Zu den Inhalten springen

Hauptnavigation:

Kontakt | English | Sitemap

| Home > Zentren > Kliniken > Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde > Rekonstruktive Lid-, Tränenweg- und Orbitachirurgie

Rekonstruktive Lid-, Tränenweg- und Orbitachirurgie

Patienten mit Erkrankungen der Lider, der Tränenwege und der Augenhöhle (Orbita) finden in der Abteilung für okuloplastische Chirurgie fachlich kompetente Hilfe.

Herr Dr. Keserü als Oberarzt der Abteilung und Frau Dr. Green als Fachärztin stehen für Sprechstunden zur Verfügung. Frau Dr. Green verfügt über das „Zertifikat für spezielle plastisch-rekonstruktive und ästhetische Chirurgie in der Augenheilkunde“ der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) und Berufsverbandes der Augenärzte (BVA). Herr Dr. Keserü ist Oberarzt für plastische und rekonstruktive Chirurgie an der Augenklinik des UKE und ist Mitglied der Sektion ophthalmoplastische und rekonstruktive Chirurgie (SORC) der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) sowie candidate member der European Society of Oculoplastic and Reconstructive Surgery (ESOPRS).

Seit dem Jahr 2009 besteht eine Kooperation mit Prof. Dr. Hans-Werner Meyer-Rüsenberg, einem international anerkannten Experte für okuloplastische Chirurgie, der als Konsiliararzt in regelmäßigen Abständen am UKE tätig ist. Prof. Dr. Meyer-Rüsenberg ist nationaler Vertreter der European Society for Ophthalmic Plastic and Reconstructive Surgery (ESORPS), stellvertretender Bundesvorsitzender der Sektion ophthalmoplastische und rekonstruktive Chirurgie (SORC) in der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) sowie Fortbildungsleiter der DOG für rekonstruktive und plastische Lidoperationen, Tränenwegs- und Orbitaerkrankungen.

Rekonstruktive Lidchirurgie: Häufige Erkrankungsbilder und operative Möglichkeiten

Tumore im Bereich der Augenlider

Die häufigsten gutartigen Gewebeveränderungen im Bereich der Augenlider sind entzündliche Veränderungen im Sinne eines Gerstenkorns (Hordeolum) oder Hagelkorns (Chalazion), die durch Verstopfung und Entzündung der Talg- oder Schweißdrüsen der Lider entstehen.Weitere gutartige Tumore sind Lidwarzen oder flüssigkeitsgefüllte Zysten, die meist unproblematisch mit einer ambulanten operativen Entfernung in örtlicher Betäubung behandelt werden können.

Der häufigste bösartige Lidtumor ist das Basaliom. Die Behandlung dieses nicht metastasierenden Tumors besteht in einer möglichst frühzeitigen vollständigen Entfernung mit Sicherheitsabstand, um eine regionale Ausbreitung in umliegende Strukturen vor allem in die Tiefe der Augenhöhle zu verhindern. Weitere bösartige Lidtumoren wie das Plattenepithelkarzinom, das Melanom, Talgdrüsenkarzinom u.a. können sowohl lokal infiltrativ wachsen als auch Metastasen bilden, so dass neben der chirurgischen Exzision auch eine dermato-onkologische Mitbetreuung sichergestellt werden muss. Da oft größere Anteile des Lides und umgebender Strukturen entfernt werden müssen und man andererseits möglichst Gewebe-schonend vorgehen möchte, erfolgt die Tumorexzision und Lidrekonstruktion oft nicht in einer OP, sondern an getrennten OP-Tagen nach Vorliegen des histologischen Befundes.

Auswärtsdrehung des Augenlides (Ektropium)

Ein Ektropium ist eine Auswärtsdrehung der Lidkante, meist des Unterlides, häufig einhergehend mit einer daraus resultierenden Tränenabflußstörung. Die häufigste Ursache eines Ektropiums ist ein Spannungsverlußt des Muskel-Bandapparates. Weitere Ursachen können Narben nach Verletzung, oder Operationen, sowie nach Facialisparesen sein.

