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Nierenarteriendenervierung

Team

Allgemeine und Interventionelle Kardiologie

Kardiologie mit Schwerpunkt Elektrophysiologie
 
PD Dr. Karsten Sydow
 
Dr. Dipl.-Ing. Boris Hoffmann
 
Herr Johannes Neumann
 
Prof. Dr. Stephan Willems
 
Dr. Anne Funke-Kaiser
 


Dr. Till Keller

 

 
Prof. Dr. Stefan Blankenberg

 

 

 
   

Nephrologie und Rheumatologie
(III. Med. Klinik)

Diagnostische und Interventionelle Radiologie


Prof. Dr. Ulrich Wenzel 



Dr. Andreas Koops 




Prof. Dr. Rolf A.K. Stahl

Prof. Dr. Gerhard Adam

Kontakt

Koordination der Kardiologie (UHZ)-Sprechstunde:
Kardiologische Ambulanz
Bitte bei Anmeldung Hinweis auf "Nierenarteriendenervierung"
Tel.: 040/ 7410- 52961, -53990   
Fax: 040/ 7410- 55862
nierenablation@uke.de

Koordination der Nephrologie/III. MED-Sprechstunde:
Frau Sabine Bürgel
Tel.: 040/ 7410- 50907
Fax: 040/ 7410- 45199
nierenablation@uke.de

Koordination in der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie:
Frau Gartner, Sekretariat Prof. Adam
Tel.: 040/ 7410- 54029
Fax: 040/ 7410- 53802
nierenablation@uke.de


Renale Denervierung bei therapieresistentem arteriellen Hypertonus

Patienten mit therapieresistentem arteriellen Hypertonus werden am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf in der Klinik für Allgemeine und Interventionelle Kardiologie (Direktor: Prof. Dr. Stefan Blankenberg) in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit der Klinik für Kardiologie mit Schwerpunkt Elektrophysiologie (Direktor: Prof. Dr. Stephan Willems), der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik, Nephrologie (Direktor: Prof. Dr. Rolf A.K. Stahl) und der Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie (Direktor: Prof. Dr. Gerhard Adam) interventionell mittels renaler Sympathikusdenervierung (Nierenarteriendenervierung) behandelt.

Klinische Indikation:   
          
                                                                                                                     
Die heutige Blutdrucktherapie hat trotz ihrer Erfolge auch Nachteile. Es gibt einen kleinen Prozentsatz von Patienten, bei denen trotz der verfügbaren Blutdruckmedikamente keine befriedigende Blutdrucksenkung erreicht oder aufgrund verschiedener Unverträglichkeiten nicht angemessen medikamentös behandelt werden kann. Diese therapierefraktäre arterielle Hypertonie stellt eine besonders ernst zu nehmende Form des arteriellen Hypertonus dar. Eine therapierefraktäre arterielle Hypertonie liegt vor, wenn sich unter einer Therapie mit mindestens drei blutdrucksenkenden Medikamenten einschließlich eines Diuretikums keine ausreichende Blutdrucksenkung erzielen lässt.

Neuer Therapieansatz - Nierenarteriendenervierung

Seit längerem weiß man, dass sympathische Nervenfasern der Nieren für die Blutdruckregulation eine wichtige Rolle spielen (J Am Med Assoc 1953;152:1501). Eine neuartige katheterbasierte Behandlung der die Nieren versorgenden sympathischen Nervenfasern hilft, den Blutdruck von Patienten mit therapieresistenter Hypertonie zu senken.

 
Links: Darstellung der Nierenarterien 
Mitte: Verlauf der Nervenfasern entlang der Nierenarterie  
Rechts: Stromabgabe in der rechten Nierenarterie

Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf hat die wegweisende neue Therapie bereits 2010 eingeführt. Die sogenannte Symplicity-HTN-1-Studie wurde als internationale Studie zur Sicherheit und Wirksamkeit der renalen Denervierung bei Patienten mit nicht einstellbarem Bluthochdruck durchgeführt (Lancet 2009;373:1275). Die nachfolgenden klinischen Studien, an denen wir beteiligt waren, haben eine beeindruckende und anhaltende Blutdrucksenkung gezeigt (Lancet 2010;376:1903, Hypertension 2011;57:911). Darüber hinaus kam es unter der interventionellen Therapie neben der Blutdrucksenkung zu weiteren positiven Effekten wie der Verbesserung der Insulinsensitivität (Circulation 2011;123:1940).

