Schülerinnen und Schüler.
Die Evaluation wird in einer kontrollierten Feldstudie mit einem quasiexperimentellen Vorgehen unter Kombination von quer- und längsschnittlichen Betrachtungen durchgeführt. Beteiligt sind 116 Hamburger Schüler und 11 Lehrer verschiedener Altersstufen und Schulformen. Zur Testung von Aufmerksamkeit/Konzentration werden der d2-Konzentrationstest von Brickenkamp und der Lesetest von Schneider et al. verwendet. Motorische Unruhe wird durch die Bewegung der Schüler auf Pixelebene eines digitalen Films gemessen. Zur Erhebung von Aggressivität wird das Beobachtungssystem BASYS von Wettstein verwendet.
Die Ergebnisse der Aufmerksamkeits-/Konzentrationstestung belegen einen signifikanten Vorteil für die Interventionsgruppe in der Fehlerrate des d2-Konzentrationstests und in der Lesegeschwindigkeit. Die Hyperaktivitätsprüfung zeigt einen signifikanten Rückgang der motorischen Unruhe ebenfalls zum Vorteil der Interventionsgruppe.
Die Ergebnisse der systematischen Verhaltensbeobachtung zur Aggressivität zeigen einen leichten Vorteil zu Gunsten der Interventionsgruppe. Die Schüler schätzen sich darüber hinaus im Prä-Post-Vergleich über das gesamte Schuljahr als tendenziell weniger aggressiv ein.
Lehrer- und Schülerbefragungen zeigen, dass ein höherer Preis und ein leicht erhöhter Energieverbrauch des dynamischen Lichts akzeptiert werden, wenn insgesamt Energie eingespart wird oder die Wirkung der Technik wissenschaftlich belegt ist.
Insgesamt betrachtet zeigt das dynamische Licht die erwarteten Effekte und scheint damit einen Beitrag zu erfolgreichem Schulunterricht leisten zu können. Durch die geringe Klassenzahl sind jedoch Selektions- und Settingeffekte nicht auszuschließen. Allerdings sind die Ergebnisse erfolgreich im Labor mit 95 erwachsenen Teilnehmern repliziert worden. Die Schulstudie wurde außerdem von uns, in Zusammenarbeit mit der Landesklinik der Donauregion Tulln, in Österreich mit vergleichbaren Ergebnissen repliziert. Aktuell werden Studien zur Therapie begleitenden Wirkung von dynamischem Licht bei Aufmerksamkeitsstörungen und depressiven Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen durchgeführt.
Download Ergebnisbericht der Schulstudie (Kurzform)
Download Ergebnisbericht der Laborstudie (Kurzform)
Evaluation ambulanter psychoanalytischer Behandlung von Kindern und Jugendlichen
Projektleiter: Prof Dr. rer. nat. S. Wiegand-Grefe, PD Dr. med. G. Romer
MitarbeiterInnen: Dipl.-Psych. K. Weitkamp
In Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten und der Vereinigung analytischer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (VaKJP) führen wir eine Studie zur psychotherapeutischen Versorgung im norddeutschen Raum durch. Wir wollen die Wirksamkeit ambulanter psychoanalytischer Behandlung bei Kindern und Jugendlichen insbesondere mit Anststörungen, Depressionen und externalisierenden Störungen, wissenschaftlich untersuchen.
