Für Eltern
Leitung: Oberarzt Dr. med. Georg Romer
Gebäude: Haus S 30
Martinistraße 52, 20246 Hamburg
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Eine Beratungsstelle für Frauen und Männer, die ernsthaft, manchmal auch lebensbedrohlich erkrankt sind und Kinder bis zum Alter von 18 Jahren haben. Wir haben ein gezieltes Beratungsangebot für Familien entwickelt. Im Rahmen einer von der EU geförderten internationalen Studie zur seelischen Gesundheitsvorsorge bei Kindern körperlich kranker Eltern arbeiten wir mit sieben Kliniken aus verschiedenen europäischen Ländern zusammen (deshalb der englische Name "COSIP"). Wir sind ein multiprofessionelles Team der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf unter der Leitung von Dr. Georg Romer. Ziel unserer Arbeit ist eine präventive Unterstützung betroffener Mütter und Väter sowie deren Angehörigen in allen Fragen, bei denen es um die Auswirkungen der körperlichen Erkrankung auf die Eltern-Kind Beziehung und die Entwicklung der Kinder geht.
ärztlicher Therapeut: Dr. med. U. Ratz
Warum Beratung?
Gespräch mit Michael (12 Jahre), dessen Mutter nierenkrank ist:
"Was geht in Dir vor, wenn Deine Mutter müde ist und sich hinlegen muss?"
MICHAEL: "Dann bekomme ich Angst, dass sie einschläft und nie wieder aufwacht."
"Was wäre, wenn Du diese Sorgen Deiner Mutter sagen würdest?"
MICHAEL: "Dann würde sie bestimmt noch mehr Angst haben."
Viele betroffene Kinder wollen ihre Eltern in dieser Situation nicht auch noch mit eigenen Sorgen belasten. Also versuchen sie mit ihren Problemen alleine fertig zu werden. So gut es eben geht. Viele Kinder reifen an dieser Situation. Manche überfordern sich damit. Unlust, Rückzug, Schwierigkeiten in der Schule, Esstörungen, Bettnässen, psychosomatische Störungen - können, müssen aber nicht die Folge sein. Ziel unserer Arbeit ist es, Entwicklungskrisen vorzubeugen: Das ist möglich, wenn Eltern und Kinder miteinander Wege finden, sich mit den bestehenden Belastungen auseinanderzusetzen. Frühzeitige Beratung soll eine hilfreiche Brücke sein.
Sie selbst wissen am besten: Verstörende Tatsachen können sprachlos machen. Vielleicht müssen Sie Ihren Kindern zum ersten Mal eine Antwort schuldig bleiben. Und das obwohl Ihnen sonst nicht die Worte fehlen. Vielleicht sind Sie einfach nur unsicher darüber, wieviel Wahrheit Ihr Kind verträgt? Eine Wahrheit, die für Sie bestürzend ist. Wie sag' ich es meinem Kinde, welche Worte versteht es in welchem Alter? Schwere Krankheiten sind belastend, verständlich also, dass Eltern erst einmal verunsichert sind, wenn es darum geht, die Krankheit mit ihren Gefahren und Unsicherheiten zu erklären. In der Beratung versuchen wir, die Unsicherheiten auf beiden Seiten zu verstehen und zu überwinden. So können Eltern und Kinder über Situationen und Wünsche, Ängste und Fragen, für die vorher die richtigen Worte fehlten, miteinander ins Gespräch kommen.
Wir versuchen im Einzelfall zu verstehen, wie Kinder durch die Krankheit der Eltern mitbelastet sind, welche Bewältigungsmöglichkeiten sie entwickelt haben und wenn nötig, welche Unterstützung sie brauchen. Je nach Bedarf bieten wir Elterngespräche, Familiengespräche und Einzelgespräche mit Kindern und Jugendlichen an. In der Regel führen wir zunächst ein ausführliches Informationsgespräch mit beiden Eltern. Erst danach entscheiden Sie, ob Ihren Kindern ein Gesprächsangebot gemacht werden soll und wenn ja, in welcher Form.
