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Hornhautchirurgie

Hauptarbeitsgebiet des hornhautchirurgischen Schwerpunktes ist die Hornhauttransplantation. Die UKE-Augenklinik betreibt hierfür eine eigene Hornhautbank, die Hornhäute von Spendern sammelt und für die Transplantation aufarbeitet.

Die UKE-Augenklinik führt Hornhauttransplantationen auch in schwierigen Situationen durch, z.B. dann wenn eine Abstoßungsreaktion droht und Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems eingesetzt werden müssen.

Auch innovative neue Verfahren wie die lamelläre Keratoplastik werden an der UKE-Augenklinik angeboten.

Ansprechpartner:
Dr. S. Linke, Fr. Prof. Dr. M. Klemm, Fr. PD Dr. A. Hassenstein, Dr. T. Katz
augenklinik@uke.uni-hamburg.de

Informationen für Patienten

Die Hornhaut ist das optische Fenster des Auges, das dem Menschen das Sehen erst ermöglicht. Nur aufgrund Ihrer Transparenz ist auch der Augenarzt in der Lage, Strukturen des Augeninneren zu untersuchen. Desweiteren ist die Linse und auch der dahinterliegende Glaskörper ebenfalls transparent. Daher ist der Blick auf den Augenhintergrund im Normalfall mit entsprechender Technik problemlos möglich. Mit 43 Dioptrien hat die Hornhaut darüber hinaus den stärksten Anteil an der Gesamtbrechkraft des Auges. Der normale Durchmesser der Hornhaut beträgt 10 bis 13mm. Die Hornhaut wird aus dem Kammerwasser, dem Tränenfilm und dem Gefäßnetz um die Hornhaut ernährt (Randschlingennetz). Der Tränenfilm benetzt die Hornhaut und sorgt für eine glatte Oberfläche. Das Lysozym schützt vor Infektionen. Die Transparenz der Hornhaut ist durch die regelmäßige Lage der stromalen Kollagenfasern und durch den gleich bleibenden Wassergehalt von 70% bedingt. Das Endothel pumpt ständig Kammerwasser aus der Hornhaut heraus.

Morphologie der Hornhaut:



Histologischer Schnitt der normalen Hornhaut mit mehrschichtigem Epithel (1), Bowman'scher Membran (2), Stroma (3), Descemet-Membran (5) und einschichtigem Endothel (aus Weather, Burkitt, Daniels, Histologie).

In unserer Klinik werden verschiedenste diagnostische Untersuchungsverfahren genutzt, um Hornhauterkrankungen präzise zu erkennen. Hierzu gehören die Bestimmung der Oberflächenkrümmung der Hornhaut (Keratoskopie), die Endothelzellzählung (Endothelfoto), die Hornhautdickenmessung (Pachymetrie), die Hornhautmikroskopie (konfokal) und zur Dokumentation die Hornhautphotographie.
Für Patienten mit Hornhauterkrankungen unterschiedlichster Ursache bieten wir unsere Spezialsprechstunde (Hornhaut und Keratoplastik-Sprechstunde) an. Hier werden alle erforderlichen Untersuchungen zur Hornhautdiagnostik durchgeführt und dem Hornhautspezialisten vorgestellt. Mögliche Therapieoptionen werden mit dem Patienten gemeinsam besprochen.

Diagnostik der Hornhaut:

I Wölbungsanomalien

II Trübungen der Hornhaut durch Entzündungen (Keratitis)

Trübungen der Hornhaut können viele verschiedene Ursachen haben, z.B. durch Verletzungen oder Verätzungen. Aber auch Infektionen unterschiedlichster Ursache können visusbeeinträchtigende Hornhauttrübungen zur Folge haben. Infektionen können durch verschiedene Erreger verursacht werden:

Die herpetische Hornhautnarbe ist die häufigste Indikation zur optischen Keratoplastik, gefolgt von abgeheilten bakteriellen Hornhautnarben.