Multizentrische Verbundstudie "Psychosoziale Hilfe für Kinder krebskranker Eltern" Gefördert von der Deutschen Krebshilfe
Verbundkoodinator: PD Dr. med. G Romer
Projektleiterin: Dr. phil. B. Möller
Verbundpartner:
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Institut für Medizinische Psychologie
Prof. Dr. med. Dr. phil. Uwe Koch
Charité - Universitätsmedizin Berlin, Campus Virchow-Klinikum, Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters
Prof. Dr. med. Dipl. Psych. Ulrike Lehmkuhl
Universitätsklinikum Leipzig, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Kindes- und Jugendalters
Prof. Dr. med. Kai von Klitzing
Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Psychosomatische und Allgemeine Klinische Medizin
Prof. Dr. med. Wolfgang Herzog
Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie der Medizinischen Fakultät der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg am Städtischen Klinikum Magdeburg
Prof. Dr. med. Hans-Henning Flechtner
Universitätklinikum Leipzig, Selbständige Abteilung Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie
Prof. Dr. Prof. Dr. rer. biol. hum. Elmar Brähler
Mitarbeiter: Dipl.-Psych. Julia Hollerbach
Dipl.-Psych. Thomas Krattenmacher
Dipl.-Psych. Franziska Kühne
Dipl.-Soz.-päd. Eva Willmann
Inhaltlicher Schwerpunkte:
"Beratungsstelle Kinder körperlich kranker Eltern" COSIP
http://www.verbund-kinder-krebskranker-eltern.de/
Förderer/Drittmittelgeber/Unterstützer:
Deutsche Krebshilfe e.V. (http://www.krebshilfe.de/)
Georg und Jürgen Rickertsen-Stiftung Hamburg
Roggenbuck Stiftung (http://www.roggenbuck-stiftung.de/)
Internationale Kooperationspartner/-netzwerke:
University of Aarhus (DK), Psychology, Prof. M. Thastum
Turku University Hospital (FIN), Child Psychiatry, Prof. J. Piha
Athens Medical School (EL), Child & Adol. Psychiatry, (Prof. J. Tsiantis)
Royal Marsden Hospital, Sutton (UK), Psychological Medicine, (M. Watson, Ph.D.)
Projektleiterin: Dr. phil. Brigitte Ramsauer (Dipl.-Psych.)
MitarbeiterInnen: Dipl.-Psych. Katrin Griebel
Dipl.-Psych. Annett Lotzin
Die Arbeitsgruppe Babys und Kleinkinder psychisch erkrankter Eltern hat folgende Forschungsschwerpunkte:
a) Die Erforschung der Wirksamkeit spezifischer Ansätze der Mutter-Säuglingsbehandlung für das Kind, die Mutter/ Vater und die Entwicklung der Bindungsbeziehung zwischen Mutter/Vater und Kind,
b) Die Erforschung elterlicher Fürsorgevariablen auf die Bindungsentwicklung zwischen Mutter und Kind.
Aktuelle Forschungsprojekte
Interaktionszentrierte Mutter-Kind Therapie bei psychisch erkrankten Müttern mit Babys
Die Evaluierung des multimodalen Elterngruppentherapieansatzes "Kreis der Sicherheit" (Circle of SecurityT) für psychisch erkrankte Mütter mit Säuglingen
Studie 1:
Hintergrund: Bei einer psychischen Erkrankung der Mutter stellt die Mutter-Säuglingstherapie eine notwendige Maßnahme zur Förderung der Bindungs- und Beziehungsentwicklung zwischen Mutter und Kind dar. Sie ermöglicht es, frühzeitig Fehlentwicklungen und ihre Folgen für die seelische Gesundheit des Kindes abzuwenden. Bislang mangelt es jedoch an evidenzbasierten Behandlungsmethoden für Mutter und Säugling.
Die Kreis der Sicherheit (Circle of SecurityT, COS) Elterngruppentherapie (Hoffman, Marvin, Cooper & Powell, 2006) fördert eine sichere Bindungsbeziehung zwischen Mutter und Kind. Der Fokus der Behandlung richtet sich auf die mütterliche Kommunikation und ihre Signalwirkung in spezifischen Situationen mit dem Säugling sowie auf Möglichkeiten ihrer Korrektur. Die Behandlung beinhaltet bindungsedukative und therapeutische Module unter Einsatz von Videoanalyse.
Ziel der Studie: die Evaluierung der Elterngruppentherapie "Kreis der Sicherheit". In einem randomisierten Kontrolldesign wird die Wirksamkeit dieses gruppentherapeutischen Ansatzes im Hinblick auf die Entwicklung einer sicheren Mutter-Kind-Bindung im Vergleich zur Standardbehandlung der Mutter-Baby-Ambulanz untersucht.
Methodik: Alle Mütter, welche die Spezialambulanz für psychisch erkrankte Eltern mit Säuglingen im Alter von null bis neun Monaten konsultieren und ihr Einverständnis zur Teilnahme an der Studie geben, werden zufällig der Elterngruppentherapie Kreis der Sicherheit oder der Standardbehandlung der Ambulanz zugeteilt. Nach der Behandlung wird die Qualität der Mutter-Kind-Bindung mit der Fremden Situation (Ainsworth et al., 1978) erhoben.
