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| Home > Zentren > Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (ZMK) > Poliklinik für Kieferorthopädie > Informationen zur Rheumasprechstunde

Informationen zur Rheumasprechstunde

1.

Was ist die Rheumasprechstunde?

Die Rheumasprechstunde wurde vor 10 Jahren in der Poliklinik für Kieferorthopädie eingerichtet. So sollte sichergestellt werden, dass die an juveniler idiopathischer Arthritis (JIA) erkrankten Kinder, aber auch die Eltern sowie die betreuenden Rheumatologen einen Ansprechpartner für Kiefergelenkprobleme haben.
Die Rheumasprechstunde findet in enger Kooperation mit den behandelnden Kinderrheumatologen im UKE, im AK Eilbek und in Bad Bramstedt statt.

 
2.

Welche Verbindung besteht zwischen Rheuma und Kieferorthopädie?

Rheuma kann auch die Kiefergelenke befallen. Bei den betroffenen Patienten kann es zu Funktions- und Bewegungseinschränkungen des Unterkiefers sowie zu Veränderungen des Gesichtsschädelwachstums kommen.
Die Hauptaufgabe des Kieferorthopäden ist es, eine Mitbeteiligung der Kiefergelenke so früh wie möglich zu erkennen, um dann eine Behandlung einleiten zu können.
 
3.

Woran erkennt man eine rheumatoide Mitbeteiligung der Kiefergelenke?

Die Gelenkentzündung führt zu einer gesteigerten Produktion von Gelenkflüssigkeit, was zu einer Druckerhöhung in der engen und derben Gelenkkapsel führt. Es kommt zu Schmerzen, Druckempfindlichkeit, Rötung und Schwellung.
Die Muskeln um das Kiefergelenk herum verkürzen sich und werden schwächer. Es kommt zu Muskelschmerzen sowie Funktions- und Bewegungseinschränkungen, wodurch das Kauen deutlich erschwert ist.
Folge einer anhaltenden Gelenkentzündung ist die Gelenkschädigung, die von einer Abflachung bis hin zur vollständigen Zerstörung der Kiefergelenkköpfe reichen kann.Da das Wachstumszentrum des Unterkiefers im Bereich der Kiefergelenkköpfe liegt, kommt es bei deren entzündlicher Zerstörung auch zu Wachstumsstörungen. Bei beidseitigem Befall entwickelt sich ein kurzer und weit zurückliegender Unterkiefer (Vogelgesicht), bei einseitigem Befall, verschiebt sich der Unterkiefer zur Entzündungsseite und das Gesicht wird "schief".
Ein besonderes Problem stellt die Tatsache dar, dass die beschriebene Entzündung auch ohne Schmerzen ablaufen kann, daher können sich die Veränderungen an den Kiefergelenken auch völlig unbemerkt entwickeln.
 
4.

Wie hoch sind Risiko und Häufigkeit einer rheumatoiden Mitbeteiligung der Kiefergelenke?

Eine Mitbeteiligung der Kiefergelenke findet sich etwa bei 50% der Patienten mit JIA. Das Risiko ist besonders hoch, wenn die Krankheit sehr früh einsetzt (vor dem 4. Lebensjahr), die Krankheit lange andauert und einen schweren Verlauf nimmt. Sind mehr als fünf Gelenke betroffen, polyartikuläre JIA genannt, und sind Rheumafaktoren nachweisbar, steigt das Risiko ebenfalls. Außerdem sind bei Mädchen die Kiefergelenke häufiger befallen als bei Jungen.
 
5.

Was wird in der Rheumsprechstunde untersucht?

Bei der ersten Vorstellung werden die Kiefergelenke gründlich klinisch untersucht und eine Röntgenaufnahme erstellt, um Folgen einer rheumatischen Mitbeteiligung festzustellen bzw. auszuschließen. Alle Untersuchungsergebnisse werden in einen speziellen Rheumabogen eingetragen, so dass der Verlauf der Erkrankung nachvollzogen werden kann. In Abhängigkeit vom Ergebnis der Erstuntersuchung können weitere Untersuchungen, z.B. die Anfertigung kernspintomografischer Bilder des Kiefergelenks, erforderlich sein. Mit ihrer Hilfe können gegenwärtige Entzündungen festgestellt werden.

 
6.

Wie sieht die Behandlung aus?

Leider ist Rheuma nicht heilbar, so dass sich die Behandlung der entzündlich befallenen Kiefergelenke auf Entzündungshemmung, Schmerzlinderung, Verhindern oder Verringern der Gelenkschädigung und den Erhalt der Funktion bei Unterkieferbewegungen konzentriert ist.
In der akuten Phase werden die Kiefergelenke mit einer Schiene behandelt, die in der Rheumasprechstunde regelmäßig kontrolliert werden muss. Ergänzend erfolgt die Medikation durch den betreuenden Rheumatologen.
Hat während der aktiven Phase eine Gelenkschädigung und somit auch eine Wachstumsänderung des Gesichtsschädels stattgefunden, ist das Ziel der Behandlung diese Schädigung auszugleichen. Hierzu werden kieferorthopädische Apparaturen eingesetzt, die das Unterkieferwachstum fördern.

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Letzte Änderung: Andreas Haufe, 14.07.2010