Ein Ektropium muss operativ korrigiert werden. Meist wird das Unterlid verkürzt, in Richtung des Augapfels rotiert und der Aufhängeapparat des Lides gestärkt. Im Falle von Vernarbungen oder Lähmungen sind häufig aufwändigere Lidkorrekturen erforderlich.

Einwärtsdrehung des Augenlides (Entropium)

Ein Entropium ist verbunden mit einer sogenannten Trichiasis, dem Reiben der Wimpern auf der Hornhaut des Patienten, welches ein starkes Fremdkörpergefühl verursacht. Besteht eine Trichiasis über einen längeren Zeitraum kann dies zu dauerhaften Narben im Bereich der Hornhaut und Sehminderung führen.

Häufigste Ursache ist auch hier eine altersbedingte Veränderung der Lidspannung und ein veränderter Tonus des Schließmuskels des Lides. Vernarbende Prozesse im Bereich der Bindehaut können durch eine Verkürzung zu einem narbigen Entropium führen.

Die operative Korrektur erfolgt durch Erhöhung der Lidspannung und Korrektur der Spannung der Lidmuskulatur. Zusätzlich kann es notwendig sein, Vernarbungen im Bereich der Lidrückfläche zu lösen und ggf. zusätzliche Schleimhaut z.B. aus der Mundhöhle zu transplantieren.

Herabhängen des Oberlides (Ptosis)

Eine Ptosis ist das Herabhängen des Oberlides mit Verdeckung der optischen Achse (Pupille) und daraus resultierenden Gesichtsfeld- und Seheinschränkungen. Eine vollständige Lidöffnung ist für den Patienten nicht mehr möglich. Eine Ptosis ist durch eine Schwächung des Lidhebermuskels bedingt.

Im Kindesalter ist die angeborene Ptosis durch Fehlbildung im Bereich der Lidmuskeln oder die fehlende nervale Versorgung bedingt.

Für die operative Korrektur der Ptosis gibt es mehrere Möglichkeiten, die auch vom Ausmaß der Ptosis und dem Patientenalter abhängen. Bei älteren Patienten mit zusätzlichem Hautüberschuss im Bereich der Oberlider wird das Lid durch die Haut eröffnet, der Lidhebermuskel in der Augenhöhle und seine Ansatzstelle am Oberlid freigelegt, meist gekürzt und am Oberlidknorpel refixiert. Bei jüngeren Patienten ohne Hautüberschuß und nur mässig ausgeprägter Ptosis bietet sich eine Verkürzung der Lidhebermuskulatur von der Lidrückseite an

Bei der angeborenen Ptosis ist häufig eine maximale Kürzung des Oberlidmuskels in Vollnarkose erforderlich. In seltenen Fällen wird auch hiermit kein ausreichender Effekt erzielt, so dass eine Suspensions-Operation durchgeführt werden muss, die eine Lidhebung mit Hilfe der Stirnmuskulatur ermöglicht.

Schlupflider aufgrund einer Erschlaffung der Lidhaut und -gewebes (Dermatochalasis)

Mit steigendem Lebensalter kommt es zu einer zunehmenden Erschlaffung der Lidhaut und des subkutanen Lidgewebes. Neben dem Hautüberschuß besteht häufig eine umschriebene Lidschwellung aufgrund nach vorne verlagertem orbitalem Fettgewebe.

Die operative Korrektur der Dermatochalasis erfolgt durch eine Blepharoplastik mit dem Ziel einer Reduktion und Exzision von überschüssiger Lidhaut, Muskel- und Fettgewebes. Eine Blepharoplastik kann sowohl am Ober- als auch am Unterlid durchgeführt werden.

Bei Vorliegen bestimmter funktioneller Beeinträchtigungen (deutliche Gesichtsfeldeinschränkungen, ekzematösen Lidhautveränderungen, Einwärtsdrehen der Lidkante) besteht eine medizinische Indikation zur Durchführung einer Blepharoplastik der Oberlider. Für eine Unterlidblepharoplastik besteht nur in Ausnahmefällen eine medizinische OP-Indikation.

Die Durchführung einer Ober- und/oder Unterlid-Blepharoplastik aus kosmetischen Gründen ist auch als Selbstzahlerleistung möglich und unter dem klinischen Schwerpunkt „Ästhetische Chirurgie“ ausführlich beschrieben.