Dieses Evaluationsprojekt wird von der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur gefördert.
Studie2:
Hintergrund: Die Bindungstheorie und Forschung betonen die Rolle elterlicher Fürsorgekompetenzen bei der Entwicklung der Qualität der Eltern-Kind-Beziehung. Das elterliche Fürsorgeverhalten beeinflusst die Qualität der kindlichen Bindung und wird u.a. durch die elterlichen Bindungsrepräsentanzen gesteuert (Ijzendoorn et al., 1995). Unklar ist, welchen Einfluss die mütterliche postpartale psychische Erkrankung auf die Zusammenhänge zwischen elterlicher Bindungsrepräsentanz, Fürsorgeverhalten und kindlicher Bindung nimmt.
Ziel der Studie: die Zusammenhänge zwischen mütterlicher Erkrankung, Bindungsrepräsentation, Sensitivität, Einfühlsamkeit und kindlicher Bindungsqualität zu untersuchen.
Methodik: 24 psychisch erkrankte Mütter mit Säuglingen im Alter zwischen 3 und 11 Monaten, die sich zwischen März und Dezember 2008 in der Mutter-Baby Ambulanz der KJP vorstellten, wurden in die Studie eingeschlossen. Als Vergleichsgruppe dienten 30 klinisch unauffällige Mütter, die über PEKIP ("Prague Child Parent Program") Gruppen rekrutiert wurden. Die mütterlichen Fürsorgevariablen (Sensitivität, Einfühlsamkeit) und Bindungsrepräsentationen wurden zur Vorhersage der kindlichen Bindungsqualität zwischen dem 13. und 15. Lebensmonat des Kindes erhoben.
Projektleiterin: Prof. Dr. rer. nat. S. Wiegand-Grefe
MitarbeiterInnen: Dr. med. A. Plaß-Christl
Dipl.-Psych. S. Halverscheid
Inhaltlicher Schwerpunkt:
Im einem Interventionsprojekt (CHIMPs - children of mentally ill parents) für die Hochrisikogruppe Kinder psychisch kranker Eltern wird auf der Grundlage einer Bedarfsermittlung ein präventives Beratungsangebot für Familien mit einem psychisch kranken Elternteil entwickelt und evaluiert. Das Projekt besteht aus zwei Teilen: In einer Pilot-/Vorstudie werden als einrichtungsrepräsentative Querschnittserhebung mittels standardisierter Fragebögen innerhalb eines 9-monatigen Erhebungszeitraumes alle in der Klinik für Psychiatrie stationär behandelte Patienten mit minderjährigen Kinder erfasst. In dieser Stichprobe werden die Einflüsse somatischer und psychosozialer Einfluss- und Risikofaktoren auf die Lebensqualität und die psychische Gesundheit der Kinder untersucht. Außerdem wurde der Beratungsbedarf der betroffenen Patienten erfragt. In einer anschließenden, derzeit laufenden Interventionsstudie wird ein Beratungsangebot für Familien mit einem psychisch kranken Elternteil entwickelt und in einem kontrollierten Forschungsdesign evaluiert.
Forschungsschwerpunkte:
Grundlagenforschung
- Risikofaktoren für Kinder psychisch kranker Eltern
- Resilienzforschung
- Entwicklung und Überprüfung von Modellen über die Zusammenhänge der elterlichen und familiären Einflussgrössen auf die Entwicklung der Kinder
- Psychische Gesundheit und gesundheitsbezogene Lebensqualität der Kinder Erforschung von Alters- und Geschlechtsunterschieden (Gender-Forschung)
Angewandte Forschung
- Evaluation der familienorientierten Intervention (CHIMPs)
- Evaluation des Praxisprojektes "Seelen-Halt"
Aktuelle Forschungsprojekte und Studien:
Innerhalb des Projektes laufen derzeit 26 quantitative und vier qualitative Studien mit denen 30 psychologische Diplomanden und medizinische Doktoranden betraut sind: Davon beschäftigen sich 12 Studien der Grundlagenforschung mit der Wirkung elterlicher Einflussfaktoren (Erkrankung und Krankheitsbewältigung, Familienbeziehungen, Familiendynamik, Bindung, Lebensqualität) auf die Gesundheit und Lebensqualität der Kinder. In 12 laufenden Evaluationsstudien wird die Wirksamkeit unserer Intervention auf die zentralen Parameter (Psychische Gesundheit, Lebensqualität, Krankheitsbewältigung, Familienbeziehungen, Familiendynamik, Bindung) untersucht.