III Trübungen der Hornhaut bei der Hornhautdystrophie Fuchs

Es handelt sich um eine angeborene Erkrankung, die mit einem pathologischen Endothelzellverlust im höheren Alter einhergeht. Es kommt zur einer Hornhauteintrübung (bullöse Keratopathie) mit blasiger Abhebung des Epithels durch den Funktionsverlust des Endothels. Ursache ist das erkrankte Endothel, das das Kammerwasser nicht mehr aus dem Hornhautstroma pumpen kann und die Hornhaut damit quillt.
Es gibt neben der Fuchs'schen Dystrophie noch viele verschieden Hornhautdystrophien, bei denen es zu Ablagerungen in der Hornhaut (diverse Schichten) kommt mit Visusminderung und erhöhter Blendempfindlichkeit.

Die bullöse Keratopathie ist eine der häufigsten Indikationen zur Hornhauttransplantation.

Operative Therapie von Hornhauterkrankungen

Indikation

Perforierende Keratoplastik (PKP)
Hier wird die gesamte Dicke der Hornhaut ausgetauscht. Der häufigste Durchmesser der PKP beträgt 7,5mm. Die trübe Empfängerhornhaut wird kreisförmig ausgestanzt und durch eine klare Spenderhornhaut gleichen Durchmessers ersetzt. Die Hornhaut wird durch Trepane oder seltener durch Laserverfahren ausgestanzt. Mit verschiedenen Nahttechniken wird die Spenderhornhaut an der Empfängerhornhaut fixiert (einfache oder doppelt fortlaufende Naht oder Einzelknopfnähte).
Die perforierende, d.h. durchgreifende Keratoplastik, ist bei allen Erkrankungen indiziert, wo das gesamte Hornhautstroma betroffen ist (Trübung, Infektion oder pathologische Wölbung). Lamelläre Keratoplastiken sind bei oberflächlichen Hornhauttrübungen möglich neben den Excimerlaserverfahren.
Bei einer Desecemtozele oder perforiertem Hornhautulcus muss eine notfallmäßige Keratoplastik zum Bulbuserhalt erfolgen, sog. Keratoplastik à chaud.

Die Hornhauttransplantation gehört zu den erfolgreichsten Transplantationen (96% Erfolgsquote bei unkomplizierter Keratoplastik. Das Risiko einer Abstoßung ist im ersten Jahr nach Transplantation am größten, insgesamt aber gering. Bei einer Hochrisikokeratoplastik durch z.B. eine Vaskularisation kann das Abstoßungsrisiko auf 40 bis 60% ansteigen und muss daher mit lokaler und systemischer Therapie immunsupprimiert, d.h. unterdrückt werden. Kommt es z.B. bei einer Hochrisikokeratoplastik zu einer Abstoßung, so trübt sich die Hornhaut durch den immunologischen Endothelzellschaden ein. Im Frühstadium kann dies noch mit lokaler und systemischer Cortisontherapie aufgehalten werden. Im Spätstadium kommt es aber zum irreversiblen Eintrüben des Transplantates.


Bild nach erfolgreicher Hornhauttransplantation. Die fortlaufende Naht ist gut zu erkennen (Zickzackform). Die Keratoplastik ist 1 Jahr alt und die neue Hornhaut ist gut eingeheilt. Der Faden wird in ca. weiteren 6 Monaten entfernt.

In bestimmten Fällen wird nur der vordere oder der hintere Teil der Hornhaut ersetzt (lamelläre Keratoplastik und DSAEK).

Links

Refraktive Eingriffe (außer Excimer Laser) an der Hornhaut (siehe Refraktive Chirurgie)

Operateurteam Hornhaut und Keratoplastik:
Dr. S. Linke, Prof. Dr. M. Klemm, PD Dr. A. Hassenstein, Dr. T. Katz

Mitarbeiterverzeichnis

 

Einheitliche Vorwahl: (040) 7410-

Mitarbeiter:
Position Name Telefon Fax E-Mail
  Oberarzt Dr. med. Stephan Linke    
 

Prof. Dr. med. Maren Klemm
> Details

53314 52338
  PD Dr. med. Andrea Hassenstein
> Details
53113 57307
  Dr. med. Toam Katz    
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Letzte Änderung: Dr. Reinhard Kusel, 18.08.2010

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Tel: (040) 7410-52301
Fax: (040) 7410-54906
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