Weitere Informationen zu kosmetischen Lidoperationen finden Sie unter:
Klinische Schwerpunkte „Ästhetische Lidchirurgie“

Rekonstruktive Orbitachirurgie:

Operative Entfernung des Augeninhaltes (Eviszeration) oder des gesamten Augapfels (Enukleation)

Bei chronischen Erkrankungen des Auges, die zu Schrumpfung und Schmerzen am Auge führen, bei schweren Verletzungen, die einen Erhalt des Auges nicht mehr zulassen, sowie bei bösartigen Tumoren des Auges oder der Augenhöhle, die sich durch andere Methoden nicht behandeln lassen, ist ein Erhalt des Augapfels gelegentlich nicht möglich. In diesen Fällen müssen je nach Ursache der Schädigung, der Augeninhalt oder der Augapfel selbst entfernt werden.

Bei der Eviszeration, wird die Außenhülle des Auges, die sogenannte Lederhaut in der Augenhöhle belassen und der Inhalt des Augapfels entfernt. Das Volumen wird durch einen orbitalen Platzhalter aus Hydroxylapatit ersetzt.

Bei einer Enukleation wird der gesamte Augapfel nach Abtrennung der Augenmuskeln und des Sehnerven unter Belassen der übrigen Strukturen der Augenhöhle entfernt. Ein orbitaler Platzhalter aus Hydroxylapatit wird in die Augenhöhle eingesetzt und mit den Augenmuskeln verbunden.

Eine vorläufige Augenprothese wird in der Regel nach ca. einer Woche angepasst. Die endgültige Augenprothese kann ungefähr vier Wochen nach der Operation angepasst werden. Ziel der Operation ist es, den Patienten, die mit der psychischen Belastung des endgültigen Verlustes ihres Auges zu Recht kommen müssen, ein möglichst natürliches Erscheinungsbild zu ermöglichen. Dieses Ziel verfolgen wir einer engen Zusammenarbeit mit dem Augenprothetik-Institut Heumann in Hamburg.

Rekonstruktive Tränenwegschirurgie bei Insuffizienz des Tränenabflusses und chronischem Tränenträufeln (minimal-invasive und konventionelle Verfahren)

Der Abfluss der Tränenflüssigkeit erfolgt über die beiden Tränenpünktchen, die an der inneren Ober- und Unterlidkante in das obere und untere Tränenkanälchen münden. Eine korrekte Lidstellung ist diese Sammelfunktion der Tränenflüssigkeit von zentraler Bedeutung und häufig müssen Lidfehlstellungen (s.o.) im rahmen von tränenwegschirurgischen Eingriffen mitkorrigiert werden. Mit jedem Lidschlag entsteht eine Saug-/Pumpwirkung welche die Tränenflüssigkeit weiter in Richtung des Tränensackes in der Tiefe des inneren Lidwinkel und schließlich über den knöchernen Tränen-Nasengang in die Nase weiterleitet.

Tränenwegsoperationen bei Säuglingen und Kindern

Gut 5 % aller Kinder haben bei Geburt eine angeborene Tränenwegstenose, die sich meist in den ersten Lebenswochen spontan eröffnet. Grund hierfür ist, dass die Mündung des Tränen-Nasengangs in die Nase häufig noch durch eine feine Membran, die so genannte Hasner’sche Membran verschlossen ist. Bleibt diese spontane Eröffnung aus, dann liegt eine angeborene Tränenwegstenose vor, die sich mit einem chronisch verklebten und tränenden Auge bemerkbar macht.

Im Alter von 6 Monaten bis zu einem Jahr sollte in solchen Fällen eine teilstationär durchgeführte Sondierung und Spülung der Tränenwege durchgeführt werden.

Kommt es trotz Spülung zu einem erneuten Verschluss der Tränenwege, dann wird eine Intubation der Tränenwege mit einem dünnen Silikonschlauch vom Auge bis in die Nase durchgeführt, die 3-4 Monate verbleibt und dann gezogen wird. Die Silikonintubation verringert das Risiko eines erneuten Verschlusses deutlich.