Einschlusskriterien für den interventionellen Behandlungsansatz:

Ausschlusskriterien:

Sicherheit der Prozedur:

Im Rahmen der Simplicity-HTN-2-Studie (Lancet 2010; 376:1903) konnte kein ernsthaftes unerwünschtes Ereignis, das in Bezug zum Gerät oder der Prozedur stand, nachgewiesen werden. Als leichtgradige unerwünschte Ereignisse, die mit dem Eingriff assoziiert waren, wurden ein Pseudoaneurysma der A. femoralis, ein Infekt des Urogenitaltrakts, Parästhesien und länger anhaltende Rückenschmerzen (jeweils N=1 Patient/-in) genannt. Alle leichtgradigen unerwünschten Ereignisse waren dabei unabhängig von der Stromabgabe. Die Nierenfunktion - bestimmt mittels eGFR, Serumkreatinin bzw. Cystatin-C zeigte sich nach 6 Monaten nicht signifikant verändert. Auch mittels einer Kernspinuntersuchung der Nieren konnte keine Abnormalität an den Ablationsstellen im Bereich der Nierenarterien nachgewiesen werden. 

Ablauf

1. Ambulante Sprechstunde:
Zunächst erfolgt eine Vorstellung der/-s Patientin/-en im Rahmen der ambulanten Sprechstunde "Nierenarteriendenervierung" im Universitären Herzzentrum (UHZ) bzw. in der III. Medizinischen Klinik (Nephrologie) zur Evaluation einer prinzipiellen Eignung des jeweiligen Patienten für das interventionelle Verfahren. Die UHZ-Sprechstunde wird interdisziplinär durch die beiden o.g. kardiologischen Kliniken geführt. Patienten aus der III. Medizinischen Klinik werden durch Herrn Prof. Wenzel im Rahmen seiner Hypertonus-Sprechstunde betreut.

Zur ambulanten Voruntersuchung gehören:

2. Interdisziplinäre Fallkonferenz:
Die endgültige Festlegung der Eignung für das interventionelle Therapieverfahren erfolgt im Rahmen einer interdisziplinären Fallkonferenz. Diese Konferenz findet zweimal pro Monat im Konferenzraum des Universitären Herzzentrums in Anwesenheit von Vertretern der an diesem Therapieverfahren beteiligten o.g. Kliniken statt. Über den Beschluss der Konferenz wird ein Protokoll erstellt.

3. Stationäre Aufnahme zur Intervention:
Bei Eignung für die interventionelle Therapie erfolgt die Vereinbarung eines stationären Aufnahmetermins. Die Aufnahme erfolgt zwei Tage vor der geplanten Intervention. Es erfolgen umfangreiche Blut- und Urinanalysen sowie eine gründliche Untersuchung der potentiell durch den länger bestehenden arteriellen Hypertonus bereits in Mitleidenschaft gezogenen Endorgane Herz, Gefäße und Nieren. Am 3. Tag erfolgt der Eingriff unter intravenöser Analgosedierung (Propofol/Fentanyl) im Herzkatheterlabor über eine Punktion der A. femoralis. Von der Leistenarterie wird der Katheter bis vor den Abgang der Nierenarterien aus der Aorta abdominalis positioniert und distal in der Nierenarterie platziert. Während des Eingriffs werden - falls keine Kontraindikationen auftreten - immer beide Nierenarterien behandelt. Bei unkompliziertem Verlauf kann der Patient am 1. postinterventionellen Tag entlassen werden.

4. Poststationäre Betreuung:
Nach der Intervention bieten wir eine ambulante Anbindung an unsere "Nierenarteriendenervierungs"-Sprechstunde an. Einen Monat, 6 und 12 Monate nach dem Eingriff erfolgen erneut umfangreiche Blut- und Urinanalysen sowie eine eingehende Untersuchung der Hypertonus-assoziierten Endorgane.

 


 

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Letzte Änderung: Nina Suß, 24.02.2012