In vier qualitativen Studien werden die Bewältigungsmuster der elterlichen Erkrankung auf der Ebene des erkrankten Elternteiles, des Paares, der Kinder und der gesamten Familie betrachtet. Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt widmet sich den Alters- und Geschlechtsunterschieden in der Entwicklung von Kindern psychisch kranker Eltern (Leitung: Dr. A. Plass). Innerhalb dieses Schwerpunktes werden zwei Studien durchgeführt.
Förderer/Drittmittelgeber/Unterstützer:
Werner Otto Stiftung, Hamburg
Anna von Gierke Stiftung, Frankfurt
Georg und Jürgen Rickertsen-Stiftung Hamburg
Nationale Kooperationspartner/-netzwerke:
BAG - Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder psychisch kranker Eltern (Sprecherin derzeit: Dr. Wiegand-Grefe)
Kooperationsnetzwerk: Datenbank regionaler Angebote für Kinder psychisch kranker Eltern
Dachverband Gemeindepsychiatrie
Universität Marburg, Institut für Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin (IVV), (Prof. Fritz Mattejat) und Universität Marburg, Fachbereich Psychologie, Arbeitsgruppe Klinische Psychologie (Dr. Hannah Christiansen, Prof. Bernd Röhrle)
Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen, Abteilung Paderborn,
Fachbereich Sozialwesen, Institut für Gesundheitsforschung und Soziale Psychiatrie (igsp) (Prof. Albert Lenz, Juliane Kuhn)
Zentrum für Klinische Psychologie und Rehabilitation, Universität Bremen (Prof. Dr. Franz Petermann)
Universität Bielefeld, Fakultät für Gesundheitswissenschaften, Arbeitsgruppe 6: Versorgungsforschung/Pflegewissenschaft und Universität Essen (Prof. Ulrich Bauer, Dr. Dieter Heitmann, Dr. Anke Reinsch)
Universitätsklinik Heidelberg Institut für Psychosomatische
Kooperationsforschung und Familientherapie (Prof. Manfred Cierpka)
Universitatsklinik fur Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie Ulm (PD Dr. med. Michael Kölch)
Internationale Kooperationspartner/-netzwerke:
Kinder- und Jugendpsychiatrische Klinik der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel (Dr. biol. hum. Marc Schmid)
Rijks Universiteit Groningen (PhD Claudi Bockting, Associate Professor)
Department of Psychiatry, Childrens Hospital Boston and Harvard Medical School (Prof. William Beardslee, MD)
Athens Medical School (EL), Child & Adol. Psychiatry, (Prof. J. Tsiantis)
Dieser Bereich wird in Kürze mit Inhalt gefüllt, bitte haben Sie noch etwas Geduld. Vielen Dank für Ihr Verständnis
Projektleiterin: Prof. Dr. S. Wiegand-Grefe, Dr. phil B. Möller
In Kooperation mit der Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapie des Uniklinikum Hamburg-Eppendorf und der Forschungsstelle für Zeitgeschichte (Universität Hamburg)
Der Begriff »Hamburger Feuersturm« steht für den großen, sich über mehrere Tage hinziehenden Luftangriff auf Hamburg im Sommer 1943. Etwa 35.000 Menschen verloren dabei ihr Leben, und der »Feuersturm« prägte sich als tiefste Zäsur des 20. Jahrhunderts in Hamburgs Stadtbild und -geschichte ein. Über die langfristigen Auswirkungen sowohl in historischer Hinsicht als auch im Hinblick auf intraindividuelle und transgenerationale Folgen dieser Kriegserfahrung ist bislang nur wenig bekannt. Im Mittelpunkt des interdisziplinären, von Historikern und Psychoanalytikern gemeinsam entwickelten Forschungsprojekts steht am Beispiel der Überlebenden des »Hamburger Feuersturms« und der nachfolgenden Generationen die Frage, inwieweit Kriegserlebnisse zu langfristigen Traumatisierungen führen und wie diese individuell, familiär und gesellschaftlich verarbeitet werden. Dabei geht es weniger um die Zuverlässigkeit der Erinnerung als vielmehr um eine zeitgeschichtlich fundierte Analyse der Verarbeitungsmechanismen und der subjektiven Bedeutungs-generierung, die dem Trauma folgen. Durch die Beschränkung auf das konkrete Fallbeispiel der Bombardierung von Hamburg soll im Verlauf der Untersuchung das Zusammenspiel zwischen latenten familiären Transmissionsprozessen auf der einen und kulturellen Traditionssträngen auf der anderen Seite herausgearbeitet werden.
