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Leitung: PD Dr. Olaf Hellwinkel
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Fax 040-7410 54481
Im Jahre 1981 wurde in der Augenklinik des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf die erste Deutsche Hornhautbank eingerichtet. Seither wurden hier weit über 9 000 Spenderhornhäute präpariert. Ein besonderes Augenmerk wurde von Beginn an auf die Qualität der für die Patienten bereitgestellten Hornhauttransplantate gelegt. Aus diesem Grunde wurde im Jahre 1985 die Kurzzeitkultivierung bei 4°C aufgegeben. Die seitdem ausschließlich angewandte Langzeitkultivierung ist heute in fast allen europäischen Hornhautbanken zur Standardmethode geworden.
Ursprünglich diente die Hamburger Hornhautbank ausschließlich zur Versorgung der Patienten des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf. Hierin besteht auch weiterhin der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit. Daneben wurden jedoch auch Transplantate an 54 andere medizinische Zentren in 7 verschiedenen europäischen Staaten abgegeben. Für Patienten der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde des UKE beträgt die Wartezeit auf ein Hornhauttransplantat nur noch wenige Wochen. Dies ist nicht zuletzt auf die hier erarbeitete Optimierung der Hornhautkultivierung zurückzuführen.
Bei oberflächlichen Hornhautdefekten kann eine Besserung oder gar Heilung durch Transplantation von Amnionmembran (innerer Eihaut) erzielt werden. Die menschliche Amnionmembran umgibt den wachsenden Embryo und enthält das Fruchtwasser. In Zusammenarbeit mit der Frauenklinik werden werdende Mütter um die Bereitschaft zur Spende des Mutterkuchens (Plazenta) nach erfolgter Geburt ihres Kindes gebeten. Die Amniomembranen werden dann in der Hornhautbank präpariert und bis zur Transplantation tiefgefroren gelagert.
Weitere Informationen zum Thema Organspende und Hornhauttransplantation erhalten sie vom Arbeitskreis Organspende und der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft.
Die Hornhauttransplantation (Keratoplastik) ist die am häufigsten durchgeführte Organ/Gewebeübertragung. In Deutschland werden jährlich ca. 4.000 Keratoplastiken durchgeführt, europaweit sind es etwa 25 000 und in den USA etwa 35 000 Hornhauttransplantationen pro Jahr. Durch die Einrichtung zahlreicher Hornhautbanken ist die Versorgung verbessert worden. Dennoch besteht ein Mangel an Spenderhornhäuten, nicht zuletzt weil nur knapp 60% der in Deutschland präparierten Hornhäute zur Transplantation freigegeben werden. Die übrigen Hornhäute erfüllen nicht die Qualitätsnorm für Hornhauttransplantate. Optimierung und Standardisierung der Kulturtechnik hat in der Hornhautbank Hamburg dazu geführt, dass hier mittlerweile mehr als 65% der präparierten Spenderhornhäute zur Transplantation gelangen. Dies führt zu einer deutlichen Erhöhung der Anzahl verfügbarer Hornhauttransplantate und damit zu einer weiteren Verkürzung der Wartezeit auf ein Hornhauttransplantat, die am UKE mittlerweile nur noch wenige Wochen beträgt.
In Kooperation mit der Technischen Hochschule Braunschweig und der Universität Bremen wurden bereits erfolgreich künstliche Hornhäute (Hornhautäquivalente) hergestellt und für pharmakologische Untersuchungen eingesetzt. Diese Hornhautäquivalente tragen dazu bei, Tierexperimente zu vermeiden. Sie sind jedoch noch nicht für Transplantationszwecke geeignet, da sie unter anderem nicht über die notwendige Festigkeit verfügen.
Am 01.01.2004 startete ein internationales Konsortium ein mit Mitteln der Europäischen Union gefördertes Projekt mit dem Ziel, Hornhautäquivalente für die Transplantation aus humanen Komponenten aufzubauen. Die Hornhautbank des UKE ist Mitglied dieses Konsortiums, bestehend aus 14 Arbeitsgruppen aus 7 Ländern.
Auf der offiziellen Homepage dieses Projektes finden sie weitere Informationen zum Thema cornea-engineering (www.cornea-engineering.org).
Die Hornhaut des menschlichen Auges besteht aus drei unterschiedlichen Zellschichten: außen wird sie begrenzt durch ein mehrschichtiges Epithel und zum Körperinneren durch ein einschichtiges Endothel. Dazwischen befindet sich eine ausgedehnte Matrix in der Keratozyten eingebettet sind. Diese Matrix besteht hauptsächlich aus Kollagen und hat die Tendenz, Wasser aufzunehmen. Eine starke Wassereinlagerung hat jedoch zur Folge, dass die Hornhaut eintrübt. Zur Aufrechterhaltung der Transparenz muss daher ständig Wasser aus dem Stroma entfernt werden. Dies geschieht durch die Aktivität von Ionenpumpen, die sich in der Außenmembran der Endothelzellen befinden. Umgekehrt führen Beeinträchtigungen des kornealen Endothels zu einer Eintrübung der Hornhaut und somit zum Verlust der Sehfähigkeit. Eine Selbstheilung des kornealen Endothels ist beim Menschen, im Gegensatz zur Situation bei vielen anderen Säugetieren, nicht vorhanden.
Zur näheren Untersuchung der Eigenschaften humaner kornealer Endothelzellen wurden in der Hamburger Hornhautbank Methoden entwickelt, mit denen diese Zellen isoliert und in der Zellkultur untersucht werden können. Ein wichtiges Ergebnis dieser Analysen ist die Erkenntnis, dass im Randbereich der Hornhaut teilungsfähige Zellen vorhanden sind. Somit besteht eventuell doch die Möglichkeit, das Endothel im Falle einer Schädigung vom Randbereich her zu regenerieren. Wie eine derartige Regeneration induziert werden kann ist Gegenstand gegenwärtiger Untersuchungen.
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| Leitung | PD Dr. Olaf Hellwinkel | 56726 | 54481 | |
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| MTA | Steffen Peters | 52334 | 54481 | speters@uke.uni-hamburg.de |
Im Jahre 2007 wurden in der Hornhautbank des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf 175 Spenderhornhäute aufbereitet. Die Rekrutierung der Spenderhornhäute erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Institut für Rechtsmedizin des UKE und der Deutschen Stiftung Organtransplantation. Von den aufbereiteten Spenderhornhäuten erfüllten 133 Hornhäute alle Qualitätsanforderungen und wurden für eine Transplantation verwendet. Von diesen Hornhäuten wurden 85 in der Augenklinik des UKE transplantiert, die übrigen 48 Hornhäute wurden anderen medizinischen Einrichtungen, vornehmlich im Großraum Hamburg, zur Verfügung gestellt.
Neben Spenderhornhäuten werden in der Hamburger Hornhautbank in Zusammenarbeit mit der Klinik und Poliklinik für Geburtshilfe und Pränatalmedizin des UKE auch Amnionmembranen präpariert und zur Behandlung von Oberflächenproblemen des Auges zur Verfügung gestellt. Im Jahre 2007 wurden in der Augenklinik des UKE 41 dieser Amnionmembranen transplantiert.
Die Hornhautbank des UKE arbeitet nach einem Qualitätsmanagementsystem und ist seit 2005 nach DIN EN ISO 9001:2000 zertifiziert. Im Jahre 2007 fand die zweite erfolgreiche Rezertifizierung statt.