Für die Vorstellung ihres Kindes benötigen wir einen Überweisungsschein vom Kinderarzt oder Hausarzt.
Anmelden können Sie sich telefonisch bei unserem Sekretariat. Wir rufen Sie dann zurück und vereinbaren mit Ihnen einen Gesprächstermin.
Sekretariat: Frau Angela Cordt unter Telefon: 040 - 42803 - 2230
Anmeldezeiten: Mo - Fr, 8:30 - 16:30 Uhr
Buchempfehlungen
"Plötzlich ist alles ganz anders - wenn Eltern an Krebs erkranken", Sylvia Broeckmann, Klett Verlag, 2002
Praktische Beispiele und Vorschläge der Autorin zeigen den Eltern und anderen Erwachsenen, wie sie Kindern im Umgang mit der Erkrankung helfen können.
"Bis zuletzt die Liebe", Hans Jellouschek, Herder Verlag, 2002
Als Paar im Schatten einer tödlichen Krankheit.
"Multiple Sklerose und Familie", Barbara Steck,
Karger Verlag, 2002
Ein wichtiger Ratgeber, für Betroffene und deren Helfer.
"Never too young to know", Silverman,
Oxford University Press, 2000
Sehr eindrucksvoll schildert die Professorin warum Kinder nie zu jung sind, um die Wahrheit zu erfahren.
"Healing children's grief", G.H. Christ,
Oxford University Press, 2000
Wie verarbeiten Kinder den Krebstod von Mutter oder Vater.
"Unwiederbringlich - vom Sinn der Trauer", Monika Müller, Matthias Schnegg, Herder / Spektrum, 1999
Hilfen bei Verlust und Tod.
"Papa, was ist der Tod?", Hermann-Josef Zoche,
Pattloch Verlag, 2002
Ein Kind fragt nach dem Leben. Viele Fragen von Kindern in wörtlicher Rede. Die Antworten kommen aus einem christlichen Hintergrund.
"Kinder begegnen dem Tod", Marielene Leist, GTB, 1999
Praktische Hilfen, den kindlichen Schmerz zu erkennen. Es werden Wege aufgezeigt, wie er zu lindern und zu bewältigen ist.
"Wenn Kinder nach dem Sterben fragen", D. Tausch-Flammer / L.Bickel, Herder Verlag, 2000
Ein Begleitbuch für Kinder, Eltern und Erzieher.
"Gespräche gegen die Angst", Tausch / Tausch,
Rowohlt Verlag
Schwer kranke Menschen und ihre Helfer berichten über ihre Erfahrungen in der Familie, in Krankenhäusern und Arztpraxen.
"Trauern", Verena Kast, Kreuz Verlag, 2002
Phasen und Chancen des psychischen Prozess.
"Rückkehr nach Crow Lake", Mary Lawson,
Heyne-Verlag, 2002
Die Erinnerungen an ihre Kindheit, die von dem tragischen Tod der Eltern überschattet war, hat Kate Marrison seit vielen Jahren verdrängt. Als sie eines Tages die Einladung zu einem Familienfest erhält, gerät ihre harmonische Ordnung unerwartet aus den Fugen.
"Das tibetanische Buch vom Leben und vom Sterben", Sogyal Rinpoche, Barth Verlag
Die tibetanische Kultur integriert das Sterben immer auch ins Leben.
"Es wird mir fehlen, das Leben", Ruth Picardie, dtv
Tagebuch einer jungen Mutter und Journalistin, die an Brustkrebs erkrankt und daran gestorben ist.
Krebskompass
Deutsche Arbeitsgemeinschaft für psychosoziale Onkologie e.V.
Deutsche Krebsgesellschaft
Deutsche Krebshilfe
Deutsches Krebsforschungszentrum
Hamburger-Krebsgesellschaft
Informationen über Krebs
Liefeline
Inkanet
Psychotherapiesuche
Phoenikks
Mentalhealth