Für Kinder und Jugendliche
Hallo!
Schön, dass Du diese Seite angeklickt hast. Sie ist für Dich. Ganz besonders, wenn du einen Elternteil hast, der ernsthaft krank ist. Es spielt keine Rolle ob Mutter oder Vater krank ist oder an welcher Krankheit einer von beiden leidet.
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Wir sind Kinder- und Jugendpsychotherapeuten des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), die sich dafür interessieren, wie Du mit der Krankheit Deiner Eltern fertig wirst. Welche Sorgen Du hast, ob Dich Ängste verunsichern, welche Wünsche und Hoffnungen Dich bewegen. Wir, die Erwachsenen, können viel von Dir lernen. Und weil das so ist, haben wir drei Jahre lang mit Kollegen aus sieben anderen Ländern eng zusammen gearbeitet (England, Dänemark, Finnland, Österreich, Schweiz, Griechenland und Rumänien) um mehr darüber, herauszufinden, was Kinder, deren Eltern schwer krank sind, brauchen. Vielleicht möchtest Du noch wissen, was das eigentlich heißt: COSIP. Das sind die "Children of somatically ill parents", auf deutsch: "Kinder körperlich kranker Eltern".
Wenn einer Deiner Eltern ernsthaft krank ist, machst Du Dir möglicherweise viele Sorgen darüber. Wenn Du mit Deiner Mutter, Deinem Vater, Verwandten oder Freunden darüber sprechen kannst, ist das prima. Wenn Du Interesse hast, uns davon zu berichten, würden wir uns sehr freuen.
Viele Kinder und Jugendliche berichten uns auch, dass sie ungern über die Krankheit ihrer Eltern sprechen, weil sie das Gefühl haben, dass ihre Freunde und Bekannten, Onkel und Tante, Oma und Opa davon selbst ganz traurig werden. Manchmal erscheint es einfacher, gar nichts mehr zu sagen und sie beginnen ihre Sorgen und ihren Kummer in einer Schatztruhe zu verschließen, die sie dann tief unten in ihren Gedanken vergraben.
Manchmal kommt es auch vor, dass die Dinge im Alltag, mit den Freunden oder in der Schule nicht mehr so gut laufen. Manche Kinder kümmern sich um ihren kranken Elternteil oder um die kleineren Geschwister. Andere haben vor lauter Hausarbeit gar nicht mehr die Zeit Fußball zu spielen, ins Ballett zu gehen oder sich mit Freunden zu treffen.
Besonders kompliziert wird es häufig für diejenigen von Euch, bei denen sich die Eltern getrennt haben und sie über die neue Situation nicht mit Mama und auch nicht mit Papa sprechen können. Viele Kinder wollen ihre Eltern, die schon genug Kummer haben, mit den eigenen Sorgen verschonen.
Wenn Du Dich über die angesprochenen Themen gerne einmal mit einer außenstehenden Person aussprechen möchtest, bitte Deine Eltern einen Termin hier zu vereinbaren. Wenn du 16 Jahre alt bist, kannst du dies auch selbst tun.
Anschrift:
Beratungsstelle "Kinder körperlich kranker Eltern"
c/o UKE, Klinik für Psychiatrie und
Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters (S30)
Martinistr. 52, 20246 Hamburg
Wenn Du Dich und Deine Eltern anmelden möchtest ...
Melde dich bei unserer Sekretärin Frau Angela Cordt unter Telefon 040 - 42803 - 2230.
In der Regel ist es uns wichtig, dass Deine Eltern uns zuerst bei einem Gespräch kennen lernen können. So können wir von Deinen Eltern alles über ihre Erkrankung erfahren und wissen, welche Sorgen sie sich machen.
Danach laden wir Dich zu einem vertraulichen Gespräch ein, bei dem es um Deine Sorgen, Deine Gedanken über die Zukunft und Deine besonderen Stärken geht.
Hier haben wir Dir einige Bücher zusammengestellt, die Dir helfen können, mit Deinem Kummer, Deinen Ängsten fertig zu werden.
Für Kinder bis 12 Jahre:
"Sohn der blauen Pferde", Bill Martin & John Archambault, Franckh Kosmos, 1996
Der alte Indianer erzählt seinem Enkel das Geschehen des Lebens.
"Hat Opa einen Anzug an?", Amelie Fried, Hanser Verlag, 1997
Nach Opas Tod sind die Erwachsenen auf einmal so merkwürdig. Sie weinen, tragen dunkle Anzüge und jeder sagt etwas anderes.
"Der Drache mit den roten Augen", Astrid Lindgren, Verlag Oetinger, 1989
Ist so ganz anders als die anderen Tiere auf dem Hof.
"Im Land der Dämmerung", Astrid Lindgren, Verlag Oetinger, 1995
Dorthin entschwinden die Kinder in ihrer Phantasie, wenn der Alltag zu mühevoll wird.
"Da war es auf einmal so still", Linde von Keyserlingk, Herder Verlag, 2001
Viele Geschichten vom Tod und Abschiednehmen
"Tina und der Teddybär", Birgitta Hogger, Book on Demand, 2000
Mutter erkrankt an Hirntumor
"Indianerjunge kleiner Mond", Winfried Wolf, Nord-Süd Verlag, 1992
Der kleine Indianer macht sich auf die Suche nach seinen Eltern.
Für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahre:
"Jakob hinter der blauen Tür", Peter Härtling, Beltz und Geberg, 1989
Nach dem Tod des Vaters kommt Jakob mit sich und seiner Umwelt nicht mehr zurecht.
"Jenseits der Lügen", Paula Vox, Verlag Sauerländer, 1998
Aidserkrankung des Vaters, die dieser am liebsten verschweigen möchte. Vater und Sohn finden ihre gemeinsame Sprache wieder.
"Die Brüder Löwenherz", Astrid Lindgren, Verlag Oetinger, 1995
Von Tod und Krankheit der Geschwister Löwenherz
"Für Isabel war es Liebe", Mirjam Pressler, Beltz & Gelberg Verlag, 2002
Isabel liebt Daniela und sie schwärmt für den Maler Modigliani. Sie erlebt Freude und Schönheit. Aber auch Schmerz, denn ihre Mutter ist schwer krank.
"Die Fragen des Lebens", Fernando Savater, Campus-Verlag, 2000
Der Autor lädt uns ein in die Welt der Philosophie.
"Und wenn ich falle", Marie-Thérès Schins, dtv, 2001
Vom Mut, traurig zu sein
"Wenn Kevin bleibt", Harry Mazer, dtv, 1991
Kann das Leben weitergehen, wenn beide Eltern bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kommen?
"Starker Sohn und Schwester", Kirkpatrick Hill, Beltz und Gelberg, 1996
Tod der Mutter - die Geschwister beginnen ein neues Leben
"Lockruf", Brigitte Blobel, Unionsverlag Sansibar, 2001
Tod des Vaters, Konflikte mit der Mutter
"Solange die Zikaden schlafen", Jutta Treiber, Verlag Ueberreuther, 1998
Nach dem Tod der Mutter sucht sich der Vater eine neue Frau. Die zu mögen ist ganz schön schwer.
"Das Zeichen in meiner Hand", Kevin Henkes,dtv, 1999
Die Großmutter stirbt und hinterlässt ein riesiges Loch
"Maries Geheimnis", Torill Eide, dtv, 1997
Tod der Mutter durch Krankheit
Zu guter letzt haben wir für Dich ein paar interessante Links zusammengestellt:
www.vakjp.de
www.kidskonnected.org
www.kidscope.org
www.kidscreen.de
www.blindekuh.de