Tränenwegsoperationen bei Erwachsenen

Die Augenklinik des UKE verfügt über ein modernes Tränenwegsendoskop, mit dessen Hilfe Tränenwegsstenosen minimal-invasiv von innen über die Tränenwege eröffnet werden können. Der Vorteil des endoskopischen Verfahrens besteht darin, dass zum einen häufig die Lokalisation und Ursache der Tränenwegsstenose genauer diagnostiziert werden kann. Zum anderen die Tränenwege in ihrer Anatomie intakt und ihre Funktion einer Saug-/Druckpumpe erhalten bleiben kann. Ein weiterer Vorteil ist die schnelle postoperative Erholungszeit. Meistens können die Patienten am Tag nach der OP wieder entlassen werden.

Ist die endoskopische Eröffnung der Tränenwege z.B. aufgrund langstreckiger Verwachsungen nicht möglich, so kann eine Rekonstruktion der Tränenwege über einen Hautschnitt erfolgen. Hierzu wird im inneren Lidwinkel ein 1 - 2 cm langer Hautschnitt angelegt, der Tränensack freipräpariert, eröffnet und nach Wegnahme eines Stücks des Nasenknochens mit der Nasenschleimhaut verbunden. So entsteht ein neuer Zugang in die Nase, über den die Tränen abfließen können. Dieser Eingriff wird als Dacryocystorhinostomie (DCR, Tränenwegs-OP nach Toti) bezeichnet.

Bei komplexen Tränenwegsverschlüssen zu Beginn der ableitenden Tränenwege z.B. im Bereich der Tränenkanälchen besteht die Möglichkeit, ein permantes Glasröhrchen direkt inneren Lidwinkel bis in die Nase zu legen. Diese sogenannte Konjunktivorhinostomie stellt den Tränenabfluss unter Umgehung der natürlichen Tränenwege wieder her.

Interdisziplinarität

Für ausgedehnte, komplexe und fachübergreifende Erkrankungen im Beriech der Augenhöhle (Orbita) besteht am UKE eine enge Kooperation der Augenklinik mit den Kollegen der HNO-Klinik, der Klinik für Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgie und der Neurochirurgie. Dies verbindet Kompetenzen für einen Bereich, der durch seine engen anatomischen Ortsbeziehungen verschiedene ärztliche Fachbereiche betrifft, und bietet Patienten eine optimale interdisziplinäre Versorgung. Patienten mit einer endokrinen Orbitopathie (Morbus Basedow) finden bei Bedarf am UKE eine Anbindung an die Endokrinologie des Ambulanzzentrums des UKE, um eine bestmögliche hormonelle Einstellung von internistischer Seite zu erreichen.

Mitarbeiter rekonstruktive Lid-, Tränenwegs- und Orbitachirurgie

Einheitliche Vorwahl: (040) 7410-

Mitarbeiter:
Position Name Telefon Fax E-Mail
Dr. med. M. Keserü 52350
Ärzte Dr. med. S. Green 52350
Prof. Dr. H.-W. Meyer-Rüsenberg, Konsiliararzt

Seitenanfang    Seite drucken


© Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Impressum
Letzte Änderung: Lars Wagenfeld, 13.01.2013

Kontakt

Sekretariat ärztlicher Direktor:
Frau Schrage
Tel: (040) 7410-52301
Fax: (040) 7410-54906
augenklinik@uke.de

Patientenanmeldung / Call Center:
Tel: (040) 7410-52350

Sekretariat Geschäftsführung:
Frau Ben Brahim
Tel: (040) 7410-52013
Fax: (040) 7410-57146
adminaugenklinik@uke.de

Studienkoordination/Study Coordination:
Frau Laura Dahmen
Tel: +49 40 7410-54417
Fax: +49 40 7410-57200
l.dahmen@uke.de

Haus West 40 (W40)
Martinistr. 52
20246 Hamburg

Care-Vision

Unser Kooperationspartner
CARE Vision Hamburg
Augenlaserzentrum
Tel. 0800 - 888 84 74
info@care-vision.de

Lageplan und Anfahrt