Merkelzellen und Merkelzellkarzinome
Merkelzellen sind die neuroendokrinen Zellen der Epidermis und der Haarfollikel, die eine Reihe von noch wenig definierten Neuropeptiden in Granula (Ø 100 nm) speichern und auch sezernieren. Sie sind teilweise synaptisch mit Nerven verbunden. Sie sind durch ihren typischen Marker, Cytokeratin 20, nachweisbar.
Ihre Anhäufung in entscheidenden Phasen der Hautentwicklung argumentiert für Funktionen bei der Induktion und Differenzierung der Epidermis, ihrer Adnexe (Haarfollikel, Schweißdrüsen, Talgdrüsen) sowie der Nerven und Gefäße. Eventuell spielen die in Merkelzellen vorhandenen Neuropeptide dabei eine Rolle, grundsätzlich jedoch sind diese Funktionen der Merkelzellen noch wenig verstanden. Bekannt sind lediglich die Funktionen der mit Nerven verbundenen Merkelzellen in der adulten Haut, die langsam adaptierende Mechanorezeptorfunktionen besitzen.
Von den Merkelzellen gehen möglicherweise die sogenannten Merkelzell-Karzinome aus, die neuroendokrinen Karzinome der Haut. Das gemeinsame Vorkommen von neuroendokrinen Granula und des Markerproteins Cytokeratin 20 sprechen dafür.
Untersuchungen an Merkelzellen und Merkelzellkarzinomen bzgl. Zellverbindungen, neuroendokriner Granula und ihrer Verknüpfung mit Nerven und Gefäßen sollen weiteren Aufschluß über Funktion und Herkunft der Merkelzellen und ihren Bezug zu den Merkelzellkarzinomen liefern.
(Ansprechpartnerin:
Prof. Dr. Ingrid Moll)