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Neues Klinikum, Nierenbox, Team

Information zur Nierentransplantation und Nierenlebendspende

Nierentransplantation

Die Nierentransplantation stellt die einzige kurative Therapieoption bei terminaler Niereninsuffizienz dar. Häufige Ursachen für die terminale Niereninsuffzienz sind Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Hypertonus (Bluthochdruck), Glomerulonephritis, interstitielle Nephritis aber auch polyzystische Nierendegeneration.

Eine Nierentransplantation muss bei Dialysepflichtigkeit immer erwogen werden, denn sie führt verglichen mit der Dialyse nicht nur zu einem besseren Überleben, sondern auch zu einer deutlich besseren Lebensqualität des Patienten.

 Am UKE ist die Nierentransplantation chirurgisch ein Routineeingriff auf hohem Niveau. Eine Nierentransplantation stellt einen mittelgroßen chirurgischen Eingriff dar, den wir jährlich über 100mal durchführen. Neben der Transplantation erwachsener Patienten, werden auch Kinder-Nierentransplantationen von unserer Klinik regelmäßig durchgeführt.

Fast alle schwer nierenkranken oder dialysepflichtigen Patienten können von einer Transplantation profitieren. Es gibt z.B. keine absolute Altersgrenze für eine Transplantation. Wichtig ist, dass bei der ausführlichen Voruntersuchung Erkrankungen ausgeschlossen werden, welche den Patienten während oder nach der Transplantation gefährden könnten.
Das sind insbesondere schwere nicht behandelte Infektionen, nicht geheilte Tumorerkrankungen oder schwere Herz-, Gefäß- oder Lungenerkrankungen.

 


Etwa ein Drittel der am UKE durchgeführten Nierentransplantationen sind lebend-gespendete Organe. Voraussetzung für eine Lebendspende ist entweder eine nahe Verwandtschaft von Spender und Empfänger (Eltern, Kinder, Geschwister usw.) oder eine tiefe Verbundenheit (z.B. Eheleute, langjährige Freundschaft).

Bei einer Lebensspende müssen Spender und Empfänger heute nicht mehr zwingend die gleiche Blutgruppe haben. Insbesondere bei Patienten, die schon einmal transplantiert worden sind, müssen wir aber auf eine Gewebeverträglichkeit achten.

Auch für den Spender gibt es keine absolute Altersgrenze. Der Spender muss aber gesund sein und darf keine wesentlichen Risikofaktoren für eine spätere Nierenerkrankung (z.B. Zuckerkrankheit) haben. 

Ein Schwerpunkt am UKE bildet die Transplantation von Patienten mit hohem immunologischem Risiko.
Hierzu zählen die Transplantation von lebend-gespendeten Organen über Blutgruppengrenzen hinweg (AB0 inkompatible Transplantation) und die Transplantation von hoch sensibilisierten Empfängern (Desensibilisierungs-Programm).


Campus Forschung

Entsprechend dieser klinischen Schwerpunkte, beschäftigen sich am UKE auch mehrer wissenschaftliche Arbeitsgruppen mit nierentransplantierten Patienten, insbesondere mit Fragen der Immunsuppression, des chronischen Transplantverlustes, von genetischen Polymorphismen und non-HLA Antikörpern sowie mit der Rolle verschiedener Moleküle für die Immunregulation.

Unsere speziell geschulten Transplantationspsychologen bieten allen Nierentransplantatempfängern und -spendern eine psychologische Begleitung an. Forschungsschwerpunkte der Transplantationspsychologie sind u.a. Untersuchungen zur Lebensqualität von Organspendern.
 
Ziel des Transplantationszentrums am UKE ist eine kompetente, inderdisziplinäre klinische und wissenschaftliche Begleitung aller Transplantierten und der Organspender.
Daher erfolgt die Betreuung der Patienten kooperativ durch die Transplantationschirurgie und die Nephrologie bzw. Kinder-Nephrologie und ambulant gemeinsam mit den niedergelassenen Kollegen, die in Hamburg im "Netzwerk Neue Niere" organisiert sind.


Gruppenfoto von links: Prof. M. Kemper, Dr. A. Lehnhardt, Dr. J. Oh (pädiatrische Nephrologie), Prof. F. Thaiss (Nephrologie), Prof. Dr. M. Koch, Prof. B. Nashan (Transplantationschirurgie), Dr. I. Klaassen (pädiatrische Nephrologie)


Nierenlebendspende am UKE

 

Bei der Nierenlebendspende steht die Sicherheit, aber auch das Wohlbefinden des Nieren-Spenders an erster Stelle. Daher ist uns eine sichere und schonende OP Technik besonders wichtig.

Seit 2007 sind am UKE knapp 100 Nierenlebendspenden in minimal invasiver retroperitonealer Technik über einen ca. 10 cm messenden Längsschnitt an der Bauchdecke unter dem Rippenbogen (sog. Pararektalschnitt) durchgeführt worden (Abb1, Neipp et al Transplantation 2004).

 
  Bild 1: Schnitt an der Bauchdecke (Pararektalschnitt) durch den die Nierenlebendspende erfolgen kann. 

Diese Methode ist sehr sicher, hinterläßt aber einen etwa 10 cm langen Schnitt auf der Bauchdecke.

  Jetzt können wir unseren Patienten eine noch schonendere Methode der Nierenentnahme anbieten. In einer sog. "Schlüssellochoperation"  werden drei kleine Instrumente in das sog. Retroperitoneum, in dem die Niere liegt, eingeführt (Abb. 2). Bei dieser retroperitoneoskopischen Entnahme wird wie auch bei der o.g. Technik  der Bauchraum selbst nicht eröffnet.
Die Niere wird über einen kleinen Schnitt im Unterbauch (Wechselschnitt, wie z.B. bei einer Blinddarm-Operation) entnommen.
Bild 2: Einbringen von drei Trokaren  in das Retroperitoneum bei der retroperitoneos-kopischen Nierenentnahme.  

 

Diese Technik bietet eine optimale Übersicht für den Operateur (Bild 3) und sehr kleine Schnitte, verbunden mit geringeren Schmerzen und einer sehr kurzen Erholungsphase für den Spender.
 
  Bild 3: Sicht mit der Kamera auf die Nierenarterie. Mit dem silbernen Instrument wird gerade eine Vene geklippt.

Unsere bisherigen Erfahrungen mit dieser in anderen europäischen Zentren bereits lange etablierten Technik (Waldström et al Transplantation 2011, Bachmann et al WorldJUrol. 2008) sind sehr gut.
Die durchschnittlichen OP-Zeiten lagen bei unter 2 h. Die Patienten konnten nach unter 1 Woche das Krankenhaus verlassen.

Die kosmetischen Ergebnisse dieser Operation sind sehr gut (Abb. 4)

   
Abb 4: Nierenspenderin eine Woche nach der Operation:
links: Bergeschnitt im linken Unterbauch von vorne gesehen

Abb 5: rechts: Bergeschnitt und drei kleine Narben im Bereich der Flanke.


 

Weiterführende Informationen


- Stellungnahme der DTG zum Fatigue-Syndrom nach Nierenlebendspende

- Hinweise zur versicherungsrechtlichen Absicherung des Lebendspenders aus NZS 15/11

- Aufklärung zur Lebendnieren Spende (nur UKE-intern)


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Letzte Änderung: Dr. Peter Pakusa, 04.11.2011