Ausgangspunkt und Quellenbasis der geplanten Studie sind lebensgeschichtliche Interviews mit 67 Zeitzeugen der Bombardierung Hamburgs im Sommer 1943 sowie mit deren Kindern und Enkeln. Leitfragen der qualitativen Untersuchung (psychoanalytische Einzel-Interviews und Familiengespräche) betreffen die langfristige individuelle Verarbeitung der Erlebnisse im »Feuersturm«, die Muster der familiären Verarbeitung und der transgenerationalen Übertragung sowie die Rolle von gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und öffentlichen Deutungsangeboten. In einer von den Psychoanalytikern durchgeführten quantitativen Datenerhebung werden außerdem stichprobenbegleitende und hypothesengeleitete Informationen erhoben und statistisch ausgewertet. Dabei soll auch die Frage verfolgt werden, inwieweit die Überlebenden des Hamburger »Feuersturms« heute noch durch ihr damaliges Erleben gesundheitlich beeinträchtigt sind, inwieweit eine so genannte posttraumatische Belastungsstörung besteht und wie die Erfahrung jeweils in der Erziehung weitergegeben wurde. Die Interviews werden anschließend in einem abgestuften Verfahren unter Einbeziehung von Geschichtswissenschaft und Psychoanalyse ausgewertet. Ziel ist es dabei, über den Einzelfall hinausgehende plausible Aussagen zu den Bedingungen der Traumaverarbeitung, zur transgenerationalen Weitergabe traumatischer Erfahrungen und zu den gesellschaftlichen und historischen Rahmenbedingungen, unter denen die Individuen und ihre Familien ihre Nachkriegsbiographien entwarfen, zu erhalten. Das Projekt verspricht darüber hinaus auch eine präzisere Definition für den in beiden Disziplinen gleichermaßen häufig benutzten Begriff des »Traumas«, der zunehmend pauschal auf Großereignisse wie Krieg und Vertreibung angewandt wird.
Projektleiterin: Dr. phil Birgit Möller
Mitarbeiterinnen: Dipl. Psych. Saskia Fahrenkrug
Kooperationspartner:
Institut für Sexualforschung und Forensik am UKE
"Wer bin ich?" (Geschlechtszugehörigkeit)
"Wen liebe ich?" (sexuelle Orientierung/Neigung)
"Wie funktioniert mein Körper?"
Vorübergehende Gefühle der Verunsicherung, die durch die Auseinandersetzung mit diesen Fragen ausgelöst werden, sind im Rahmen der Pubertätsentwicklung normal. Manche Kinder geraten hierbei jedoch in Krisen, aus denen zum Teil ein erheblicher Leidensdruck entstehen kann. Dies kann wiederum eine gesunde Identitätsentwicklung nachhaltig beeinträchtigen. Um psychische Probleme, die hieraus entstehen können, früh zu erkennen und ggf. rechtzeitig geeignete Hilfsmaßnahmen gezielt einzuleiten, haben wir diese interdisziplinäre Spezialsprechstunde ins Leben gerufen.
Das Angebot richtet sich an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mitEltern und Familien werden je nach Alter eng in das Behandlungsangebot einbezogen.
Angebot
- ausführliche entwicklungspsychologisch fundierte Diagnostik und Therapieplanung
- Psychotherapie
- begleitende Elternberatung
- Familientherapie
- Einleitung medizinischer Maßnahmen
- gutachterliche Stellungnahmen im Rahmen des Transsexuellengesetzes
Bei Bedarf wird pädiatrische oder endokrinologische Expertise durch entsprechende Fachkollegen eingeholt.
Darüber hinaus bieten wir für mit den genannten Problemen befassten Berufsgruppen (Erzieher, Lehrer, Sozialarbeiter, Psychologen, Ärzte etc.) fachliche Beratung und Supervision an.